Tsa Vademecum

Völlig in bunt kommt nun das siebte Gebetsbuch für das schwarze Auge daher. Im Gegensatz zu den anderen bislang einfarbigen hat dieses dem Thema entsprechend ein in allen Regenbogenfarben scheinendes Cover mit dem Symbol der Tsa, Ei und Eidechse, darauf. Auf der Rückseite ist wie bei den restlichen Vademeci auch „Das schwarze Auge“ und „Ulisses Spiele“ aufgedruckt.

Ebenso wie das letzte erschienene Vademecum ist auch dieses anderes als die vorherigen. Wo diese noch direkt an den entsprechenden Geweihten gerichtet waren und diesem eine Hilfe in seinem Umgang mit der Kirche sein sollten, ist das Tsa Vademecum ein Bericht über die Tsa Kirche von außerhalb (wohl weil man der Meinung war, dass ein Tsa Geweihter ein Buch eh nicht zuende liest, geschweige denn eines verfasst bekommt). Dementsprechend hat es auch einen anderen Aufbau als die restlichen, bei dem nicht so sehr darauf eingegangen wird, was ein Tsageweihter denn so tut – eben mit der Begründung, dass eh alle machen was sie wollen und morgen dann was anderes.

Das erste Kapitel erzählt vom Wesen der Göttin. Dies allerdings zunächst in reinen IT Quellen, also Zitaten von hauptsächlich Tsageweihten, die etwas zu diesem Thema zu sagen hatten und abgeschlossen wird das erste Kapitel durch einen Bericht über die Alveranie, eine der Tsa heilige Pflanze. Dieser Text ist dann neben einem Zitat (und der Einleitung) auch der erste an den Leser direkt gerichtete.
Im zweiten Kapitel soll laut Überschrift die Geschichte der Tsakirche folgen. Auch hier finden sich Zitate und Anmerkungen des Zusammenträgers und Erzählers dazu, jedoch hört das ganze bei einem kurzen Abschnitt über die Priesterkaiser einfach auf. Was danach mit der Tsakirche ist, wird leider nicht erwähnt. Schon schade irgendwo..
Die Göttin und ihr Gefolge, so lautet der Titel des dritten Kapitels, welches so bislang in jedem Vademecum auf die eine oder andere Art und Weise aufgetreten ist. die Tsakirche kennt zwar nur eine Alveraniarin namens Sajalana, die hauptsächlich für werdende Mütter wichtig ist, aber es gibt noch zahlreiche andere Wesenheiten, die irgendwie mit Tsa in Verbindung gebracht werden. Sei es der Sohn Tsas und Ingerimms Simia, oder so etwas wenig greifbares wie der Frühling oder die Morgenröte oder etwa das Koboldsvolk. Sie alle werden mit teils mehreren IT Texten bedacht, ebenso wie mit einer Erklärung des Erzählers.
Das vierte Kapitel umfasst einige Gebete, die in der Tsakirche Verwendung finden, diese sind allerdings zusammenhangslos aneinandergereiht und es fehlt – neben der sehr oberflächlichen Überschrift – jeglicher Kontext wo sie Verwendung finden können, wie es bislang bei den restlichen Vademeci Usus war. Allerdings findet sich hier auch ein kleines Spiel, welches mit Kindern gespielt werden kann, bei dem diese Tiere nachmachen müssen. Sicherlich geeignet für die eigenen Kids.
Heilige Artefakte und Orte besitzt die Tsakirche natürlich auch, wenn auch nicht sehr viele. So gibt es zwei Artefakte (Das Eidechsenauge und Tsas Kreide – beide können in einer Liturgie gerufen werden) und vier Pilgerorte. Unter diese fallen auch der Baum in Borbra und der Tempel in Dragenfels, welche aber nur jenen Lesern etwas sagen werden, die die G7 gespielt oder zumindest ihren Inhalt kennen. Hier merkt man besonders schmerzlich, dass im Historiekapitel viel zu früh aufgehört wurde. Ein weiterer „Ort“ ist hier noch die Quelle des Lebens, welche aber mehr mystisch beschrieben wird mit den obligatorischen Zitaten von Tsageweihten und anderem Volk.
Das nächste und sechste Kapitel ist dann irgendwo relativ überflüssig. Nicht was den potentiellen Inhalt betrifft, sondern den tatsächlichen. Es geht um Tempeldienst und Glaubensgemeinschaften, aber eigentlich wird auf den vier Seiten nur gesagt, dass man darüber nichts schreiben kann, weil es jeder anders macht..
Glaubenströmungen und Orden. Das ist der Name des größten und ausführlichsten Kapitels des Buchs. Und vermutlich auch das, welches in diesem Vademecum am ehesten nützlich ist, denn es berichtet dem Leser von den verschiedenen Strömungen die es da so gibt. Und das sind eine ganze Menge, satte 14 verschiedene Gruppierungen sind in der Tsakirche bekannt und diese sind mit nichten alle gleich oder auch nur ähnlich. Da dürfe wohl für jeden, der einen Tsageweihten mimen möchte etwas dabei sein.
Das letzte IT Kapitel enthält dann einfach nochmal ein paar nette IT Texte, die aber alle wenig miteinander zu tun haben. Es ist einfach genau das wie das Kapitel auch heißt, ein Sammelsurium. Wofür das nun da ist und wie es im Spiel verwendet werden soll, ist leider nicht ersichtlich.
Das war es dann auch schon mit den Beschreibungen zur Tsakirche und es folgt das in jedem Vademecum enthaltene Kapitel darüber wie man einen Tsageweihten spielt, bzw diesen in seine Abenteuer einbindet. Außerdem finden sich hier zwei neue Liturgien. Nach dem Kapitel über die Orden ist dies das zweit längste und damit wirklich sehr ausführlich.

Fazit
Im Gegensatz zu den vorherigen Bänden ist dieses Büchlein nicht in der gleichen Art und Weise für das Rollenspiel zu gebrauchen. So kann man als Tsageweihter kaum aus dem Büchlein Dinge vortragen und Nacherzählen und praktisch gar nicht ein solches im DSA LARP mit sich herum schleppen. Und so sehr das natürlich der Natur eines Tsageweihten entspricht, ist es schon ziemlich schade, nicht wenigsten ein paar Anregungen bekommen zu haben zu bestimmten Liturgien oder ähnlichem. Im Grunde widerspricht dieser Band damit dem Sinn und Zweck der Vademeci. Zumindest so wie sie bislang waren und Spieler und Spielleiter sollten sich genau überlegen ob sie diese Geschichtensammlung über – passend – unzusammenhängende Dinge der Tsakirche, sowie ein paar mehr Hintergrundinformationen überhaupt brauchen. Es ist kein schlechtes Buch, das beileibe nicht, die Texte sind interessant und manchmal witzig zu lesen, aber es fühlt sich beim Lesen, sofern man die anderen Vademeci kennt, einfach wie ein „Thema verfehlt“ in einer Deutscharbeit an.
Immerhin ist das OT Kapitel darüber wie man einen Tsageweihten spielt und einbaut recht ausführlich und zusammen mit dem Kapitel über die Orden eine große Hilfe für Tsageweihtenspieler.

Mit freundlicher Unterstützung in Form eines Rezensionsexemplars von der Ulisses-Spiele GmbH und dem F-Shop.

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