Firun Vademecum

Rennen mit der wilden Jagd

Das Firun Vademecum ist nun das sechste kleine Gebetsbuch welches für das schwarze Auge erschienen ist. Die Farbwahl für dieses Buch ist eine Mischung aus grau und braun, welches vermutlich an Leder erinnern soll und auf dem der Kopf eines Eisbären prangt. Auf der Rückseit ist wie bei den restlichen Vademeci auch „Das schwarze Auge“ und „Ulisses Spiele“ aufgedruckt.

Inhaltlich unterschiedet sich dieses Vademecum etwas von den anderen, da es nicht einfach eine Sammlung von Texten, Liturgien und ähnlichem zur jeweiligen Kirche ist, sondern viel mehr eine Art Handbuch von einem Firungeweihten über seinen Gott und seine Kirche. Dies wird dem Leser auch direkt auf den ersten Seiten erklärt und damit begründet, dass die Firunkirche eigentlich kaum eine Organisation hat.
Im ersten richtigen Teil des Büchleins wird auf Firun selbst eingegangen, jedoch nicht in einer nüchternen Beschreibung des Wintergottes und auch nicht durch Gebete, sondern durch kleine Geschichten, die man sich erzählen kann. Natürlich fehlt auch eine Geschichte zu Ifirn, der Tochter Firuns, nicht.
In einem ähnlichen Stil ist auch das zweite Kapitel gehalten in dem einfach Geschichten und Erzählungen der Firunkirche wiedergegeben werden. Neben vier längeren Geschichten finden sich hier auch zwei Gedichte, die man sicherlich auch als Gebete verwenden kann. Richtige Gebete folgen dann im dritten Kapitel und auch wenn man beim Namen des Kapitels „Gebete und Anrufungen“ vielleicht denkt, dass es sich schon um liturgisch passendes Handelt, dann irrt man. Dis sind wirklich „nur“ Gebete für passende firungefällige Lebenssituation (die Jagd etwa). Die liturgischen Texte befinden sich dann im Kapitel danach, welches im Grunde so aufgebaut ist wie das liturgische Kapitel aller anderen Vademeci.
Beim fünften Kapitel handelt es sich um das umfangreichste des Buches in dem dem Leser die Grundsätze der Firunkirche näher gebracht werden. Von einem sehr ausführlichen Text darüber wie man überhaupt auf die Idee kommt Firungeweihter zu werden – erzählt als Geschichte wie es einem Firungeweihten passiert ist und somit natürlich nur ein Beispiel, welches man aber gut als Vorlage verwenden kann über eine Beschreibung was man alles für die Jagd wissen muss, sogar inklusive einer Seite über Tierspuren im Wald (die aber arg stilisiert sind) bis zur eigentlichen Weihe – auch wiederum als Geschichte erzählt – und den verschiedenen Ausprägungen der Geweihtenschaft findet der Leser hier alles was er für eine stimmungsvolle Erzählung am Lagerfeuer braucht.
Es folgt ein kürzeres Kapitel über das Gefolge Firuns, begonnen natürlich mit der wilden Jagd, aber es geht auch auf die aktuelleren Gestalten wie etwa das Ifirnsrudel ein und gibt somit einen guten Überblick, welcher auch wieder in einer Form geschrieben ist, dass man sie so erzählen kann.
Das siebte Kapitel erklärt dem Leser Firunheilige Gegenstände und Orte, während das achte noch einmal explizit auf die Geweihten eingeht. Damit ist es zwar zum Teil eine Wiederholung, denn die Geweihten und wichtigen Orte der Kirche wurden ja auch vorher schon genannt, aber hier stehen sie dann in einem anderen Zusammenhang, der mehr erklärend denn erzählend ist.
Was der Bogen des weißen Jägers ist, erfährt der Leser dann im letzten Kapitel (und der Spielleiter eine nette Abenteueridee)
Es folgt noch das eine OT Kapitel in dem ein bisschen auf die Darstellung eines Firungeweihten eingeht. Ein bisschen weil es zum einen doch eher wiederholt was vorher schon im Kapitel über die Kirche stand und zum anderen nur zwei Seiten lang ist.

Fazit
Wie auch die vorherigen Bände ist dieser natürlich ebenso sowohl für das Tischrollenspiel als auch für DSA LARP zu verwenden und macht seinen Job dabei sehr gut. Im Gegensatz zu den anderen Bänden ist er aber mehr Leitfaden für den Geweihten und nicht eine Sammlung an Material für den Spieler. Dies bietet das Büchlein zwar auch, aber in einer Form, die der Geweihtenspieler erst für sich selbst nutzbar machen muss. Da Firungeweihte aber nun mal nicht als große Prediger bekannt sind, ist das durchaus passend. Die Geschichten selbst sind durchaus spannend und sicherlich für einen entsprechenden Geweihten eine gute Ergänzung. Etwas schade ist jedoch das Kapitel über die Spieltipps für einen Geweihten, das wenig Hilfe bietet wie man einen solchen den in die Kampagne einbinden kann.

Mit freundlicher Unterstützung in Form eines Rezensionsexemplars von der Ulisses-Spiele GmbH und dem F-Shop.

3 Trackbacks & Pingbacks

  1. Beta-Zwischenstand, Schicksalsfade-Plauderei und Rezensionen | Nandurion
  2. Tsa Vademecum | Neue Abenteuer
  3. Phex Vademecum | Neue Abenteuer

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*