Sphärenklänge 1 – Die streitenden Königreiche

Eine Soundtrack-Rezension zum Schwarzen Auge von Infernal Teddy

Was? Eine DSA-Rezension aus der Feder des bekennenden DSA-Ablehners Infernal Teddy? Was ist denn da los? Nun, es ist kein Geheimnis das ich als Spielleiter gerne Soundtracks im Rollenspiel benutze, und als uns der erste Soundtrack zu DSA 5 erreichte hat Caninus mich gefragt ob ich mir vorstellen könnte, diesen zu besprechen. Lauschen wir also, was Ralf „Orkpack“ Kurtsiefer unter dem Titel „Sphärenklänge 1 – Die streitenden Königreiche“ abliefert, und ob es ihm gelingt, die Atmosphäre dieser Region einzufangen. Dazu an dieser Stelle einen kleinen „Disclaimer“: ich bin, wie ihr wißt, kein DSA-Experte. Nicht mal ein Fan. Ich verlasse mich also auf meine Einschätzung zur Atmosphäre auf Caninus‘ Beschreibung der Region, und auf das, was ich in der Wiki Aventurica lese. Damit ihrs wisst.

Sphärenklang 1 – Die streitenden Königreiche liegt uns dank Ulisses Spiele als MP3-Download vor, zwanzig Titel, welche unkomprimiert 153,7 MB auf der Festplatte einnehmen und zusammen etwas mehr als eine Stunde Laufzeit haben. Die meisten Titel auf diesem Album sind rein Instrumental, allerdings enthalten drei Stücke, „Die nostrische Hochzeit“, „Silber auf Blau (Ein nostrisches Wiegenlied)“ und „Nostria, steh auf!“ auch Gesang (Und erwecken den Eindruck, der Komponist sei einem der beiden Reiche etwas… zugetan, wenn ihr versteht was ich meine), wobei einige andere Titel auch Stimmen als „Instrumentalisierung“ verwenden. Musikalisch schwebt das Album immer wieder zwischen zwei Polen hin und her, märchenfilmartigem Fäntelalter auf der einen Seite, und atmosphärischem Hintergrundgedudel auf der anderen. Dabei drängt sich immer mal wieder das Gefühl auf, Elemente bestimmter Titel irgendwo schon einmal gehört zu haben, als hätte der Künstler sich von bereits bekannten Soundtracks inspirieren lassen. Dabei kann der Rezensent nicht einmal sagen „Ja, da hat der Künstler dort und dort Elemente entnommen!“, sondern eher „So, da hatte ich plötzlich einen Flashback zu Children of Dune… das klang ein wenig, als hätte LotR Pate gestanden… das könnte fast aus Braveheart sein…“ und so weiter. Insgesamt portiert der Soundtrack auf dieser Weise zwei verschiedene Stimmungsbilder, einmal ein liebevoll-naives, märchenhaftes, welches zum Bild von Nostergast passt, wie es sich mir als nicht-Fan erschließt, anderseits ein von Braveheart und Königreich der Himmel inspiriertes „Epic Fantelalter“, was mir weniger angemessen erscheint.

Fazit:
Sphärenklang 1 – Die streitenden Königreiche ist, wenn ich den Hintergrund richtig verstehe, ein wenig wie die genannte Region selbst. Hier kämpfen zwei Arten von Musik nebeneinander um die Gunst des Zuhörers, als hätten es eigentlich zwei verschiedene Alben sein sollen. Das erste „Album“ könnte auch der Soundtrack zu einem dieser schönen, nostalgischen Märchenfilmen aus Osteuropa in den Sechzigern sein. Das andere „Album“ ist ein technisch einwandfreier Computerspielsoundtrack, dazu gedacht, stundenlang aus dem Lautsprecher zu dudeln, ohne jemanden der nicht ich ist zu nerven. Schlecht ist der Soundtrack zu Nostergast nicht, man darf nur keine hohen Erwartungen stellen. Ich hoffe nur, der nächste Soundtrack zu Aventurien wird etwas dynamischer und charaktervoller.

Mit freundlicher Unterstützung in Form eines Rezensionsexemplars von der Ulisses-Spiele GmbH und dem F-Shop.

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