Finsterland – ein paar Nachgedanken

Rezensionsnachwehen von Infernal Teddy

Vor kurzem besprachen wir an dieser Stelle das Österreichische Biedermeier-Fantasy-RPG Finsterland und dessen beiden Quellenbücher, ebenso die dazu erschienene Kurzgeschichtenanthologie. Außerdem haben wir uns hier an der Charaktererschaffung heran gewagt. Für ein Rollenspiel das von seinen Autoren im Eigenverlag gedruckt und vertrieben wird ist das eine beeindruckende Leistung, erst recht wenn man sich die Qualität der Veröffentlichungen vor Augen führt. Aber wie wir bei unseren Recherchen festgestellt haben sind damit noch nicht alle Veröffentlichungen abgedeckt.

Die erste Anlaufstelle für jemand der sich weiter mit Finsterland beschäftigen sollte natürlich die Website sein. Neben der News und der – leider sehr sehr wichtigen – FAQ ist vor allem der Downloadbereich von sehr großer Bedeutung. Hier findet der geneigte Spielleiter nämlich eine Fülle an Abenteuer, Spielhilfen, Charakterbögen und einiges mehr. Der Output an ergänzendes – und vor allem kostenlosem! – Zusatzmaterial ist beeindruckend, zumal das auch noch alles umsonst ist. Ich habe mir die einzelnen Abenteuer nicht angesehen, ich bin nun mal als SL niemand der gerne vorgefertigte Abenteuer einsetzt, aber ich bin mir sicher das man aus den derzeit 68 Abenteuern die eine oder andere Kampagne stricken kann, und da kommen mit großer Regelmäßigkeit neue dazu. Der Seite fehlt es an einem Forum, dafür findet man aber unter Links nicht nur Verweise auf eine große Menge an Rezensionen, sondern auch auf die Präsenz der Macher auf Facebook und Google+, und auf das Finsterland-Wiki.

Es ist nicht nur die Menge an Material die mich erstaunt, sondern auch die Art – So gibt es einen Soundtrack, die Finsterland Suite, die man sich hier kaufen kann. Und wer nicht unbedingt die musikalische Katze im Sack kaufen will, kann sich hier ein Stück anhören

Klar, Rollenspielsoundtracks kennt man spätestens seid den Sountracks zu Vampire: the Masquerade, Dungeons & Dragons und Engel, aber da stand jeweils ein großer Verlag mit den entsprechenden Resourcen dahinter. Ein Indie-RPG mit Soundtrack? Aus Österreich? The mind, wie die Briten sagen würden, the mind boggles.

Wir haben nach dem Erscheinen unserer Rezensionen uns auch hier im Redaktionsbunker noch ein wenig über Finsterland unterhalten. Es hat hier keinen von uns vom Hocker gerissen, das muss man fairerweise zugeben. Aber es gab auch keinen der gesagt hat „Das interessiert mich gar nicht“. Im Moment kann sich von uns auch keiner vorstellen eine Kampagne Finsterland zu spielen oder zu leiten, aber ich kann mir zumindest vorstellen einen Oneshot auf einer Con zu leiten (Wenn es in Münster eine gäbe, aber da mittlerweile wohl die MitSpielen bis auf weiteres entschlafen ist wird das wohl nicht passieren…). Das Spiel hat unzweifelhaft seine Macken, das ist wahr, aber die hat wohl jedes RPG, und es ist nichts das man nicht mit Errata, Hausregeln und einer Brechstange ausmerzen kann. Neben Malmsturm dürfte Finsterland für mich der größte Überraschungserfolg auf dem deutschsprachigen Markt sein (Auch eine Überraschung war das eine gute Freundin von mir wohl einige der Macher entfernt kannte, ist halt doch ein kleines Land dieses Österreich…), und ich wünsche den Autoren und Künstlern das der Erfolg auch weiterhin anhält.

1 Kommentar zu Finsterland – ein paar Nachgedanken

  1. Na, die 70 km bis ins Ruhrgebiet, wo es einiges an Cons gibt, schafft ihr doch sicher auch 😉 Hier ist meine eigene, gerade laufende Kampagne nachzuvollziehen: http://aeonversum.de/index.php/Finsterland

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