Jahrmarkt der Tränen

Ein Pathfinder-Abenteuer

Ich hasse Clowns. Ich weiß, das ist mittlerweile so ein Klischee geworden das es nicht mehr witzig ist, aber ich hasse Clowns, und tue das schon seid frühster Kindheit. Warum ich euch das jetzt erzähle? Naja, im letzten Rezensionspaket von Ulisses war so ein Abenteuer drin. Mit einem Clown vorne drauf. Genau, [I]Jahrmarkt der Tränen[/I]. Ich habe mich bisher noch nicht sonderlich mit den Einzelabenteuern zu [I]Pathfinder[/I] beschäftigt, weswegen ich auch noch keine klare Vorstellungen davon hatte, was mich erwartete.

Beim [I]Jahrmarkt der Tränen[/I] handelt es sich um ein schmales, nur 32 Seiten „dickes“ Heft das von zwei Tackernadeln zusammengehalten wird. Das ganze Heft ist in Farbe und auf Hochglanzpapier gedruckt. Das Artwork ist ganz nett, wenn auch nichts Herausragendes, der einzige Fehlgriff in meinen Augen dürfte die Coverillustration sein – aber das könnte bei mir daran liegen das es ein böser, surrealistischer Clown ist… Vorne und Hinten befinden sich auf der Innenseite des Umschlags insgesamt drei Karten, einmal vom Jahrmarkt selbst, und zwei von Stellen an denen sich bedeutsame Begegnungen abspielen können.

Bei [I]Jahrmarkt der Tränen[/I] handelt es sich um ein Abenteur für eine Gruppe die sich auf der 5. Stufe befindet. Auf der letzten Seite des Bandes befinden sich vier Beispielcharaktere auf fünfter Stufe mit denen man direkt losspielen kann. Angesiedelt ist das Ganze im Finstermondtal, in dem auch schon das Abenteuer [I]Die Krone des Koboldkönigs[/I] angesiedelt war.

[B]Achtung, Spieler sollten ab hier nicht weiterlesen, wenn sie sich nicht sie Spannung verderben wollen![/B]

Hintergrund des Abenteuers ist eine Liebesgeschichte – Ein Dieb und eine Wächterin verlieben sich, ziehen zusammen auf Abenteuer los, bis sie durch Finstermond zogen, wo die Seele der Frau von den Schwarzen Feen gefangen genommen wurde. Kurz darauf hat der Dieb, Namdrin Quinn, sich einem wandernden Jahrmarkt angeschlossen, wo er schnell eine der wichtigsten Figuren wurde. Jetzt ist er mit dem Jahrmarkt hierher zurückgekehrt, allerdings mit etwas… [I]unlauteren[/I] Absichten: Er ist einen Pakt mit der Königen der Schwarzen Feen eingegangen – er liefert ihr die Dorfbewohner aus, wenn er dafür seine Frau zurückbekommt…

Aufgeteilt ist das Abenteuer in vier Akte, wobei der Ablauf der Handlung innerhalb der Akte nicht linear ist, sondern von den Entscheidungen der Spieler abhängt. Beim ersten Akt können die Charaktere den Markt erkunden und seine Attraktionen kennen lernen, wobei das nicht bedeuten soll das sie dabei nichts erleben können! Hier gibt es allerlei Gelegenheiten sich heldenhaft zu benehmen, so können sie eine Frau davor bewahren, versehentlich von einer ausgestellten Maschine zerfleischt zu werden, oder einen Ganoven daran hindern eine Dame des ältesten Gewerbes zu verprügeln. Und das ist wichtig! Die ganze Zeit werden die Charaktere nämlich von den Agenten der Nymphenkönigin beobachtet, und je nachdem wie sich die Spieler verhalten lässt sie ihnen im späteren Verlauf Hilfe zukommen oder auch nicht. Im zweiten Akt, der recht kurz ausfällt, geht es zunächst um eine Reihe von Wettbewerben, an denen man auf dem Jahrmarkt teilnehmen kann. Sollten die Spieler die Nymphenkönigin genügend beeindruckt haben werden sie in den Wald gelockt, wo sie erfahren können worum es nun geht, und wie man die Dorfbewohner retten kann. Danach folgt ein unschönes Feuerwerk, welches auch gleich den dritten Akt einleitet. Hier müssen die Spieler die Bewohner Falkengrunds vor dem immer seltsamer werdenden Jahrmarkt retten, wo durch das Feuerwerk alles verrückt spielt, Feenmoster auftauchen und Dorfbewohner in Eis gefangen wurden. Im letzten Akt kommt es dann endlich zum Showdown mit dem Frostreiter, dem Anführer der Feen die den Jahrmarkt überfallen haben.

Abgeschlossen wird der Band mit einer Betrachtung was in Folge des Abenteuers mit dem Ort Falkengrund wahrscheinlich passiert, einer Sammlung möglicher Ansatzpunkte um aus den Folgen eine Kampagne zu entwerfen, einigen neuen Monstern und den bereits erwähnten Beispielcharakteren.

[B][U]Fazit:[/U][/B]
Insgesamt ist [I]Jahrmarkt der Tränen[/I] ein sehr gelungenes Abenteuer das den Spielern eine eher ungewöhnliche Situation bietet, und ihnen dann die Wahl überlässt wie sie an das Problem herangehen wollen. Stellenweise kommt das Gefühl auf, der Autor hätte ein paar Seiten mehr gebraucht um seine Ideen besser auszubreiten und zu entwickeln, aber das dürfte mein einziger Kritikpunkt sein. Auch die Übersetzung ist gelungen, mir sind keine offensichtlichen Fehler oder Probleme aufgefallen. Mir hat das Abenteuer sehr gut gefallen, und ich würde es jeder Zeit weiterempfehlen.

[U]Wer sich das Abenteuer kaufen sollte:[/U]
* Spielleiter denen das Falkengrund-Minisetting gefällt
* Spielleiter die ihren Spielern mal was anderes als Dungeons oder Questen bieten wollen.
* Spielleiter die gerne ein Abenteuer mit Feenwesen hätten

[U]Wer die Finger weg lassen sollte:[/U]
* Spielleiter die nur Dungeoncrawls wollen.
* Spielleiter denen die Region nicht zusagt

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