Fünf Fragen Für… Swafnir

Ein Kurzinterview zum Rollenspielverein Kurzpfalz

Heute sprechen wir mit Swafnir – nein, nicht der aventurischen Gottheit, sondern mit dem Mann, welcher nicht nur aus den verschiedensten Rollenspielforen bekannt sein dürfte, sondern auch den GRT in Mannheim organisiert, und seid kurzem der geheime Meister hinter dem Rollenspielverin Kurpfalz ist.

1.) Wer ist Swafnir?
Also erst einmal ist es eine Erscheinungsform Wotans, sowie der Walgott der Thorwaler bei DSA. Und eben mein Nickname in verschiedenen Rollenspiel-Foren. Mein richtiger Name ist Martin und ich bin der 1. Vorsitzende des Rollenspielverein Kurpfalz e.V. und wohne mit meiner besseren Hälfte und unseren Hunden in Ladenburg, vor den Toren Mannheims.
Außerdem bin ich noch 2. Vorsitzender des Fördervereins Jugendhaus Brühl e.V. und damit auch seit gefühlten 100 Jahren im Orgateam der Brühler Rollenspiel Konvention.

2.) Was ist der Rollenspielverein Kurpfalz?
Der Rollenspielverein Kurpfalz hat sich vor allem die Jugendförderung auf die Fahnen geschrieben. Ein Teil von uns hat privat immer schon gerne Rollenspiele für junge Leute angeboten und nun haben wir mit dem Verein die strukturellen Voraussetzungen getroffen, das dauerhaft tun zu können. Daher bieten wir an einem Samstag im Monat einen Jungrollenspieltreff im Dalberghaus der Stadtbibliothek Mannheim an, der sich explizit an Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren richtet. Allerdings haben wir auch einen monatlichen Vereinstreff für alle ab 16 Jahren, zwei Vampire Live Chroniken (Camarilla und Sabbat) und die Herbstlande LARP-Con in Brühl, die zu unserem Verein gehören. Die Infos findet ihr hoffentlich bald auf unserer Homepage rollenspielverein-kurpfalz.de und auf Facebook.
Mittelfristig wollen wir eine große Con als Nachfolger des MART auf die Beine stellen. Wir sehen uns übrigens explizit nicht als Mannheimer Verein und unsere Mitglieder kommen aktuell aus über einem Dutzend Ortschaften.

3.) Wie kam es zur Gründung?
Da fang ich jetzt mal nicht bei Adam und Eva an – aber kurz danach: Ein Teil von uns veranstaltet seit Jahren die Brühler Rollenspiel Konvention und ist im Förderverein des Jugendhauses. Die Idee aber einen „richtigen“ Rollenspielverein zu gründen kam immer mal wieder auf, wurde aber auch immer wieder verworfen. Bei meinem letzten Versuch vor ein paar Jahren kam durchgehend ein sehr negatives Feedback zurück, so dass ich das für mich eigentlich schon aufgegeben hatte. Aber in meinem Hinterkopf hat es immer weiter gearbeitet. Ich bin ja jeden Tag stundenlang mit dem Hund draußen und spinne da gerne Ideen weiter. Von daher hat mich das auch nie so wirklich losgelassen.
Wir haben dann als Privatpersonen angefangen den Gratis Rollenspieltag in Mannheim auszurichten. Das erste Mal im Wizard’s Well und anschließend in der Stadtbibliothek – eben auch mit dem Ziel Neulinge für unser Hobby zu gewinnen. Beim letzten GRT hat uns dann der Leiter der Stadtbibliothek gefragt, ob wir uns nicht vorstellen könnten etwas Regelmäßiges anzubieten. Und da war eigentlich klar, dass sowas nur geht, wenn wir einen Verein gründen und damit auf einen entsprechenden Pool von Helfern zurückgreifen können. Wir engagieren uns zwar alle gerne, aber es ist halt keine Perspektive, dass alles zusammenfällt wenn mal zwei Leute einen Schnupfen haben.
Die Woche danach hatten wir dann unsere BRoK. Da kamen dann mit Philipp (jetzt unser 2. Vorsitzender) und Michael zwei jüngere Rollenspieler auf uns zu, mit der Idee einen Nachfolger für das MART – das mittlerweile fast schon mystisch legendäre Mannheimer Rollenspieler Treffen – zu veranstalten. Die zwei kannten wir von früher als einmal eine Mutter auf die Idee kam den Kindergeburtstag ihres Sohnes auf die BRoK zu verlegen. Damals wurden sie mit 7th Sea bespaßt und sind dem Hobby treu geblieben. Die Jungs kamen dann jedes Jahr wieder und das hat uns auch immer sehr gefreut.
Wir haben uns dann direkt zusammengesetzt, unsere Ideen zusammengeschmissen und beschlossen den Verein zu gründen. Ich bin überzeugt, ohne den „jugendlichen Elan“ der beiden wäre das wieder im Sand verlaufen.
Dann kam aber das nächste Problem. Als Verein braucht man natürlich auch Räume um das gemeinsame Hobby dort veranstalten zu können, und das regelmäßig. Da kam uns die Stadtbibliothek Mannheim – allen voran der Leiter Dr.Schmid-Ruhe – unglaublich entgegen und so stand dem Verein nichts mehr im Wege… außer Planungsarbeit und Bürokratie in den folgenden Monaten. Eins sage ich euch: Um einen Verein zu gründen muss man entweder verrückt sein, oder man wird es garantiert nach relativ kurzer Zeit. Wenn ich das jetzt aber hier ausbreite, müssen noch viele viele tapfere Pixel sterben.

4.) Der letzte „Rollenspiel“verein in dem ich war, hat sich nur um Tabletopper gekümmert – was sollte ein Rollenspielverein seinen Mitgliedern bieten können?
Das ist eine schwierige Frage. Rollenspiel kann jeder auch gut bei sich daheim am Küchentisch spielen und das wahrscheinlich deutlich stimmungsvoller als bei uns. Wir bieten eine Reihe von erfahrenen Spielleitern, die gerne auch viele verschiedene Systeme anbieten. Das letzte Mal hatten wir mit Space 1889, Dungeonworld, Eclipse Phase, Marvel Heroic Roleplaying Game und Barbarians Of Lemuria eben nicht nur „Standartkost“ im Angebot.
Wir versuchen auf jeden Fall immer für jeden Teilnehmer unserer Treffen eine interessante Runde zu finden, nehmen vorab auch schon gerne Wünsche entgegen und sind bestrebt die wenn möglich auch zu erfüllen.
Verein heißt für mich auch Gemeinschaft und kameradschaftliches und faires Verhalten steht nicht umsonst in der Satzung. Gerade Neulinge werden bei uns immer an die Hand genommen und von einem unserer „alten Hasen“ betreut. Es wäre ja wirklich fatal, wenn nachher Leute wieder nach Hause gehen und nichts gespielt haben oder noch schlimmer: sich nicht erwünscht fühlen.
Und ich denke auch mit unseren beiden Vampire-Live Chroniken und der Herbstlande LARP-Con haben wir schon einiges zu bieten.
Und bevor ich es vergesse: Seit Anfang des Monats kann man nun auch in der Stadtbibliothek Mannheim Rollenspiele ausleihen. Wir helfen dort auch den Bestand zu pflegen. Wer also nicht weiß ob er sich ein Spiel anschaffen soll, oder als Schüler/Student schlicht nicht über die Mittel verfügt, kann dort hingehen. Da ist wirklich schickes Zeug dabei, ich hab auch schon was ausgeliehen.
Da möchte ich mich auch nochmal bei den Verlagen bedanken, die da großzügig gespendet haben. Allen voran der Ulisses Verlag, wo uns Michael Mingers geschätzte fünf Minuten nach der Anfrage ein riesiges Paket geschnürt hat, aber auch den Midgard Verlag, den Uhrwerk Verlag oder den 13 Mann-Verlag die uns auch alle sehr großzügig bedacht haben.

5.) Was ist deine Lieblingsfarbe dein Lieblingsrollenspiel?
Das ist eine ganz gemeine Frage! Ich bin ja jemand, der sich sehr gerne von Systemen und Settings begeistern lässt und dann am liebsten jedes Systeme ausprobiert. Ich hab ein Faible für Heredium, L5R, Scion (da hab ich über vier Jahre eine Kampagne geleitet), die alte WoD, Der Eine Ring, Cyberpunk, das neue Star Wars-Spiel, Warhammer 2nd, Hollow Earth Expedition und bin momentan sehr von System Matters mit Beyond The Wall und Kagematsu begeistert. Dazu kommen noch jede Menge Indiesysteme, die jeglichen Rahmen sprengen würden. Wenn ich mich aber wirklich für eins entscheiden müsste, würde ich mich für Deadlands Classic entscheiden. Das war auch neben DSA mit das erste System, dass ich regelmäßig gespielt habe. Die Pokerchips, die Karten, das abgefahrene Setting – es ist einfach herrlich. Ich glaub um das mal wieder spielen zu können, würd ich alles andere stehen und liegen lassen.

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