Erdenstern – Aqua

A Symphony of Life

Schon etwas länger veröffentlicht ist dieses eher besondere Projekt von der Hintergrund und Soundtrack Combo Erdenstern namens Aqua. Für die nicht Lateinkenner unter euch: das heißt Wasser. Wasser war ja schon mal Thema bei Erdenstern mit Into the blue, aber hier haben wir ein Machwerk, welches mehr in die Tiefe geht und weniger für wilde Schiffskämpfe oder Piratenabenteuer auf dem Meer gedacht ist. Es geht mehr um das was unter dem Meer liegt. Das Unbekannte. Die Tiefe.
Aber dieses Album hat noch eine zweite Besonderheit. Und zwar gehen vom Erlös des Verkaufs 10% an eine Wal- und Delfinforschung, die Cetacean Research & Rescue Unit aus Schottland, bei der ein Mitglied von Erdenstern auch aktiv ist (und sogar schon vor Ort mitgeholfen hat).

Auf der CD sind 22 Stücke mit einer Gesamtspielzeit von 79:56 Minuten. Auch hier gibt es, wie bei Erdenstern üblich, Adjektive neben den eigentlichen Namen der Stücke um dem Hörer schon vorab zu sagen, in welche Richtung das Lied denn gehen wird und für was er dieses einsetzen kann. Wobei man hier sagen muss, dass die Adjektive zwar da sind, aber die Stücke selbst ob des gemeinsamen Themas doch recht ähnlich sind (was soll etwa der Unterschied zwischen schwebend und treibend sein?) Wie meist üblich wird die CD in einem Jewelcase (und zwar der neueren Bauart mit schicken runden Ecken) zusammen mit einem Booklet verkauft, in dem ein paar Hintergründe zu den Stücken zu finden sind.

Folgende Lieder sind auf der CD enthalten:

The Ocean (1:58) – einleitend
The Origin of Life (4:00) – episch, erwartungsvoll
Shallow Waters (3:18) – fließend, schwebend
The Dolphins’ Coast (3:52) – rhythmisch, lebendig
Exciting Chase (3:30) – imposant, schnell
Strong Current, Large Shoals (3:54) – gleitend, treibend
Off Shore (3:40) – sanft, fließend
Sinking (2:55) – sphärisch, ruhig
Aquatic Life (3:46) – anmutig, getragen
Deeper (3:48) – geheimnisvoll, unwirklich
Predators (3:06) – kaltblütig, urtümlich
Streams and Storms (3:50) – drängend, gefährlich
Kings of the Deep (4:45) – anmutig, majestätisch
Beyond the Rays of the Sun (2:15) – unwirklich, ungewiss
A Light in the Dark (5:54) – hoffnungsvoll, verheißend
Kraken (3:20) – fremdartig, unerbittlich
Black Smokers (2:06) – verheißungsvoll, rhythmisch
Like Demons and Fairies (3:20) – unheimlich, bezaubernd
Abyss (4:09) – mächtig, anmutig
Pitch Black (3:20) – einsam, verloren
Is There Anything Beyond? (3:50) – fragend, unwirklich
The Last of Their Kind (4:23) – hoffnungsvoll, sich steigernd

Eines vor weg, die Lieder unterscheiden sich weniger als jene der anderen Erdensternsoundtracks – aber das ist überhaupt nicht schlimm. Denn es geht nun mal um ein Abenteuer unter dem Meer und da ist zumindest die Umgebung ja schon überall recht gleich, nämlich nass. Dennoch ist es natürlich mit nichten alles ein und dasselbe, sondern oftmals eine wunderbare Variation von schon gehörtem. Man erkennt bei einigen Stücken die Inspiration – Kenner von längst vergangenen Computerspielen werden sich wohl bei Like Demons and Fairies an ein sehr bekanntes Theme erinnern – oftmals ist es aber einfach wirklich fremd was man da zu hören bekommt. Das liegt natürlich zu einem Großteil an den verwendeten Instrumenten, die alle relativ sphärisch klingen, aber auch an den Melodien an sich (die übrigens trotz fehlendem Gesang durchaus auch einen Ohrwurm erzeugen können).
Die für Rollenspieler spannende Frage ist natürlich, ob sich diese CD auch für ihr Lieblingshobby einsetzen lässt. Das muss man mit einem ganz klaren Jein beantworten. Die Stücke auf dieser CD sind definitiv etwas besonderes und dadurch nicht einfach so für den Hintergrund geeignet. Was man damit natürlich machen kann sind Szenen in etwas sehr Fremdem. Eben die Erforschung von einer alten, überfluteten Anlage (etwa in Myranor), oder aber natürlich auch im Weltraum. Die zweite Art von Szenen sind epische Verluste. Da die meisten Stücke von der Tendenz her eher in die etwas traurige, melancholische Richtung gehen, eignen sie sich wunderbar um etwa eine Szene zu untermalen in der die Charaktere ihren liebsten NSC an den Drachen verlieren, oder ein Mit-Charakter aus der Gruppe scheidet oder etwas ähnliches. Dafür findet man meist nicht ganz so leicht ein passendes Stück, dass nicht gleich total theatralisch daher kommt.
Einen Beispieltrack findet ihr übrigens wie immer auf der Homepage der Band.

Fazit:
Hier haben wir einen Soundtrack der recht einfach mit einem Wort beschrieben werden kann: Schön. Zwar oft traurig, aber man bekommt schon beim Anhören das Gefühl von den Weiten unterhalb der Meeresoberfläche und den Geheimnissen, die dort verborgen sind.
Außerdem könnt ihr beim Kauf dieser CD auch noch etwas Gutes für die Wale und Delfine tun (was ein guter Grund mehr ist sich diese CD zuzulegen – auch wenn man gerade keine Rollenspielrunde hat – dieser Soundtrack möchte auch einfach nur so angehört werden).

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