Splittermond – Schnellstarter

Ein erster Eindruck

Auch zu Splittermond ist ein Schnellstarter auf der RPC veröffentlicht worden. Scheint das Jahr der Schnellstarter zu sein. Und wie die beiden vorherigen Schnellstarter enthält auch dieser eine Übersicht über Hintergrund, Regeln, ein kleines Abenteuer und Beispielcharaktere. Ebenso fehlt das obligatorische „was ist Rollenspiel“ natürlich nicht.

Hintergrund und Regeln
Der Hintergrund wird ganz kurz angerissen, ganz kurz, weil eigentlich zur Geschichte bloß erzählt wird, dass von 1000 Jahren einer der Monde auf den Planeten gefallen ist und seitdem die unterdrückten Sklavenvölker über den Kontinent auf dem das ganze spielt, herrschen. Zu diesem Kontinent gibt es einen grobe Karte ohne Städte und für die einzelnen Regionen blumige Beschreibungen was da so Sache ist und welches Thema vorherrscht.
Die Regeln sind in zwei Abschnitte aufgeteilt. Zum einen die Werte des Charakters, zum anderen der Kampf und ein wenig die Magie. Das System selbst wird mit 2W10 gewürfelt und für eine Probe immer auf Fertigkeit plus zwei Attribute gewürfelt. Gewürfelt heißt in diesem Fall, die Summe des Wurfes mit den drei Werten summieren und dann über einen Wert gelangen. Je nach dem wie gut man darüber ist, erhält man Bonuspunkte. An Attributen hat es 9 verschiedene, an Fertigkeiten für die unterschiedlichsten Tätigkeiten sind alleine in diesem Buch schon 32 (incl Magie) aufgeführt, obwohl das laut Text noch längst nicht alle sind. Zu jeder dieser Fertigkeit gibt es übrigens nochmals Spezialisierungen, die einen in einem Spezialgebiet noch besser machen. Dafür sind ebenso Beispiele genannt und auch das sind eine Menge.
Das Kampfsystem ist ein Ticksystem, bei welchem je nach Handlung der Spieler auf einer Zeitleiste vorrückt und immer der nächste in der Leiste dran ist. Im Kampf wird für die Initiative nur noch 1W10 geworfen und bei einem Angriff würfelt man mit der Waffenfertigkeit gegen den Verteidigungswert des Gegners. Dieser kann sich allerdings auch entscheiden, aktiv zu verteidigen, was durch einen Wurf eventuell diesen Wert erhöht. Abgerundet wird der Abschnitt mit Aktions-, Waffen- und Rüstungstabellen in denen steht wie lange das jeweilige Benutzen dauert.
Das Magiesystem wird nur ganz grob angerissen, in dem erwähnt wird, das der Fokus dafür benutzt werden muss, aber was genau ein Fokus ist, wird nicht erwähnt, nur das er sich erschöpfen und verzehren kann. Dafür allerdings Beispielzauber für die erwähnten Magieschulen, wie etwa Feuermagie oder Naturmagie.
Am Ende gibt es noch einen kleinen Ausblick auf kommende Produktionen.

Hmm.. ein W10 System mit zwei Würfeln um in der Summe einen bestimmten Wert zu erreichen. Ist jetzt sicherlich nichts neues und gab es schon oft auch mit anderen Würfelarten. Es müssen dann pro Wurf fünf Werte addiert werden, was natürlich auf einen Blick nicht sofort erlaubt zu sehen ob man gewonnen hat. Dafür kann man aber bei den Fertigkeiten in speziellen Fällen mit Sicherheit die Attribute tauschen um es der Situation anzupassen. Ob man denn dann auch die Drölfzigtausend Fertigkeiten (nicht zu sprechen von den alleine in diesem Starter gefühlten 300 genannten Spezialisierungen) benötigt ist dabei natürlich ein anderes Blatt. Man fragt sich eh warum denn eine Aufteilung in Geschicklichkeit und Beweglichkeit sein muss, wo das doch in der Regel zusammen gefasst wird (Ja.. bei DSA ist das auch getrennt).
Das Kampfsystem ist wohl jedem bekannt, der schon einmal Scion gespielt hat. Nur das Splittermond wohl nicht völlig das gleiche anbieten wollte und daher einfach eine lange Liste anbietet, bei dessen Ende man oben wieder anfangen mag – bei Scion ist es ja gleich ein Kreis – wobei es hinten auf der Rückseite des Starters einen Kreis um die aufgedruckte Karte gibt (für Stecknadeln oder so, von der Größe her). Die Ticks für einzelne Waffen und Aktionen werden vermutlich noch geändert werden. Ansonsten ist es wohl als durchaus komisch einzustufen, dass ein Langbogen mit Pfeil auf die Sehen legen und (kurzem) Zielen ähnlich schnell ist, wie mit der Axt zu zuschlagen.
Das Magiesystem mit Schulen dürfte dem einen oder anderen aus diversen Computerrollenspielen bekannt vor kommen. Ob man denn dann auch alle Schulen lernen kann oder nur bestimmte und wie das genau mit dem Zaubern läuft ist leider nicht erwähnt. Aber man hat ja auch nur begrenzt Platz in so einem Starter. Allerdings scheint es durchaus geplant zu sein, dass jeder Magie wirken kann. Egal ob ausgebildeter Ritter oder eben reiner Magier vom Konzept her, was irgendwie schnell zu einer Runde von Alleskönnern wird, wenn man mit den falschen Leuten spielt. Aber vielleicht steht hier auch einfach nur entsprechendes dazu nicht drin.
Vorteile scheint es in Form von Besonderheiten zu geben – diese sind aber nur aus den Beispielcharakteren ersichtlich. Nachteile hingegen gibt wohl in der Welt nicht. Alles eitler Sonnenschein.

Abenteuer und Charaktere
Die Helden kommen auf ihrem Weg zu einem kleinen Dorf am Rande eines Sumpfes. Da die Nacht langsam herein bricht, könnte man dort rasten, doch zuvor muss noch der ausgebrochene Stier eingefangen werden. Ist das erledigt, kann man es sich im Gasthaus gemütlich machen. Des nächtens wird dieses jedoch von einer Gruppe Rattlinge angegriffen und die Helden sollten diese vertreiben. Doch gegen Ende des Kampfes taucht ein weiteres Monster auf, das sich nicht besiegen lässt, aber sich dann doch mit einem RattlingJHGGH begnügt.
Die Dorfbewohner bitten die Helden sich um das Monster zu kümmern, welches ziemlich gut auf eine alte Legende der Gegend passt. Am nächsten Morgen machen sich dann die Helden auf in Richtung Sumpf zu dem Ort in der Legende. Auf dem Weg treffen sie das Lager der Rattlinge und können tatsächlich das Monster, eventuell nach einer weiteren Kampfszene mit Spinnen, in seinem Lager stellen. Nur muss die Legende richtig gedeutet und das Monster mit speziellen Objekten wieder gebunden werden. Haben die Helden das erledigt, ist das ganze Dorf ihnen sehr dankbar.
Im Anschluss gibt es dann die sieben Beispielcharaktere je auf einer Seite beschreiben auf der anderen mit Werten versehen.

Das Abenteuer ist – ganz abseits davon, dass es ein nettes und gut gefertigtes ist – für ein Testabenteuer im Grunde viel zu ausführlich. Es ist nicht einfach ein ‚wir zeigen den Kampf und das was besonders ist‘ – nein, es musste ein vollständiges kurzes Abenteuer mit großer Handlung, Rätsel und Kämpfen (Plural) sein. Warum? Klar, es ist immer nett ein Abenteuer so schön ausgearbeitet zu haben, aber hätte es nicht auch einfach ein nächtlicher Rattlingsüberfall getan? Muss da noch ein Kampf mit Spinnen und Krähenmonster dazu kommen um zu zeigen wie das System gedacht ist?
Klar, kann man dann schon richtig los starten und wie gesagt, handwerklich spricht wirklich nichts gegen dieses Abenteuer. Dennoch hätte man mit weniger Inhalt deutlich mehr Hintergrund oder Regeln einfügen können, bei dann gleicher Seitenanzahl.
Die Charaktere sind definitiv einen Blick wert und geben enorm viel Anreiz sie mal ausprobieren zu wollen. Im Grunde schon zu viel Anreiz, da die Beschreibungen mehr wirken, als hätte man den Beginn eines Romans vor sich liegen und würde gleich die Geschichte der sieben lesen können. Ob das ganze ausgewogen ist, wird jede Runde selbst feststellen müssen, es schaut aber aus, als wären die Werte sehr passend für das Abenteuer, was ja genau das ist, was man haben möchte.

Fazit:
Naja, er ist kostenlos. Also kann man ihn alleine deswegen mal mitnehmen. Außerdem enthält er ein gutes Abenteuer, was man leicht auf jedes andere Fantasysystem ummünzen und in seiner Runde spielen kann und einen Haufen interessanter Charaktere, bei denen man Ideen mitnehmen kann, selbst wenn man kein Interesse an Splittermond (dessen Logo irgendwie aussieht wie ein riesen Pacman!) hat. Hat man wenigstens einen Fitzel Interesse, so sollte man zusehen, dass man das Ding in die Finger bekommt um dann den Autoren Feedback geben zu können. Denn noch ist alles Beta und nicht fest gestrickt. Noch können die Spieler aktiv zur Regelgestaltung etwas sagen (und tun es dank des Starters auch schon fleißig). Also los! Hingehen, lesen, Feedback geben!

3 Kommentare zu Splittermond – Schnellstarter

  1. Cannot unsee pacman…

  2. Also irgendwie riecht das, als sollte Splittermond „hauptsache nicht so wie DSA“ werden – und ist jetzt ein ähnlich schwerfälliger Molloch (300 Spezialisierungen?! WTF) nur mit anderen, auch nicht guten Regeln.

    Wenn ich Feedback geben sollte wäre es ein „Macht Splittermond bloß nicht so wie DSA und nehmt Euch die Zeit das Grundkonzept noch mal einzustampfen – die Hinterrgundwelt klingt aber sehr fein!“

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