Soundtracks im Rollenspiel

Ein paar Gedanken zum Musikeinsatz

Ich nutze gerne musikalische Unterstützung im Rollenspiel. Ich stelle meinen Spielern gerne einen Soundtrack zusammen, oder untermale bestimmte Szenen mit Musik um bei meinen Spielern eine bestimmte Stimmung zu erzeugen. So auch im Moment bei meiner mir zugelaufenen Dark Ages: Vampire Chronik. Man mag sich ja fragen warum sich noch die Mühe machen, wenn es doch zu jedem Thema mittlerweile Rollenspielsoundtracks und zur Not auch Filmsoundtracks gibt. Lasst mich da mal ein wenig erzählen.

Ich höre gerne Musik. Habe ich schon immer, und seid ich zurückdenken kann erzeugt Musik – entweder durch die Musik selbst oder durch den Gesang bzw. den Text – Bilder in meinem Kopf, und wenn ich Bilder sage meine ich einen Leinwandfüllenden Kinofilm inklusive special effects. Das Ergebnis ist das wenn ich tatsächlich mal nicht reine Improvisation betreibe man aus meinen Notizen zum Teil sehr deutlich herauslesen kann was ich mir in dem Moment angehört habe. Ich habe mal eine komplette Kampagne basierend auf das Iron Maiden Album Seventh son of a seventh son geleitet.

Was für mich auch sehr gut funktioniert ist wenn ein Lied in meinem Kopf hängen bleibt und dort zu einer Szene in einem Abenteuer wird für eine Runde die ich gerade leite. Orgys Fiction (Dreams in digital) hat zu einer sehr schönen Szene mit einer KI bei einem Cyberpunk 2020 Abenteuer geführt.

Auf der anderen Seite nutze ich gerne Musik um eine bestimmte Stimmung für Szenen zu untermalen – dunkle, ruhige und bedrohliche klassische Musik für den hinterhältigen CEO der gerade als Antagonist auftritt, industrial und EBM für die Szene mit dem Vampir vom Clan Brujah im Club, und Zwölftonmusik zusammen mit dem Soundtrack zu Silent Hill wenn der wahnsinnige Prophet in der Zwangsjacke gruselige Vorhersagen macht. Einfach Musik, die auf der einen Seite eine emotionale Reaktion auslösen soll und auf der anderen den Spielern ein Gefühl dafür geben soll was sie gleich erwartet. Parallel dazu funktioniert auch die Soundtrack-CD sehr gut – man stellt eine CD zusammen mit Liedern welche die Charaktere „umschreiben“, wichtige Locations innerhalb der Kampagne, und so weiter und sofort. Diese gibt man dann entweder den Spielern mit zum zuhause anhören und auf das Spiel einstimmen, oder lässt sie beim Spielen leise im Hintergrund laufen um eine angemessene Atmosphäre zu erzeugen.

Womit ich persönlich weniger gerne arbeite sind die eingangs erwähnten „Rollenspielsoundtracks“. Die Musikauswahl bzw. Komposition ist zwar in der Regel gut, aber ich persönlich habe immer das Problem, das ich entweder meine Kampagne auf die Musik zuzuschneiden versuche, oder die Musik auf Dauer nicht zu meiner Kampagne passt – ich nutze solche Alben also eher als Steinbrüche von denen ich einzelne Tracks „entwende“ um meine eigenen Kompilations zu erzeugen. Hier mal zum Abschluss der Soundtrack für meine DA:V-Kampagne. Ja, manche Tracks sind bewusst anachronistisch gewählt:

1.) Der Hafen Konstantinopels (George Fenton – Frozen Oceans)
2.) Tzimisce (Paralysed Age – Bloodsucker 2000)
3.) In der Gegenwart Michaels (In the Nursery – Cathedral of Thought)
4.) Lasombra (Seraphim Shock – Prey)
5.) Das Lateinerviertel (Basil Poledouris – Riddle Of Steel / Riders Of Doom)
6.) Ventrue (The Crüxshadows – Sophia)
7.) Malachite (Murray Gold – This is Gallifay)
8.) Kappadozianer (Dreadful Shadows – Funeral Procession)
9.) Der Schatten Roms (Jeff Beal – The Ram has touched the Wall)
10.) Toreador (Ultravox – The Voice)
11.) Via Caeli (Qntal – Stellar Splendens)
12.) Via Peccati (Elliot Goldenthal – Armand’s seduction)
13.) Via Noctis (Akira Yamaoka – Fear of the dark)
14.) Via Ossium (Janus – Das Land unter dem Bett)
15.) Via Humanitas (Estampie – O Fortuna)
16.) Der Schatten der Zukunft (Clint Mansell – Xibalba)

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*