Dune: Die Ketzer des Wüstenplaneten

Eine Romanbesprechung von Infernal Teddy

Eines meiner Jahresprojekte für dieses Blog ist eine so vollständig wie mögliche Reihe von Rezensionen der Dune-Romane, sowohl der ursprünglichen Roman von Frank Herbert als auch der Fortsetzungen, Prequels und Prequels der Prequels von seinem Sohn Brian Herbert und dem berühmt-berüchtigtem Star Wars-Autor Kevin J. Anderson. Ich werde dabei innerhalb des Settings chronologisch vorgehen, sprich nicht in der Veröffentlichungsreihenfolge. Erinnern wir uns also: “A beginning is a very delicate time…”

Legends of Dune:
Butlers Djihad
The Machine Crusade
The Battle of Corrin

Schools of Dune:
Sisterhood of Dune

Prelude to Dune:
Das Haus Atreides
Das Haus Harkonnen
Das Haus Corrino

Dune:
Der Wüstenplanet
Der Herr des Wüstenplaneten
Die Kinder des Wüstenplaneten
Der Gottkaiser des Wüstenplaneten

Heroes of Dune:
Paul of Dune
The Winds of Dune

So. Ich gebe zu, das hat jetzt etwas länger gedauert, aber da sind wir wieder bei einem weiteren Band aus der Feder von Frank Herbert, dem Fünften von sechs Teilen seiner ursprünglichen Dune-Romane. Wir nähern uns auch dem Ende unserer Rezensionsreihe mit rasenden Schritten. Wir erinnern uns kurz – am Ende des letzten Romans, Der Gottkaiser des Wüstenplaneten, hatte der Ghola Duncan Idaho und der jüngste Spross der Familie Atreides, Siona, Leto II., dem wurmartigen Gottkaiser nach fast drei ein halb Jahrtausenden getötet. Seid diesen Ereignissen sind zu Beginn von Die Ketzer des Wüstenplaneten 1500 Jahre vergangen, und das alte Imperium der Corrinos und der Atreides ist durch die sogenannten Hungerjahre und der darauf folgenden Heimkehr der Völker der Diaspora grundlegend verändert worden.

Der Roman eröffnet in einer abgelegenen Festung der Bene Geserit auf dem Planeten Gammu – eine Welt, welche früher den Namen Giedi Primus trug. Dort zieht die Schwesternschaft einen neuen Ghola von Duncan Idaho heran, eine Fortsetzung des Programms von Leto II. Doch dieser Ghola ist anders, seine Reflexe und körperlichen Werte wurden von den Bene Thleilax angepasst, was die Schwesternschaft dazu zwingt den Ghola in Idahos alten Heimat aufzuziehen. Doch die Schwesternschaft traut dem Frieden und vor allem den Heimkehrenden nicht, und so wird der größte Feldherr der Bene Geserit, Miles Teg, reaktiviert um das Ghola-Projekt zu schützen. Und dieser Schutz wird dringend benötigt, denn kurz nach seiner Ankunft kommt es zu einem großangelegtem Angriff dem nur Miles, der Idaho-Ghola und die Ehrwürdige Mutter Lucilla entkommen können.

Zur gleichen Zeit entdeckt die Priesterschaft des Zerlegten Gottes auf dem Planeten Rakis (Dem früheren Arrakis) ein merkwürdiges Kind, welches scheinbar mit den zurückgekehrten Sandwürmern kommunizieren kann. Dieses Mädchen, Sheeana, wird auch zum Ziel mehrerer Verschwörungen, und sowohl die Bene Thleilax als auch die Bene Geserit wollen sie zu einem Teil ihrer Pläne machen. Doch es gibt einen gnadenlosen Feind von jenseits des Bekannten Universums, welcher nach und nach alle alten Zentren der Macht vernichtet oder erobert, und welcher sich zum Ziel gesetzt hat das Alte Imperium zu erobern und all jene zu vernichten welche diesen Plänen gefährlich werden könnten: die Geehrten Matres. Im Angesicht dieser Gefahr rotten sich selbst die Thleilaxu und die Schwesternschaft zusammen, in der Hoffnung so ihr Überleben sichern zu können. Gleichzeitig wird deutlich das der Duncan Idaho-Ghola wesentlich mehr ist, als seine Schöpfer sich vorgestellt haben. Als sich am Ende alle Kräfte auf Rakis konzentrieren kommt es beinahe zur Katastrophe, denn die Geehrten Matres legen es darauf an, den Wüstenplaneten in einen Ball aus Schlacke zu verwandeln.

Fazit:
Frank Herbert ist mit Die Ketzer des Wüstenplaneten ein Kunststück gelungen, das nur wenigen Autoren gelingt – er hat seine Welt komplett neu erschaffen, ohne das sie dadurch unerkenntlich wird. Das Dune-Universum wird in diesem Roman plötzlich ganz neu, aber die alten Spuren sind noch da. Gleichzeitig legt Herbert hier auch den Grundstein für eine neue Geschichte, welche auf die Auswirkungen der Herrschaft des Gottkaisers eingeht, und dabei auch den Erfolg seines Goldenen Pfades darstellt. Im Gegensatz zum Vorgänger, Der Gottkaiser des Wüstenplaneten, ist die Handlung eigentlich verständlicher, was aber dadurch wieder relativiert wird das hier mehrere komplexe Handlungen parallel verlaufen und sich zum Teil verschoben gegenseitig beeinflussen. Nächstes mal widmen wir uns aber dem Ende des ursprünglichen Dune-Zyklus, Die Ordensburg des Wüstenplaneten. Danach allerdings folgen noch die letzten beiden Romane der beiden Schmierfinken…

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