Dune: Die Kinder des Wüstenplaneten

Eine Romanbesprechung von Infernal Teddy

Eines meiner Jahresprojekte für dieses Blog ist eine so vollständig wie mögliche Reihe von Rezensionen der Dune-Romane, sowohl der ursprünglichen Roman von Frank Herbert als auch der Fortsetzungen, Prequels und Prequels der Prequels von seinem Sohn Brian Herbert und dem berühmt-berüchtigtem Star Wars-Autor Kevin J. Anderson. Ich werde dabei innerhalb des Settings chronologisch vorgehen, sprich nicht in der Veröffentlichungsreihenfolge. Erinnern wir uns also: “A beginning is a very delicate time…”

Legends of Dune:
Butlers Djihad
The Machine Crusade
The Battle of Corrin

Schools of Dune:
Sisterhood of Dune

Prelude to Dune:
Das Haus Atreides
Das Haus Harkonnen
Das Haus Corrino

Dune:
Der Wüstenplanet
Der Herr des Wüstenplaneten

Heroes of Dune:
Paul of Dune
The Winds of Dune

So, da wären wir also. Die Kinder des Wüstenplaneten. Wieder bei den Romanen von Frank Herbert, im Gegensatz zu den Werken der Ersatzschreiberlinge Brian Herbert und Kevin J. Anderwannawritestarwars. Wir erinnern uns: Muad’dib war nach der Geburt seiner Kinder und dem Tod seiner geliebten Chani in Der Herr des Wüstenplaneten blind in die Wüste hinausgegangen, und hatte seine Schwester Alia als Regentin des Imperiums hinterlassen, mit dem wiederhergestellten Duncan Idaho und der Scheinehefrau Muad’dibs, Irulan, an ihrer Seite. Doch nun stellt sich die Frage was aus Leto II. und Ghanima, den Atreides-Zwillingen werden soll, und ob sie sich in die selbe Falle begeben werden wie es Paul Muad’dib tat – oder ob sie in die selbe Falle tappen werden wie ihre Tante Alia.

Der Roman eröffnet neun Jahre nach dem Ende von Der Herr des Wüstenplaneten, und Lady Jessica, die Mutter von Paul Muad’dib und Alia kekehrt zum ersten mal nach Arrakis zurück – etwas, das bei den Zwillingen und auch bei Alia große Besorgnis auslöst. Denn gerüchteweise ist Jessica wieder zu den Bene Geserit zurückgekehrt. Alia fürcchtet sich vor der Bessenheitsprobe, denn als sogenannte Vorgeborene (Wir erinnern uns, sie erlangte bereits im Mutterleib das volle Bewußtsein als ihre Mutter eine Gewürzüberdosis zu sich nahm) läuft sie gefahr, durch eines der Bewußtseine aus ihrer Vergangenheit kontrolliert zu werden. Leto und Ghanima dagegen fürchten etwas viel gefährlicheres – Die Schwesternschaft versucht noch immer, die Kontrolle über die Atreides-Gene zu erlangen, und glaubt eine Verpaarung der Geschwister erreichen zu können. Und gleichzeitig planen die Corrinos, die ehemaligen Herren des Imperiums, einen tödlichen Anschlag auf die Zwillinge, in der Hoffnung dadurch wieder den Thron erlangen zu können.

Doch wie immer greifen Pläne in Pläne, welche in Pläne greifen: Jessica ist davon überzeugt das ihre Enkelkinder möglicherweise eine Gefahr darstellen, und will Leto II. von Gurney Hallek und seinen Schmugglerfreunden prüfen lassen, während gleichzeitig Kräfte im Imperium aktiv sind, welche versuchen das Imperium der Atreides zu zerschmettern. Alias Besessenheit wird immer deutlicher, und auch die Person die sich unterworfen hat, der Geist des verstorbenen Baron Harkonnen, welcher von ihr vor langer Zeit getötet worden war. Ein geheimnisvoller blinder Prediger aus der Wüste tritt immer wieder auf, welcher vielleicht oder vielleicht auch nicht Muad’dib ist, und sein eigenes geheimnisvolles Spiel mit den Häusern spielt. Doch als sich die verschiedenen Intrigen zuspitzen und die Zwillinge sich darauf vorbereiten, die ersten Schritte auf den Secher Nbiw – dem Goldenen Pfad – zu tun geschieht das unfassbare: Leto II. fällt in der Wüste einem Anschlag der Corrinos zum Opfer, und löst damit eine Kette der Gewalt aus die nur zur Zerstörung des Imperiums führen kann.

Fazit:
Okay, eines direkt vorweg: Wer nicht vorher Der Wüstenplanet und Der Herr des Wüstenplaneten gelesen hat braucht hier gar nicht erst anzufangen. Ohne die Ereignisse und Erklärungen der ersten beiden Romane macht dieser überhaupt keinen Sinn. Nachdem das also geklärt wäre… Kinder des Wüstenplaneten ist ein Schritt weg vom eher philosophisch-politisch orientierten Herren des Wüstenplaneten hin zu einem eher actionorientierten Roman wie es Der Wüstenplanet war. Wobei ich bewusst orientiert sage, denn keiner der Vorgänger war wirklich ein Actionroman. Auch sollte man nicht erwarten das der Mystizismus der ersten Romane hier aufgegeben wird – gerade wenn es um Leto und seine Pläne geht wird immer wieder auf die Mythologie des ersten Romans und die philosophischen Diskurse des Zweiten zurückgegriffen. Dennoch ist Kinder des Wüstenplaneten ein hervorragender Roman, und ein würdiger Abschluss der ursprünglichen Trilogie. Viele Leser beenden ihre Lektüre der Dune-Reihe auch an dieser Stelle, aber wir werden demnächst hier weitermachen mit Der Gottkaiser des Wüstenplaneten.

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