Die Suche nach WondLa

Ein illustrierter Roman von Tony DiTerlizzi

Eva Neun ist noch nie an der Oberfläche gewesen. Die gesamten 12 Jahre ihres Lebens hat sie im Inneren des Refugiums verbracht. Nicht alleine natürlich. Muddr war immer für sie da, wenn etwas war und wie „Müddr“ so sind, auch manchmal nervig und lästig. Denn zu gerne hätte Eva auch mit anderen Kindern gespielt, denn das es andere Menschen irgendwo geben muss, dafür hat sie den Beweis. Ein altes Foto, welches sich im Vorratslager finden ließ als Eva noch kleiner war. Darauf sind ein Kind, ein Roboter wie Muddr und ein Mann abgebildet. Und die Buchstaben Wond La. Deswegen ist Eva umso mehr davon zu begeistern irgendwann endlich mal an die Oberfläche zu kommen und findet die ganzen Vorbereitungskurse lahm und unnötig. Als dann jedoch eines Abends jemand unbekanntes in das Refugium eindringt und Muddr Eva darauf drängt an die Oberfläche zu fliehen, hätte sie doch gerne noch bessere Vorbereitung gehabt. Denn seltsamerweise ist an der Oberfläche nichts, wie es der Holoraum gezeigt hat. Die Pflanzen schauen komisch aus und die Bäume laufen spazieren. Auf ihnen sitzen sechsflüglige Vögel und der blöde Omnipod kann einfach nichts davon identifizieren. Glücklicherweise trifft Eva auf Zigg, ein ebenfalls un-identifizierbares, aber wenigstens sprachbegabtes Wesen, welches kurzfristig Unterschlupf in einem Nachbarrefugium gefunden hat. Doch der Jäger, welcher in Evas Refugium eindrang ist noch immer hinter ihr her und hat weit mehr Kenntnisse über diese seltsame Welt als sie.

Der Roman ist nicht nur ein reines Buch zum Lesen, sondern auch eines zum Anschauen. Der Autor hat nämlich nicht nur Worte verwendet um die Geschichte zu transportieren, sondern auch jede Menge wirklich hübsche Bilder. Es gab wohl auch mal die Möglichkeit mit dem Buch und den darin enthaltenen Bildern eine interaktive Karte zu nutzen, aber diese ist inzwischen leider abgeschaltet worden. Grundsätzlich ist dieser Roman nur der erste Teil einer Trilogie um jenen seltsamen Planeten, auf den Eva hinaufklettert. Der Autor schafft es hier eine äußerst fremde Welt zu bauen, die wenig Vertrautes enthält. Die Pflanzen sind seltsam, die Tiere sind seltsam und die intelligenten Bewohner erst recht. Und dabei hat ja Eva das Überleben auf dem Planeten Erde gelernt mit den Gefahren die es dort bzw hier gibt. Der Leser selbst wird vor dieselben Rätsel gestellt wie Eva, nämlich zum einen wer Eva eigentlich ist und warum sie nur von einem Roboter begleitet alleine in einem unterirdischen System aufwachsen muss und zum anderen warum denn dann die Welt da draußen nicht die Erde ist, wie es Eva immer erzählt wurde und auch ihr Computer (der Omnipod) meint. Letzteres wird im Buch tatsächlich geklärt, ebenso was genau WondLa ist, wird hier aber natürlich nicht verraten. Ersteres wird dann in den restlichen Büchern erklärt.
Auch wenn das Alter des Kindes und die Sprache den Roman relativ leicht als Jugendbuch (und zwar für jüngere Jugendliche) identifiziert, ist es dennoch – wie oft in diesem Genre – auch für Erwachsene gut zu lesen und nicht im geringsten irgendwo kindisch. Und für Rollenspieler natürlich doppelt interessant, da man sich hier sehr gut ein Beispiel daran nehmen kann, wie anders man eine Welt bauen kann, wenn man nur möchte.

Fazit:
Wer gerne etwas seltsam anmutende Welten erkundet und auch noch gerne hübsche Bilder davon betrachtet wird bei diesem Roman nicht viel falsch machen.

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