Der Zeitsprung

Ein Roman von Robert A. Heinlein

Der Zeitsprung von Robert A Heinlein

Hugh ist Familienvater, hat aber für den Fall der Fälle vorgesorgt und einen Bunker unter seinem Garten bauen lassen falls die Russen wirklich einen Atomkrieg starten sollten. Eines Abends ist die Familie zusammen gekommen, Familie heißt in diesem Fall Hugh und seine alkoholsüchtige Ehefrau Grace, seine beiden Kinder Karen und Duke, sowie Karens Freundin Barbara und ihr Haushälter Joseph, der zwar ein Afro-Amerikaner ist, aber zu dieser Zeit in den meisten Familien wohl für seine Arbeit nicht entlohnt werden würde. Man beschließt eine Runde Bridge zu spielen und es entbrennt wieder einmal eine Diskussion über den Sinn und Unsinn eines Bunker als ein Bombenalarm im Radio gemeldet wird. Die beteiligten machen sich also geordnet auf in den Bunker zu gehen und tatsächlich schlägt kurz darauf etwas über ihnen ein. Hugh ernennt sich selbst zum absoluten Befehlshaber in dieser Situation und gerät wieder einmal mit seinem Sohn aneinander, welcher lieber demokratisch arbeiten würde – letztlich muss Hugh Joseph zur Hilfe nehmen, der Duke mit einer Waffe bedroht um entweder völligen Gehorsam oder ein Verlassen des Bunkers zu erreichen. Duke fügt sich und versucht zunächst das beste aus der Situation zu machen. Es werden Wachen eingeteilt, die allerdings nicht wirklich viel zu tun haben, da es im Bunker so heiß geworden ist, dass die Bombe und die darauf folgende, ziemlich in der Nähe eingeschlagen sein muss und ein Verlassen nun wirklich keine gute Idee wäre und zudem die Antenne des Radios kaputt gegangen ist. Während ihrer Wache kommen sich Hugh und Barbara näher, immerhin müssen sie befürchten, dass sie nur noch wenige Stunden leben werden. Der Sauerstoff wird knapp, die Hitze immer mehr und draußen ist alles verstrahlt. Nach einer unruhigen Nacht wird jedoch beschlossen das die Tür geöffnet werden muss – nur um dann statt einer verbrannten, verstrahlten Landschaft einen recht dichten Dschungel vorzufinden. Etwas irritiert beschließt aber der resolute Hausherr sofort, dass man nun ja doch überleben wird und daher beginnen sollte alles wichtige einzurichten. Nahrung muss herangeschafft werden, Wasser zum Bunker geleitet und dieser selbst wieder gerade gestellt werden. Zu Hughs Freude kündigen sich sogar Babies an, mit denen man ja die wohl ausgelöschte Menschheit wieder aufbauen könnte.
Doch nicht alles läuft mitten in der Wildnis so glatt wie es könnte und als dann eines Tage Fluggleiter auftauchen wird schnell klar, dass wohl doch noch Menschen überlebt haben. Doch die Gesellschaft hat sich stark gewandelt…

Bei diesem Roman muss man zwei Sachen beachten: Zum einen ist er ein Kind seiner Zeit und von den heutigen Ansichten teils merkwürdig weit entfernt, zum anderen haben die Übersetzer keine besonders gute Arbeit geleistet. Beides führt dazu, dass der Roman vielen wohl keinen großen Spaß machen wird. Da gibt es den herrischen Familienvater, welcher aber von der Geschichte dennoch als Held geführt wird, der ja nur das Beste für seine Familie möchte (wobei Familie wohl ein sehr dehnbarer Begriff ist, denn für seine Frau hat er nicht viel über und seinen Sohn hält er für absolut verzogen). Er ist der Ansicht, dass man Menschen nicht nach ihrer Hautfarbe beurteilen sollte, die Welt um ihn herum tut das jedoch permanent. Sei es sein Sohn, für den Joseph nur ein „Nigger“ ist oder die später auftretende Gesellschaftsform der Welt.
Hugh selbst ist allerdings nicht wirklich wissbegierig, denn in jener Gesellschaftsform angelangt, versucht er zwar für sich (und für Barbara) das Beste zu erreichen, versucht jedoch nie wirklich etwas über die neue Welt herauszufinden. Diese Eigenschaft führt natürlich dazu, dass auch der Leser praktisch nichts über die Welt erfährt und sich der Autor auch keine großen Konstrukte bauen muss um bestimmte Verhaltensweisen und Techniken zu erklären – schade ist das aber schon.
Ohne zuviel verraten zu wollen ist die neue Gesellschaftsform alles andere als freundlich und wirklich fortschrittlich wirkt sie ebenfalls nicht, was sich dann jedoch ganz am Ende ändert, als plötzlich doch tolle Technik beherrscht wird um wohl die Geschichte wieder rund zu machen.

Für Rollenspieler kann die Idee der neuen Gesellschaft eine Anregung bilden um ein postapokalyptisches Setting aufzuziehen – oder die gesamte Geschichte als Anregung für eine kurze Kampagne.

Fazit
Wer gerne eine etwas absurde Zukunftsvision zumindest im Ansatz kennen lernen möchte, kann sich dieses Buch einmal anschauen – Heinlein hat aber definitiv bessere Werke geschrieben.

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