Darkmook Paperminiatures

Minis aus Papier

Ob man Miniaturen am Spieltisch einsetzt ist sicherlich Geschmackssache. Hat man sich aber einmal dafür entschieden hat man einen breiten Fundus an verschiedenen Möglichkeiten. Neben den klassischen und mittlerweile manchmal sogar vorbemalten Zinn- oder Plastikmodellen sind Papiervarianten gerade in Zeiten von pdf-Shops eine kostengünstige und flexible Alternative.

Auch hier gibt es starke Unterschiede. Neben klassischen Figureflats stehen Trifolds oder Paperminiatures. Letztere unterscheiden sich dadurch, dass sie freistehend, also ohne weißen Hintergrund verwendet werden und häufig auf Basen daherkommen.

Adam Steels‘ Darkmook Miniaturen gehören zu letzteren. Die Modelle decken ein modernes bis leicht futuristisch angehauchtes Horrorgenre ab, dass mit einer leichten Comicnote versehen ist. Trotzdem können die Figuren sicherlich auch bei etwas atmosphärischen Runden zum Einsatz kommen. Der klare und Kontrastreiche Stil fällt als erstes ins Auge. Ein Verhältnismäßig breiter schwarzer Rand umgibt die Figuren und die Grafiken sind detailliert aber nicht zu kleinteilig und in kontraststarken Farben geartet sowie mit einigen Dreck und Bluteffekten versehen. Vorder- und Hinterseite sind dabei voll ausgestaltet.
Der Stil ist dabei nicht nur eine Geschmacksfrage sondern sorgt dafür dass die Figuren gut zur Geltung kommen. Da bei freistehenden Modellen im Gegensatz zu Figureflats ein Hintergrund fehlt, kann die Fernwirkung sehr schnell verloren gehen. Farben und Umrandung können das in diesem Fall gut abfangen. Daneben sorgt die Umrandung dafür, dass leicht Klebeungenauigkeiten, ein falscher Eddingstrich (die Fuigurränder müssen nachgezogen werden) oder sogar kleine Fehlschnitte verschmerzt werden können. Der leicht dreckige Stil verstärkt dies, so dass Klebespuren oder besagter Edding das Ergebnis nicht automatisch ruinieren.
Zudem sind die Figuren so gestaltet, dass ‚Lücken‘ in den Figuren meist so angelegt sind, dass sie mit einem Cutter recht einfach freizustellen sind. Das sind Bequemlichkeiten die ein Freistellen von Figure Flats nicht bieten kann.
Darüber hinaus kommen die Figuren mit Basen daher. Diese müssen mit ein paar Knicken und Schnitten zusammengestellt werden, halten die Figuren (etwas schwereres Papier vorausgesetzt) dafür auch ohne Kleben. Das ist für den Transport besonders dienlich, außerdem müssen so nicht für jede Figur Basen gebastelt werden. Diese Basenidee kommt freilich nicht von Darkmook, sondern hat sich etwas breiter durchgesetzt. Im Gegensatz zu den üblichen Standardbasen wie man sie z.B. bei Onemonk findet, wurde hier jedoch nicht eine Grafik für alle Basen genutzt, sondern unterscheiden sich die Basen jeweils individuell. Als Grundlage dient Asphalt mit verschiedenen Fahrstreifen auf dem sich – sich leider etwas zu schnell wiederholende – Gimmicks wie Zeitungen, Gullideckel und Blutspuren. finden.
Als letzte Besonderheit ist den beiden neuesten Sets eine ‚Diorama‘ Vorlage beigelegt. Grob gesagt zwei passende Wand und eine Bodengrafik um die Modelle in Szene zu setzen.

Am wichtigsten ist jedoch sicherlich die Modellauswahl selber. Diese fällt etwas speziell aus. Wie erwähnt beschränkt sie sich auf modernen Horror und liefert dabei Zombies, etwas größere Ungeheuer und Zombiewölfe. Die Vorlagen sind dabei etwas ausgefallener und inspirierend. Aussergewöhnlich und Szenarienanregend sind so beispielsweise die Zombiehorden, die einmal als Gefangenenzombies im klassisch orangem Gefangenendress daherkommen und ein andermal als untote Rocker auftreten.
Die Modellvariation ist dabei leider nicht ganz überzeugend, da sich manche Modelle nur durch andersfarbige Kleidungsstücke oder eine Spiegelung abheben. Daraus wird jedoch auch kein Hehl gemacht, da alle Modelle auf dem ‚Cover‘ und einer ausführlichen Vorschau präsentiert werden.
Ähnliche, wenn nicht für Rollenspieler sogar größere Probleme finden sich bei den potentiellen Spielercharakteren. Hier ist die Auswahl verhältnismäßig klein, da die meisten ‚Charaktere‘ in drei Varianten vorhanden sind. Einmal in sauberer Form, einmal verwundet und ein drittes Mal als Zombie. Die Grafiken basieren dabei jeweils auf der Hauptvorlage, sind aber gut angepasst worden. Hier hätte statt drei Varianten sicherlich eine größere Variation mehr Nutzen für Rollenspieler gebracht, es soll jedoch Nachschub folgen.
Davon abgesehen ist diese Dopplung der Modelle immerhin eine andere Möglichkeit um Verwundungen oder bei ‚Magiern‘ Zaubervorbereitungen darzustellen. Die verschiedenen Formen weisen aber darauf hin, dass das Produkt nur sekundär für die Belebung von Rollenspielen gedacht ist, sondern es sich um ‚Expansions‘ zu einem vermutlich Ende des Jahres folgendes Survival-Horrorspiel handelt. Dies erklärt sowohl die thematische Einführung als auch eben diese Besonderheiten.

Preislich liegen die Figuren für den pdf-Markt verhältnismäßig weit oben. Zwar sind sie Sets mit Preisen zwischen zwei und drei Euro einzeln betrachtet im normalen Rahmen, es sind jedoch jeweils nur etwa ein Dutzend Modelle enthalten, die dazu noch einige Redundanz aufweisen. Dafür stechen die Figuren optisch hervor und sind ein interessantes Mittelding zwischen Zinnfigur und Figure-Flat.
Somit lohnen sich die Figuren wohl primär für Spieler die den Stil der Modelle mögen oder ein leicht pulpiges Modern-Horror-Setting bespielen. Ein erster umfangreicher Blick wird dafür mit zwei vollwertigen Gratissets sehr leicht gemacht.

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