Cabo

Ein Kartenspiel

Cabo ist ein simples aber forderndes Kartenspiel das gerade auch in großen Gruppen viel Reiz hat. Die eigen-illustrierten Karten vermitteln eine Mischung aus Exotik und den Beatles, enthalten aber wenig mehr als die Zahlen von 0 bis 12 ( 0 und 12 je 2x, der Rest je 4x) und drei -jeweils zwei Zahlen zugeordnete- Spielbegriffe. Dennoch hebt sich Cabo von simplen Stichspielen ab. Zwar ist das Ziel am Ende die wenigsten Punkte von allen Spielern zu sammeln, eine Kartenhand oder Reihenbauen findet man jedoch vergeblich.

Stattdessen werden jedem Spieler 4 Karten zugeteilt die er zu 2 Karten in 2 Reihen verdeckt vor sich ablegt. Dabei sind ihm jedoch nur zwei Karten bekannt. Jede Runde kann nun eine dieser Karten – egal ob bekannt oder nicht – durch eine Karte vom Ablage oder Nachziehstapel ersetzt werden. Sind gleich mehrere Karten mit identischem Zahlenwert bekannt, so können diese zusammen gegen eine einzige Karte ausgetauscht werden.
Eine vom verdeckten Nachziehstapel gezogene Karte kann ebenfalls ausgetauscht, aber auch abgeworfen oder für den etwaigigen Karteneffekt genutzt werden. Solche Kartenaktionen erlauben es, eine eigene (Peak) bzw. fremde Karte (Spy) anzuschauen oder mittels ‚Swap‘ eine eigene Karte gegen eine Karte eines Mitspielers auszutauschen.
Der Clou liegt neben den unbekannten Karten primär im Rundenende. Hat ein Spieler für sich das Gefühl mit seiner Karten’hand‘ das Spiel zu gewinnen, wird die letzte Runde eingeleitet in der jeder Mitspieler -ausser der Cabosagende Spieler selber -noch einmal die Möglichkeit eines Zuges hat, um beispielsweise mittels ‚Swap‘ das Siegerblatt zu ruinieren. Hat der Cabo fordernde Spieler danach tatsächlich (immer noch) die niedrigsten Punkte wird seine Runde mit 0 Punkten bewertet – alle anderen erhalten genau ihren Punktwert als Strafpunkte zugewiesen – täuscht er sich jedoch, so erhält er schmerzhafte zusätzliche 5 Strafpunkte. Dies führt zu einer dynamischen und teilweise unerwarteten Spieldauer die durch die Drohung der Strafpunkte wohlüberlegt sein sollte. Hat ein Spieler nach mehreren Runden mehr als 100 Strafpunkte gesammelt endet das Spiel und der Spieler mit den niedrigsten Punkten gewinnt das Spiel.

Cabo ist auf den ersten Regelblick ein simples und nicht sonderlich ausgefallenes Spiel – nicht umsonst passen alle regeln auf zwei Spielkarten. Die einfachen Mechaniken ermöglichen es jedoch das Spiel auch mit Casualgamern zu spielen und bietet trotzdem verschiedene taktische Möglichkeiten. Das Einschätzen der eigenen Karten, das Austauschen von unbekannten Karten gegen bekannte oder der Versuch niedrige Zahlen des Gegners zu ‚erswappen‘ bieten einige Entscheidungsmöglichkeiten und das hantieren mit verdeckt liegenden Karten führt zu einem sehr eigenen Spielgefühl.
Gerade wenn Spielrunden sehr groß sind (Cabo kann mit zwei Sets problemlos mit 8 Spielern gespielt werden) oder man die Kluft zwischen Gelegenheits- und Intensivspielern ausgleichen muss ist Cabo mehr als nur empfehlenswert. Denn obwohl die Regeln in wenigen Minuten erklärt sind ist es für erfahrene Spieler nicht unterfordernd und sicherlich attraktiver als herkömmliche Gelegenheitskartenspiele. Das Theme und Artwork des Spiels kann das Ganze je nach Geschmack noch einmal aufwerten.

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