Blood Bond

Eine Besprechung aus der Welt der Dunkelheit, von Infernal Teddy

Wir probieren gerade mal wieder etwas aus: diese Rezension ist das Ergebnis einer Abstimmung in Teylens Facebook-Gruppe zur Welt der Dunkelheit. Wir werden auch in Zukunft immer mal wieder fünf Bücher zur Abstimmung aufstellen, und schauen was euch, unsere Leser, interessiert.

Das erste Mal das ich Caninus in Münster besucht habe war ein halbes Jahr nachdem wir uns auf der RPC 2011 kennen gelernt hatten. Es war ihr Geburtstag, die Gelegenheit bot sich also an. Und wie jedes Jahr bis wir aus Münster weg sind feierte sie ihren Geburtstag auch mit ihrer Vampire Live Chronik, Schattenspiel Münster. Warum ich euch das erzähle? Damit ihr den Kontext dafür habt, das wir dieses Abenteuer überhaupt besitzen. Caninus bekam dieses Heft da nämlich als Geburtstagsgeschenk von einigen Spielern der Chronik, eingerahmt und mit Unterschrift von Mark Rein*Hagen versehen. Ein kleines Sammlerstück also, welches wir hier besprechen werden, welches 1991 erschien und danach nicht wieder aufgelegt wurde – und welches möglicherweise den ersten Auftritt des Sabbat darstellt. Neugierig geworden? Wir auch, weswegen wir uns jetzt zusammen dieses Heft ansehen werden.

Blood Bond ist tatsächlich nur ein Heft, mit einem Umfang von 32 Seiten, wobei es die Innenseiten des Umschlags noch mitbenutzt. Der Umschlag ist aus dünner Pappe oder stabilem Papier (So ganz kann ich das nicht unterscheiden, irgendwo an der Grenze halt), während das Heft selbst auf normalem Papier gedruckt wurde. Das Heft selbst ist komplett in Schwarz / Weiß gehalten, lediglich die Innenseiten des Umschlags wurden in Magenta bedruckt. Die Illustrationen wurden fast alle von John Bridges angefertigt, und entsprechen bei weitem nicht dem Standard, den man später von White Wolf erwarten würde. Was übrigens auch für das Cover gilt. Ich meine, ein untoter Elvis, welcher eine Zigarre an seiner Hand ausdrückt, mit einem Buntglasfenster im Hintergrund, dessen Mittelpunkt das Logo des Fledermausmannes ist? Ernsthaft? Also bisher habe ich keine all zu hohen Erwartungen an dieses Abenteuer…

Blood Bond sieht sich als Teil der Chronik „Forged in Steel“, welche mit dem Grundregel begann, und später als Chicago Chronicles bekannt wurde. Das Abenteuer geht davon aus das die Spieler Anarchen verkörpern werden, und dreht sch um den Streit zwischen zwei Ahnen aus Chicago, welche sich um die Liebe einer Sterblichen bekriegen. Beide waren als Sterbliche enge Freunde, eine Freundschaft, welche auch im Untod weiter bestand hatte. Als sich aber die Freunde beide in die selbe Frau verliebten zerbrach die Freundschaft, und einer der beiden schloss sich dem Sabbat an, nachdem der andere die Frau zu seinem Ghul gemacht hatte. Das Abenteuer setzt an, als einer der beiden Ahnen bei einem Sabbat-Überfall auf einem Elysium in Chicago aus seiner Starre befreit wird. Der Überfall wird abgewehrt, der Prinz macht die Charaktere zu seinen Sündenböcken, und jagt die Charaktere raus um „ihre Anarchenfreunde“ zu finden und abzuliefern, da er nicht an einen Sabbat-Überfall glaubt – es sei denn, sie finden Beweise. Die Charaktere geraten in den Konflikt zwischen den beiden Ahnen, und sehen sich dazu gezwungen, das Sabbat-Rudel zu infiltrieren, welches sich gerade in Chicago breitmacht…

Fazit:
Blood Bond ist ein Abenteuer aus der Frühzeit von Vampire: the Masquerade, und das merkt man an vielen Stellen im Text. Der Plot ist sehr, sehr linear, der Hintergrund ist noch nur als grobe Skizze vorhanden, und von den Clans, welche nicht der Camarilla angehören ist auch noch keine Spur zu sehen. Der Sabbat ist hier noch eine sehr geheimnisvolle, unbekannte Gruppe, welche sich innerhalb der Anarchen versteckt – auch das Wort „Antitribu“ hat hier noch keiner geäußert! Hier beginnen dafür aber viele der schlechten Gewohnheiten, welche man immer wieder bei Vampire-Spielleiter antrifft. Der Prinz, welcher die Charaktere dazu zwingt, Dinge zu erledigen, sie dafür auch noch zusammenstaucht, und von seinen offensichtlich kompetenteren Handlangern durch die Gegend scheucht…

Blood Bond könnte, mit etwas Arbeit, ein brauchbares Abenteuer ergeben. Der Spielleiter sollte dann nur keine Scheu haben, die Mist, den die Autoren niedergeschrieben haben, etwas zurecht zu stutzen, und dafür die inhaltlichen Schwächen etwas aufzupolieren. Wer das Abenteuer nutzen möchte, sollte auf jeden Fall die drei Sammelbänder der Chicago Chronicles erwerben – dieses Abenteuer findet sich auch als Teil des dritten Bandes, und der geneigte Spielleiter hat dann auch genug Hintergrund um das Abenteuer sinnvoll in einen Kontext unterzubringen, zusammen mit weiteren Abenteuern. Für sich alleine genommen lohnt sich dieses Abenteuer leider nicht.

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