Die RPC 2011 – Das Abenteuer-Blog berichtet

Vorab: Die eingeschobenen Kommentare stammen von Infernal Teddy, der restliche Bericht von mir – serafin.

Sun is shining, the weather is sweet…

Das Wetter meinte es mal wieder sehr gut mit der RPC. Und so fand die „Abenteuer-Blog goes RPC“-Tour in strahlendem Sonnenschein statt. Ein Lob an dieser Stelle auch direkt an SIXT. Aus dem geplanten 5er BMW wurde ein kostenloses Upgrade auf einen 7er Hybrid. Somit waren die knapp 300km zur RPC ein absolut geniales Fahrerlebnis. Leider wollte SIXT den Wagen am Sonntag wieder haben, auch mehrere Würfelproben auf „Überreden“ und „Charisma“ haben nichts genutzt…

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Tolle Karre, tolles Team – Serafin und Infernal Teddy

Notiz am Rande – „Born to be Wild“ und ein Auto, in dem man das Gefühl hat, dass man ein Computerspiel spielt statt zu fahren ist eine ganz, ganz schlechte Kombo – vor allem wenn die Autobahn frei ist… Lautes Singen gehört ja irgendwie schon dazu.

 

Vom Parkplatz aus ging es direkt zum Messeeingang Süd  – „RPC – wir kommen!“

Die Pressekarten waren bereits hinterlegt und es klappte alles reibungslos. Super!

Den großen „Papierlappen“ (genannte Eintrittskarte) und ein Programmheft untern Arm und ab dafür. Als Presseteilnehmer fiel man jedoch unter den normalen Besuchern nicht auf. Auf Nachfrage hieß es jedoch „Presse-Badges gibt es leider nicht!“. Schade! Hätte manches Vereinfacht.

 

Temple of your Dreams

Etwas mehr als 220 Aussteller stellten sich verteilt auf zwei Hallen sowie einen Aussenbereich den zehntausenden Besuchern. Die erste Halle nach dem Eingang (Halle 3.2) erweckte schon den Eindruck eines „Underworlds Gate“. Es war düster, laut und neben den Anbietern aus dem PC- und Konsolenbereich fanden sich dort auch die Gothic-Aussteller.

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Die gigantische Eingangshalle – und die war noch klein im Vergleich zum Rest…

Ich bin weniger der Computerspieler, und ich muss sagen mir war die Halle zu laut, zu viel flackern, zu viel glitzern… letztenendes war ich hier am wenigsten. Aber irgendwie wirkte die Halle ein wenig leer.

In der zweiten Halle (Halle 2.2) fanden sich sämtliche Aussteller aus den Bereichen Tabletop, TradingCardGames, Larp, Brett- und Kartenspiel, diverse Künstler und natürlich Rollenspiel. Im großen Aussenbereich fand sich neben einer Bühne für diverse Events und Musik-Acts auch eine große Anzahl von Mittelalterständen.

Auch wenn Halle 3.2 einiges zu bieten hatte, konzentrierten wir uns eher auf Halle 2.2. Hier fand man neben vielen bekannten Gesichtern der Szene jede Menge interessante Stände. Die Blutschwerter, Pegasus Spiele, 13 Mann mit ABOREA (und dem Slushi-Automaten), den gemeinschaftlichen Stand von Ulisses Spiele, Prometheus Games und Uhrwerk, den Mantikor-Verlag, die INDIE-Insel und noch viele weitere mehr.

Ganz ehrlich, der Rollenspielbereich war umwerfend – jede Menge tolle Sachen, Händlerstände, Verlage, LARP-Gruppen und so. Richtig beeindruckend waren zum Beispiel die Endzeit-LARPer mitten in der Halle, oder die Leute in Warhammer 40K-Gewandung. Überhaupt waren jede Menge Gewandete unterwegs. Wen wir übrigens wie die Irren quer über die RPC gejagt haben war „Labyrinth Lord“- Mortiz, egal wo wir hinkamen hieß es, er wäre gerade eben noch dagewesen…

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Auf der Flucht vor dem Abenteuer-Blog-Team: Moritz „Glgnfz“ Mehlem

Nicht nur viele neue und althergebrachten Produkte konnte man anspielen und genau unter die Lupe nehmen. Auch interessante und sehr unterhaltsame Gespräche mit Künstlern, Autoren und Verantwortlichen der unterschiedlichen Verlage waren immer wieder möglich. Daneben gab es noch ein betrachtliches Angebot an Workshops in drei großen Räumen.

Leider ist ein Tag viel zu wenig um alles zu sehen bzw. alles auszuprobieren was man gerne machen möchte. Gerade bei den Tabletops waren einige Demorunden die ich gerne mitgemacht hätte, aber… Wo habe ich die Zeitmaschine geparkt, verdammt…?

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Ein Teil des gemeinschaftlichen Standes von Ulisses/Uhrwerk und Prometheus Games

Zwischen den Spielständen fanden sich auch immer wieder diverse Händler für LARP-Bedarf oder Aussteller aus eben diesem Bereich. So lockte auch eine riesige Auswahl an Gewandung, Schmuck und LARP-Bewaffnung. Und wie es sich gehörte war von Rotkäppchen und dem dazugehörenden bösen Wolf über Predatoren (leider ohne Arni) bis hin zu Star Wars, Star Trek und Stargate eine gewaltige Menge an kostümierten Leuten unterwegs. Nicht zu vergessen auch die zwingend erforderlichen Orks und, eher überraschend (zumindest für mich), Warhammer 40.000 LARPER.

Für mich waren die Gewandungen generell ein Hingucker – Die RPC war ja meine erste solche Großveranstaltung, und es ist doch schon was anderes so Sachen in Natura zu sehen statt immer nur auf Fotos. Gut, der Typ mit dem pinken Gandalf-Bart scheint man auf jeden Mittelaltermarkt des Landes zu sehen, aber ansonsten: Hut ab.

Hier galt: Bitte nicht berühren! Geile Platte!

Hier galt: Bitte nicht berühren! Geile Platte!

Hungry like the Wolf

Nachdem wir uns von einem interessanten Gespräch zum nächsten hangelten kam auch irgendwann der kleine Hunger vorbei… Hier muss die RPC noch ordentlich aufsatteln. Der Snackpoint klang verheißungsvoll, sah auch so aus. Aber die Ernüchterung kam ganz schnell. Riesige Warteschlange, anschließend horrende Preise und das dumme Gesicht am Ende. Nicht nur, dass die Produkte qualitativ nur mittelmässig waren, auch die Menge des Lagers war dem Ansturm der Kunden nicht gewachsen. Lediglich Getränke gab es auch bis Abends in ausreichender Menge (wenn auch leider nur in klitzekleinen Glasflaschen).

Aber es gab ja noch 2 (oder waren es 3?) Stände im Aussenbereich. Auch dort musste man lange Warteschlangen in Kauf nehmen, die Preise waren gesalzen und die Positionierung sämtlicher Freßstände ganz am Ende des Aussenbereichs (lange Laufstrecke durch die Sonne) und dann noch direkt nebeneinander halte ich immer noch für sehr ungeschickt. Aber wenigstens gab es dort ausreichende Mengen an Nahrung und die Qualität wusste zu überzeugen.

Letztenendes hatten wir glück und sind sehr schnell an einem Stand drangekommen an dem es vegetarisches aus dem Mittelalter/Orient gab. Ich bin nicht unbedingt der Grünfutterer, aber es war lecker, es war reichhaltig, und es war im Vergleich günstig.

 

Look, don’t touch!

Was häufig bei dem sehr beeindruckendem Tabletop-Gelände galt, galt leider auch für die Boothbabes… 😉

Die Arme, gestrandet auf der RPC - und das bei der Hitze...

Die Arme, gestrandet auf der RPC – und das bei der Hitze…

Bin ich der Einzige, der sich nicht für die Babes interessiert hat? Aber das Tabletop-Gelände war schon toll, stimmt schon.

 

The good, the bad and the ugly

Was mir besonders gut an der RPC gefallen hat war tatsächlich die ursprüngliche Idee der Macher. Alles aus dem Bereich Phantastik unter einen Hut zu bringen. Damit erreicht man eine Durchmischung die man so nirgendwo sonst findet. Auch bricht man Grenzen auf, häufig sah man Menschen an Ständen, für die sie sich sonst möglicherweise nicht interessiert hätten (Familien an RPG- und LARP-Ständen, PC-Gamer bei den Mittelalter-Ständen, usw.). Auch das damit verbundene gigantische Angebot findet man sonst eher selten. Die pure Anzahl an Eindrücken und „Aha-Effekten“ in so kurzer Zeit ist einfach erschlagend-bombastisch.

Dem kann ich eigentlich nur zustimmen – die RPC war ein tolles Erlebnis, und die Vielfalt sowohl an Besucher als auch Aussteller war überwältigend. Von Computerspielern die sich aus der anderen Halle in den Pen und Paper-Bereich verirrt hatten (Und wohl auch viel Spaß hatten) über die „üblichen“ Metaller/Rollenspieler bis zu den Familien beim Ausflug machen war alles vertreten. Ich weiß nicht ob es üblich ist – wie gesagt, das war meine erste solche Veranstaltung – aber was mir sehr gut gefallen hat war das man wirklich auch recht problemlos auch mit den „Machern“ der Szene ins Gespräch kam, ob jetzt seitens der Comunities und Kleinstverlage oder auch mit den Köpfen der großen deutschen Rollenspielverlagen. Was auch klasse war, war die entspannte und freundliche Atmosphäre die überall – naja, fast überall – vorherschte.

Der Imperator hat seine Agenten überall...

Der Imperator hat seine Agenten überall…

Was mir ein wenig Gedanken bereitete, war die eher „leere“ Konsolen- und PC-Games-Halle. Nicht was die Besuchermenge anging, sondern eher die Zahl der Aussteller. Ich vermute jedoch, das liegt darin zu begründen, dass 3 Monate später in den selben Hallen die Gamescom stattfindet. Und viele der Aussteller werden aus wirtschaftlichen Gründen eine „entweder – oder“ Entscheidung treffen müssen. Schade für die RPC und deren Besucher, für mich aber nachvollziehbar.

Negativ aufgefallen ist mir – wie bereits weiter oben erwähnt – die Versorgungslage mit Nahrung und Getränken. Hier möchte ich die RPC-Macher ansprechen, da noch nachzubessern. Bei der Messegröße und den Besucherzahlen ist es nicht nur ohne weiteres möglich Gastronomiestände einzubinden (so eine Messe ist auch für die ein riesen Umsatz), sondern meiner Meinung nach auch bitter notwendig. Ein Stand in zwei Hallen plus zwei Stände am hintersten Ende der Aussenbereiche sind einfach zu wenig!

Auch hier wieder volle Zustimmung. Hier müsste dringen nachgebessert werden. Aber nicht nur an den Essensständen, auch bei den Toiletten scheint es schlimme Engpässe gegeben zu haben. Aber zumindest einen Getränkeautomaten oder jemand der mit einem Karren durchgeht sollte man sich überlegen.

Kommen wir zum „ugly“-Part. Ich hatte eher nicht erwartet, einen solchen auf der RPC vorzufinden. Aber wie es im Leben so oft der Fall ist, gibt es immer einen Narren der sich sabbernd und schreiend um diesen Posten reißt. In diesem Fall war es Cryptozoic Entertainment (WoW-Kartenspiel), der sich geradezu um den Titel „Ugliest of RPC“ gerissen hat.

Mit geschätzten 50 Tischen boten sie eine gigantische Spielfläche an. Diese war jedoch gut 95% der Zeit ziemlich leer (ausser 2-3 kurzen Phasen, in denen die Tische tatsächlich mal zu 50 – 75% gefüllt waren). Das hielt übereifrige Mitarbeiter von Cryptozoic jedoch nicht davon ab, in einer extremst unfreundlichen Art und Weise jeden zu vertreiben, der sich an einen der Tische setzte, ohne sich von ihnen eine Demo oder ein Turnier aufschwätzen zu lassen.

Gut, in der Theorie haben sie durchaus recht. Die Plätze sind für eben jene Dinge gedacht – Demos und Turniere. Aber: Wie bereits erwähnt, die Spielfläche war nie auch nur annähernd gefüllt. Zum anderen: Das kann man auch wesentlich freundlicher kommunizieren als es der Fall war.

So macht man sich Freunde.

Das Schlimme war ja das man uns bestimmt auch für eine Demo hätte interessieren können, aber nachdem man uns „etwas“ unfreundlich verjagt hatte… Ach, und als Nachtrag zu der Sache: Da saß die kommenden zwei Stunden kein Schwein.

 

Nothing left to say but „Goodbye“.

Jede Menge tolle Menschen (Hallo BLUTSCHWERTER!), Boothbabes, Rollenspiele, Miniaturen, Falafel & Met, und noch vieles weitere mehr… Leider kommt in diesem Artikel bei weitem nicht alles vor, aber man kann natürlich nicht alles und jeden unterbringen – kommt doch nächstes Jahr einfach mal selbst nach Köln zur RPC!

Die Preisverleihung des RPC Fantasy-Award...

Die Preisverleihung des RPC Fantasy-Award…

Für mich waren die Highlights ohne Zweifel die Menschen die ich auf der RPC kennengelernt habe, allen voran das Blutschwerter-Team und die ganzen Leute die man sonst nur vom Bildschirm her kennt. Ich hatte Unmengen an Spaß, nicht genug Geld, und vor allem nicht genug ZEIT für alles. Wir haben uns auf jeden Fall vorgenommen auch nächstes Jahr auf die RPC zu fahren, und wie auch mein Vorredner kann ich dieses Erlebnis jedem nur wärmstens empfehlen.

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