Aventurischer Atlas

Kartenmaterial des Kontinents

Der aventurische Atlas, ein Buch mit grünem Rücken und einem A drauf, welches zwar farblich zu den Regionalbänden gehört, aber da deren Buchrückenbild mit Band 13 abgeschlossen ist, keinen Teil von Aventurien, sondern nur reine Farbe dort trägt. Der Band hat 144 Seiten und kostet 30.00€ und ist in Vollfarbe.

Der erste Teile, neben einer Einführung in welcher gesagt wird, dass dieser Band lediglich eine Ergänzung zu bisherigen Produkten ist, zeigt in 43 großen Farbkarten alle Teile Aventuriens. Diese Farbkarten werden dem einen oder anderen sicherlich bekannt vorkommen, da es sich um die schon länge existenten Karten aus z.B. den Kartensets handelt. Verändert wurde hier praktisch nichts, einzig hinzugefügt ist am äußeren Rand, oben und unten, jeweils welche Karte sich dort anschließt, und ein Maßstab der Karten. Eine Doppelseite stellt also immer eine gesamte Karte dar und nicht zwei einzelne, was jedoch leider dazu führt, dass man Namen direkt an diesem Übergang nicht lesen kann, ohne das Buch auseinander zu reißen.
Die Karten selbst – für diejenigen Leser, welche keine der alten Karten mal gesehen hat – sind sehr, sehr rudimentär. Städte sind kleine rote Fleckchen, Straßen sind kleine weiß durchgezogene oder gepunktete Linien. Man kann sich denken, dass der Unterschied wohl in der Art der Straße begründet liegt, eine Legende dazu sucht man jedoch vergeblich. Straßen, welche einen Namen haben – man denke an die Reichstraße, aber es wird wohl auch andere geben – sind ebenfalls nicht mit einem solchen verzeichnet, rote Pünktchen (ziemlich sicher die Städte – steht aber auch nirgendwo), Flüsse und Seen jedoch haben nicht in alle Fälle (teilweise nicht mal in der Hälfte aller Fälle) einen Namen, obwohl die bestimmt auch alle einen haben, wenn man in den Regionalbänden mal nachsehen würde.
Leider wurde in diesem Teil lediglich altes schon vorhandenes Material aufgearbeitet und nichts neues gemacht, anstatt die Gelegenheit zu nutzen, einfach die Informationen, welche nun alle in den Regionalbänden vorliegen auch einzufügen. Denn so ist es weder eine Karte welche man als Spielleiter zum Planen verwenden kann (dazu fehlen praktisch alle Informationen – man vergleiche einfach mal mit einem echten weltlichen Atlas), noch eine Karte welche man im Spiel an die Charaktere herausgeben kann, da dazu ebenfalls Informationen fehlen, wie eben Dorfnamen, lokale Straßen, Seen und Flussnamen, welche der Bevölkerung ja wohl bekannt wäre, wenngleich für einen solchen Gebrauch der Abstraktionsgrad völlig in Ordnung ist.

Der zweite Teil umfasst ‚Kurzinformationen zu den einzelne Regionen‘, wie es in der Überschrift heißt. Dort stehen für alle Regionen in einem etwa zwei drittel einer Seite umfassendem Block Informationen wie etwa: Geografische Grenzen, Landschaften, wichtigste Städte und Dörfe, aber auch Lokale Helden und wundersame Örtlichkeiten.
Diese Informationen sind durchaus praktisch WENN man denn zum Beispiel bei den Landschaften wüsste, wo genau diese überhaupt sind (auf den Karten eingezeichnet, sind sie jedenfalls nicht). Man benötigt also so oder so mindestens die Geografika, besser noch den entsprechenden Regionalband um überhaupt zu wissen, wovon die Rede ist (oder man denkt sich einfach die Sachen aus, aber das kann ja auch nicht Sinn eines Atlas sein) Man muss ja nun nicht alle Erklärungstexte in einen Atlas packen, da gehöre sie nicht hin, aber ein Vermerk auf den Karten (bzw. wo auf den Karten, und wenn es nur die Kartenseite wäre) wäre doch ganz schön gewesen.

Der dritte Teil sind wieder Farbkarten, dieses Mal aber politische mit dicken roten durchgezogenen Linien, und dünneren roten, gestrichelten und weiß gestrichelten. Die Karten umfassen nicht alle Regionen, sondern lediglich den breiten Steifen vom Horasreich, Mittelreich, Aranien und schwarze Lande. Karten vom Süden oder Norden finden sich nicht. Innerhalb der umgrenzten Gebiete befinden sich Bezeichnungen dieser, Namen welche schon auf den Karten im ersten Teil standen, sind hier auf einigen nicht mit drauf, auf anderen dann wieder doch.
Auch bei diesen Karten fehlt jegliche Legende zu den begrenzenden Linien. Nirgendwo steht, was genau dick, was gestrichelt, was durchsichtig bedeutet, der Leser muss raten, oder sich mühsam diese Informationen zusammensuchen. Dadurch, dass auf einigen Karte die Ortsbezeichnungen mit eingezeichnet sind, stehen einige Begriffe übereinander und man kann nicht mehr genau lesen, was denn dort eigentlich steht.

Der vierte Teil umfasst Lehen und Würdenträger im Jahre 1034 BF. Also eine Übersicht über die Herrscher der Karten aus dem dritten Teil, unterteilt wie die Karten aus eben jenem und dann in Grafschaften, Fürstentum, Komturei, etc. Dahinter steht jeweils der Name des Herrschers, und – so vorhanden – die Namen von Baronien, bzw anderen Unterkategorien, deren Herrscher jedoch nicht.
Auch hier sind leider viel zu wenige Informationen vorhanden um wirklich nützlich zu sein. Zwar sind die Namen der Herrscher, sowie deren untergebene Länderein ganz nett, aber es hätte wohl nicht geschadet, wenn zum Beispiel dahinter gestanden hätte, seid wann denn der jeweilige Herrscher dieses Amt überhaupt inne hat, und wer sein Vorgänger war.
Das nur ein Teil Aventuriens mit diese Informationen bedacht wurde ist auch ein wenig unerklärlich. Sicherlich gibt es nicht so viele Herrscher in anderen Gebieten, aber gerade die Situation in Al’Anfa, sowie dem Svelttal hätte doch wenigstens einen Eintrag Wert sein können und so fragt man sich auch hier wieder wofür das überhaupt da drin steht. Einzige Möglichkeit ist wohl, damit man das Buch zur Runde mitschleppen kann und wenn dann die Frage aufkommt, wer denn gerade Herrscher in der Grafschaft XY ist, sagen zu können, ach das war ja Z (sobald es dann aber an die Baronien geht, muss man doch wieder seinen Regionalband herauskramen).

Falls sich jetzt jemand fragt, warum da keine Karten von Städten (die ja auch existieren) nicht drin sind… hat sich die Autorin der Rezension hier auch.

Fazit:
Falls man bunte Karten für eine große Wanderung durch Aventurien benötigt, keine Lust hat die alten Kartensets zu kaufen oder gerne einfach alles von DSA sammelt, kann man sicherlich bei diesem Band zugreifen – für jene aber, die sich neue Informationen erhofft haben oder einfach einen Band um irgendwelche Abenteuer zu bauen und nicht gleich alle Regionalbände kaufen möchten, ist dieser Band mit seinem 30 € nicht zu empfehlen.
2/5 (weil’s nett bunt ist)

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*