The Stygian Library

Bibliophiles Dungeondelving, besprochen von Infernal Teddy

Ich hatte vor kurzem darüber berichtet das mir Tegres aus dem Tanelorn-Forum ein kleines Büchlein mit Feen für Spiele aus der OSR-Ecke hatte zukommen lassen. Im selben Umschlag fand sich aber auch ein zweites Büchlein, ein kleiner Dungeon in einer Art Bibliothek – The Stygian Library. Hmm. Ich bin Bibliophil, ich liebe interessante und ungewöhnliche Bibliotheken – was kann da noch schiefgehen?

The Stygian Library ist 71 Seiten lang, und über DrivethruRPG entweder als PDF oder als PoD-Softcover erhältlich. Die Illustrationen sind alle in Schwarz/Weiß und stammen aus dem Public Domain, während der Text vollständig von Emmy Allen stammt, deren Blog ich sehr interessant finde.

Beginnt man The Stygian Library zu lesen stellt man schnell fest das es eben kein Dungeon als solches ist, sondern eher ein Baukasten um einen solchen selbst zu produzieren. Die namensgebende Bibliothek ist eine andere Dimension, ähnlich dem L-Raum aus Terry Pratchetts Scheibenwelt-Romanen. Hier finden sich alle möglichen und unmöglichen Bücher die jemals im Universum geschrieben wurden – und vielleicht noch werden – woraus sich auch ergibt warum man hierher kommen sollte: Wissen. Der Dungeon entsteht indem die Charaktere immer tiefer in die Bibliothek eindringen. Zu Beginn bestimmen die Spielenden den höchsten Intelligenzwert der Gruppe, ihren anfänglichen Fortschrittswert, während die Spielleitung bestimmt welcher Fortschrittswert erreicht werden muss damit das gesuchte Wissen gefunden werden kann. Von diesem Wert leitet die Spielleitung auch ab wie Tief die Gruppe mindestens in die Bibliothek vordringen muss – wenn die Gruppe dann noch den Zielwert erreicht hat findet sie auch das gesuchte Wissen. Den größten Teil des Buches machen die Beschreibungen von Locations und Monster aus, welche mit Hilfe der enthaltenen Zufallstabellen verteilt werden. Diese Locations sind zum Großteil problemlos mehrfach verteilbar und alle irgendwo zwischen gruselig und makaber vom Inhalt, wie das Planetarium mit dem man die persönliche Zeit vor und zurück drehen kann, die Phantomdatenbanken deren Daten in Phantomen gespeichert werden, dem Obduktionstheater oder dem Herz der Bibliothek, dem Sheol Computer. Aber auch die Monster sind ähnlich von der Beschreibung, angefangen mit den fünf Orden der Bibliothekare (verschrumpelte und degenerierte Akademiker die der Bibliothek nicht entkommen konnten und nun alles am Laufen halten und dem Computer dienen) über die Archivar-Lichs, den Neurovoren bis hin zu den entkommenen Fiktionen. Ergänzt wird das Ganze um eine schicke Auswahl an Zufallstabellen für die Gestaltung der Räume, Titel für gefundene Bücher, Gerüchte und Träume und so weiter.

Fazit:
Emmy Allen hat es geschafft jede Menge spielbares Material in sehr wenig Seiten zu packen. Klar, wer einen fertigen Dungeon erwartet wird hier auf jeden Fall enttäuscht werden, aber wer einen eher merkwürdigen Baukasten für einen Dungeon sucht in dem es auch noch wenig Sinn macht großartig Kämpfe anzuzetteln findet hier eine Goldgrube. Das Buch orientiert sich zwar an Swords & Wizardry und Lamentations of the Flame Princess, aber mir fällt kein Grund ein warum man The Stygian Library nicht auch mit moderneren D&D-Versionen nutzen könnte, oder auch generell mit anderen Fantasy Rollenspielen. Ich werde auf jeden Fall bei passender Gelegenheit diese Bibliothek mit zum Spieltisch bringen.

1 Kommentar zu The Stygian Library

  1. Ich habe mit der Stygischen Bibliothek schon länger geliebäugelt, und dank dieser Rezension (zusammen mit dem derzeitigen Black-Friday-Rabatt) habe ich nun auch auf DTRPG zugegriffen. Nun muss ich nur noch herausfinden, wie sich die Bibliothek mit den Katakomben von Buchhaim verbinden lässt, um das ultimative bibliophile Rollenspielerlebnis daraus zu machen.

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