Araclia Rollenspiel Musik

Rollenspielmusik gehört für mich fest zu jeder meiner Rollenspielrunden und war bereits Thema auf diesem Blog (vgl. Caninus). Es gibt wenig was mich in inaktiven Spielzeiten besser bei der Sache bleiben lässt oder besser in die richtige Stimmung versetzen kann. Gerade das hineinversetzen in die passende Stimmung ist dabei für mich besonders wichtig, da für mich die Stimmung wichtiger ist als ein ausgeklügelter Plot. Gleichzeitig habe ich recht wenig Musik die ich für solche Zwecke nutze. Neben ein paar selbst gebastelten dunklen Stücken greife ich gerne auf Computerspielmusik oder ähnliches zurück. Mit originärer Musik fürs Rollenspiel habe ich wenig Erfahrung und habe mich aber sehr gefreut als ich über die Musiksammlung „Araclia“ gestolpert bin.

Diese Musiksammlung ist für die gleichnamige Spielwelt erstellt worden die für Portal in Arbeit ist. Die „CD“, bzw. die Songs und das Booklet lassen sich für etwa 7€ downloaden, was einen Preis ergibt der für Rollenspielmusikdownloads durchaus üblich ist. Das Bundle umfasst 34 Songs die klanglich gut aufeinander abgestimmt sind. Zusammen kommen die Tracks dabei auf eine Spielzeit von etwa 35 Minuten. Das bedeutet das man viel Abwechslung bekommt, aber keine Stücke hat die lange mitlaufen. Letzteres wurde jedoch etwas durch einige Stücke gelöst die auf das abspielen in Dauerschleife ausgelegt sind. Auch diese sollten aber mit Bedacht eingesetzt werden.

Handwerklich sind die Stücke allesamt sehr gelungen. Man kann vielleicht einen Vergleich zu gängiger PC-Rollenspielmusik bemühen. Der Araclia-Soundtrack ist ähnlich professionell und wie die meisten PC-Spiel sind die Stücke synthetische Musik die ein Orchester simuliert. Dies hat neben dem offensichtlichen Fakt das sich kaum ein Rollenspielverlag, geschweige denn ein Kleinverlag ein Orchester leisten kann den Vorteil, dass der Klang durch alle Stücke sehr gleichmäßig ist und es eine große Bandbreite an (auch exotischer) „Instrumentierung“ gibt. Im Unterschied zu CDs die die technischen Möglichkeiten nutzen um weitere Soundeffekte einzubauen handelt es sich bei Araclia um reine Musik, die keine atmosphärischen Klänge wie Regen, Blattrauschen oder anderes hinzugefügt hat. Wie bereits erwähnt schöpfen sich die Stücke dabei aus einem ähnlichen Klangfundus, die aber auf je eigene Zwecke hin komponiert wurden, die im Booklet näher ausgeführt werden. So gibt es einmal bestimmte Stimmungen wie geschäftiges (Stadt)treiben, Vorbereitung zu einer Schlacht, Freizeit oder eine besondere Entdeckung. Neben diesen recht gewohnten thematischen Stücken gibt es „dramaturgische“ Stücke. Hier wurde nicht eine Atmosphäre sondern eine erzählerische Situation als Aufhänger genutzt. Man kann also ein Intro zu einem Abenteuer einspielen, einen Break untermalen und – besonders herausstechend – einen positiven und einen negativen Epilog einspielen.

All diese Tracks vermitteln dabei eine epische und tendenziell fröhliche Fantasy. Die meisten Stücke sind locker und aufbauend und auch die bewusst dunklen Tracks sind eher unheimlich oder mystisch als wirklich dunkel. Diese Mischung gefällt mir recht gut, wenngleich ich persönlich etwas ruhigere und längere Tracks bevorzuge die sich problemloser zufällig im Hintergrund spielen lassen. Hier verfolgt Araclia eine andere Philosophie die im Booklet vorgestellt wird. Musik soll demnach sehr bedacht eingesetzt werden und nur Stellenweise Verwendung finden. Der Ansatz wird erläutert, aber leider als selbstverständlich vorausgesetzt und als einzig richtiger Stil angepriesen, was etwas sauer aufstoßen kann. Dennoch kann die Araclia „CD“ durch die recht durchgehende Grundstimmung durchaus im Zufallsmodus mitlaufen und wird die Szenen auch bei solcher Verwendung nicht versauen da die Tracks nicht stark ausreißen. Auch die fröhlichen Stücke werden also spannende Szenen nicht lächerlich wirken lassen und vice versa.

Trotzdem ist die CD sehr deutlich auf einen bewussten und dosierten Einsatz ausgelegt. Die sehr kurzen Tracks (ca. 0:30min bis 2:30min) sollen augenscheinlich pointiert eingesetzt werden. Neben dem nur partiellen Effektorientierten Einsatz von Musik der vom Booklet nahegelegt wird eignet sich die CD daher meines Erachtens besonders gut für den Einsatz mit Rollenspielmusiksoftware oder als Teil einer wohl sortierten Sammlung, durch die der moderne und technisierte Spielleiter souverän manövriert.

Dies ist folgerichtig auch der Punkt an dem der Nutzen der CD stark variiert. Wer eine Sammlung hat die nach Stimmungen und vielleicht auch Effekten, Strings (Szenenausklangsounds) oder Szenen sortiert ist kann hier 35 Track seinem Fundus zufügen und sehr gut nutzen. Noch besser dürften die dran sein die Musik entweder wie im booklet angegeben nutzen (wollen) oder komplexere Rollenspielmusiksoftware einsetzen in der sich die kurzen Stücke und die Endlosschleifen optimal einfügen. Wer es sich da hingegen einfach macht und einfach CDs oder Playlists durchspielt – also beispielsweise ich – wird von der Araclia-Musik weniger Nutzen haben, kann aber dennoch getrost zugreifen wenn er fröhliche und leicht epische Fantasymusik mag und sucht. Und wer weiß, vielleicht kommt der ein oder andere ja dann doch noch auf den Geschmack die Tracks doch pointierter zu nutzen…

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