Apocalyptica – Oliver Graute

Der Abschlußroman der Chroniken der Engel

Ich kenne mich mit Engel nicht wirklich aus. Ich sage Euch das direkt zu Anfang, weil mir bestimmt Dinge nicht auffallen werden, die Fans dieses Systems bemerken würden. Ebenso werde ich wahrscheinlich Sachen kritisieren die für die Fans klar ersichtlich und stimmig sind. Aber wie gesagt – so sonderlich gut kenne ich mich mit dem Spiel nicht aus. Ich hab die Hiob’s Botschaft Trilogie gelesen als sie erschien, habe mal das erste Grundregelwerk und zwei oder drei Ordensbücher besessen, und habe ein paar mal auf Cons ein oder zwei mal gespielt. Jetzt da wir wissen wo ich stehe: die Rezension.

Feder Und Schwert hatten bei ihrem ehrgeizigen Projekt Die Chroniken der Engel von Anfang an verkündet, die von Ihnen erzählte Geschichte innerhalb dieser Welt würde ein klares Ende haben, in der die Geheimnisse dieser Welt aufgedeckt werden würden. Nun, zehn Jahre später, ist es so weit – mit Apocalyptica, dem letzten Roman zu Engel endet die Geschichte, die mit Pandoramicum ihren Anfang nahm. Aber wie sieht nun das Ende aus?

Optisch ähnelt das Buch den anderen Produkten der Engel-Reihe seit dem zweiten Grundregelwerk. Die Coverillustration ist eine Kombination aus Computergraphik und einem früheren Bild eines Gabrieliten. Jedes Kapitel beginnt mit einem „historischen Zeitungsausschnitt“ aus der Zeit vor der Flut. Jeder dieser Ausschnitte „offenbart“ etwas über einen Teil der Engel-Welt und erklärt, wo bestimmte Dinge ihren Ursprung haben (Die Himmel wurden scheinbar als riesige Hotels konzipiert).

Inhaltlich folgt der Roman einigen wichtigen Figuren der Engel-Welt durch die Ereignisse, die mit einem riesigen Schwarm der Traumsaat vor Cordova beginnen, und die mit der Endschlacht zwischen der Angelitischen Kirche und der Traumsaat enden (Habe ich erwähnt das eine Karte Europas vorne im Buch abgedruckt ist? Und das sie zu klein ist um was Vernünftig ablesen zu können?). Zu den Protagonisten gehören der kleine Naphal und eine Mutter, Isabella von Cordova, ebenso die mitterweile erwachsene Lâle aus Pandoramicum und deren Tochter Schawâ, die ein letztes mal vom Wanderer heimgesucht wird. Ebenfalls an der Handlung beteiligt sind Johannes vom Gemmingen – die wahre Macht hinter der Angelitischen Kirche – und das Oberhaupt des Ordens der Samaeliten, und auch Em Suset, das Oberhaupt der Gabrieliten. Die Handlung folgt einerseits der Flucht Naphals aus Cordova und dem Versuch seiner Mutter ihn zu finden, anderseits der Wanderung Lâles durch Europa nach Iberia, und den politischen Schachzügen in Roma Aeterna, die zu einem Feldzug gegen den riesigen Schwarm der Traumsaat vor Cordova führen.

Fazit:
Wo fange ich an?

Die Charaktere wirken flach und zweidimensional. Es fällt manchmal schwer, die Charaktere von ihrem Verhalten und ihrer „Stimme“ zu unterscheiden – Naphal mag ein „besonderes“ Kind sein, aber er sollte trotzdem nicht so schwer von seinem Leibwächter zu unterscheiden sein, oder? Die Handlung plätschert vor sich hin ohne das groß Spannung aufkommt. Die Götter wissen das ich nicht der typische Leser dieses Buches bin, aber die Handlung ist bisweilen etwas konfus. Auch der plötzliche Tempuswechsel am „Höhepunkt“ der Geschichte soll wohl den Eindruck von Dringlichkeit erwecken, verwirrt aber eher. Was mich auch stört ist die letztliche Auflösung – sprich, dass die ganze Handlung der von Feder & Schwert konzipierten Geschichte letztendlich eine phantastische ist, und keine eher an Science-Fiction angelehnte, wie es eigentlich schon im ersten Grundregelwerk aussah. Zwar scheint das – wie ich im Gespräch mit einem der Herren von F&S erfahren habe – von Anfang an der Plan gewesen zu sein, und wer weiß was uns durch die nicht erschienenen Bücher verloren ging, aber ich empfand das als ein wenig enttäuschend.

Letztendlich kein schlechtes Buch, aber definitiv kein gelungenes Ende für Engel.

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