Grimoire of Grimoires

Mage the Awakening Quellenband

Zaubersprüche, Mystische Bücher, geheime Nachrichten, versteckte Botschaften und Geheimnisse der Erwachten Magier das verspricht das Mage the Awakening Supplement „Grimoire of Grimoires“ ( zu Deutsch etwa „Zauberbuch der Zauberbücher“, im Folgenden: GoG). Also genau der richtige Ergänzungsband für Spielleiter, die ihren Chroniken die gewisse Würze verleihen wollen, sollte man meinen?

Ob der Band diese Erwartungen erfüllen kann, soll in dieser Rezi beantwortet werden.

Erscheinungsbild
Wie alle nWoD Bücher kommt auch das GoG in einem äußerst adretten Kleid daher: Solides Hardcover, ordentliche Bindung, hochglänzendes Titelbild und Klebeapplikationen auf dem Cover die für einen Glitzerlook sorgen. Der Rücken des Einbandes ist im Mage-typischen wasserblau gehalten, so wie die meisten MtAw-Supplements. Für einen einheitlichen Look im Bücherregal ist somit gesorgt. Soweit die Begeisterungsmerkmale. Leider spart White Wolf bei den Supplements konsequent an Kosten und druckt alle Hintergrundbände nicht mehr auf dem Hochglanzpapier, auf dem noch die Kernregelwerke glänzten, sondern auf mattem Recyclingpapier. Das könnte ich verschmerzen, damit habe ich kein Problem. Was leider – wiederum bei allen nWoD Supplements – negativ auffällt, ist die Reduzierung auf schwarz/weiße Farbgebung. Gerade beim sonst in gold/ocker auf weiß gehaltenen Mage the Awakening fällt das leider schmerzlich auf.
Die Innenillustrationen sind ‚ganz in Ordnung‘. Um ehrlich zu sein, sind sie wahrscheinlich sogar mehr als das, man könnte sie durchaus mit der Schulnote ‚gut‘ betiteln, leider können auch sie den Vergleich zu der Bebilderung des MtAw Kernregelwerkes nicht standhalten, was aber auch zugegebenermaßen ein nicht ganz fairer Vergleich ist, sind diese doch hervorragend gelungen.

Inhalt
Das GoG ist nach dem bereits bekannten Design-Kanon der nWoD aufgebaut. Die obligatorische Einführungs-Story ist hier in Form von Fotokopien eines Tagebuches erzählt, zusammen mit einem erklärenden Brief eines Censors an seine Vorgesetzten, in denen er ihnen mitteilt, wie das beschrieben Tagebuch in seinen Besitz kam. Etwas störend wirkt auf mich hier, dass jeweils die ‚Fotokopie‘ der rechten Seite des Tagebuches auf der linken Buchseite und umgekehrt dargestellt ist.
Das Kapitel Introduction enthält das übliche „How to Use this Book“: Es wird ein kurzer Ãœberblick über die verschiedenen Arten der ‚Grimoures‘ – also der beschriebenen Zauberbücher und Medien – gegeben, sowie die Spielmechanik beschrieben, die das Erforschen eines solchen Mediums regelt. Hierzu wird eine Modifikation der im nWoD-Grundregelwerk beschriebenen ‚research‘-Fähigkeit angewandt.

Das Kernstück des Buches bilden aber die einzelnen Kapitel, in denen die 18 vorgestellten Grimoures beschrieben werden. Hierbei haben sich die Autoren reichlich Mühe gegeben; denn die ‚Zauberbücher‘ sind als solche teilweise getarnt: Manche kommen als mehrbändige Reiseerzählungen daher, denen der profane Leser keine nützlichen Informationen entnehmen kann. Denn nur ein Erwachter Charakter, der die Magie beherrscht, kann dies tun. Andere Grimoures sind Einzelwerke oder gar eine Langspielplatte, aufgenommen von einer Cabale von Magiern, die mir ihrer Hilfe ihre magischen Kenntnisse verbreiten wollen. Denn das ist es ja, was in den Büchern vermittelt wird: Magisches Wissen. Magisches Wissen in Form von neuen, für die Spielercharakteren erlernbaren ‚Rotes‘ (Zaubersprüchen, vgl. hierzu auch das Mage the Awakening – Kernregelwerk). Das ist der eine ‚Nutzen‘ den man als Käufer des GoG hat: Weitere Informationen über Zaubersprüche, Beschreibungen ihrer Wirkweisen, etc.
Zusätzlich sind zu jedem Grimoire die Hintergrund- und soweit bekannt die Entstehungsgeschichte aufgeführt. Im Falle der oben beschriebenen Langspielplatte ist beispielsweise die Cabale aufgeführt, die die Platte erschaffen hat. Hier bieten sich gerade für Spielleiter interessante Story Hooks. So können die Grimoures nicht nur als „Köder“ für Spielercharaktere oder als „Belohnung“ genutzt werden, sondern auch als Kern eines eigenen Abenteuers oder einer ganzen Chronik dienen… oder diese zumindest würzend bereichern.

Fazit
Das GoG bietet auf seinen 156 Seiten einiges für nWoD Spielleiter. Zugegeben, die Supplements sind finanziell betrachtet nicht so reizvoll wie die Grundregelwerke, die mit ihren Glitzercovern, den farbigen Innenillustrationen und dem wasserabweisenden Hochglanzpapier daherkommen. Inhaltlich lohnt sich ein Kauf für die rund 23€, die das Buch momentan bei den meisten Internetversandhäusern kostet, IMHO aber auf jeden Fall.
3,5 von 5 Punkten!

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