The Wolf Gift

Ein Werwolf Roman

Ein neuer Anne Rice Roman. Der erste seid einer langen Zeit und dieses Mal über Werwölfe.

Reuben ist ein junger Reporter reicher Eltern, der nicht recht was mit seinem Leben anzufangen weiß. Seine Mutter arbeitet in einem großen Krankenhaus in San Francisco, sein Vater ist Dichter und sein Bruder Priester. Die Aufträge welche er von seiner Zeitung bislang erhalten hat waren alle eher langweilig bis er nun die alleinige Erbin Marchent eines gewissen Felix Nideck interviewen soll, die das Haus ihres Onkel einige Stunden Fahrt von Frisco entfernt verkaufen will, nachdem man diesen endlich nach 20 Jahren für tot erklärt hat.
Reuben ist direkt vom Haus begeistert und überlegt schon es selbst mit seinem eigenen kleinen ererbten Vermögen zu erwerben, als Marchent nachts angegriffen wird. Reuben versucht zwar ihr zu Hilfe zu kommen, wird aber dann selbst von den beiden Tätern angegangen und muss mit anhören wie etwas großes, hundeartiges die beiden Angreifer zerfetzt und auch ihn angreift, jedoch nicht tötet.
Reuben kommt im Krankenhaus wieder zu sich, umsorgt von seiner Mutter, die die schnelle des Heilungsprozesses nicht ganz glauben kann und alle möglichen Tests mit ihrem Sohn veranstaltet, die jedoch nichts ergeben.
Wieder zuhause zeigt sich was wohl wirklich passiert ist. Eines nachts verwandelt sich Reuben in einen Werwolf und rettet eine Frau vor einem Vergewaltiger, getrieben durch den üblen Geruch den dieses Böse ausstrahlt. Doch am nächsten Morgen ist der Überfall in den Medien und die Frau möchte nur Reuben gegenüber ein Interview geben, da dieser ja auch so ein Ding gesehen hat. Reuben kommt dem nach und prägt den für sich selbst gefundenen Begriff „man wolf“. Nun treibt es ihn Nacht für Nacht dazu Menschen zu retten. Doch was ist mit diesem aufdringlichen Arzt, den seine Mutter angeschleppt hat? Und was hat es mit dem Angreifer auf sich, der Reuben zu dem gemacht hat was er ist?

Also Hand hoch, wer hierbei nicht an eine radioaktive Spinne denkt.. Nun ja, etwas origineller hätte es also schon sein können, das Büchlein, und eigentlich ist es verwunderlich, dass Frau Rice sich da so dermaßen stark an einem weit verbreiteten Mechanismus bedient. Junger Zeitungsmitarbeiter wird zum anonymen Retter der Menschheit. Mal überspitzt ausgedrückt. Da täuscht auch nicht das ganze innere Geschwafel, was der Junge mit sich selber hat, drüber hinweg. Eigentlich nervt das sogar und behindert die Handlung, und hätte bei einem anderen Autor vermutlich den Lektoratsprozess nicht überstanden. Die Handlung selbst ist an und für sich gar nicht schlecht gemacht und im letzten Teil des Buches dann auch wirklich gut, wenn der Junge eben keine Zeit mehr für Geschwafel hat, sondern tatsächlich etwas passiert. Gut wie glaubhaft jetzt die Charaktere sind, bleibt jedem selbst überlassen… aber ganz unüberzeugend kommen sie nicht daher, auch wenn die Geschichte über den reichen Sohn von reichen Eltern wohl nicht viel Identifikationspotential über lassen mag.
Und leider ist die versprochene „Neuerfindung des Werwolfmythos“ auch nicht wirklich gegeben. Die Werwölfe hier bekommen einfach eine komische Nase, viele Haare und sind kräftiger und größer als Menschen. Und sind eben die Retter der Menschheit, weil sie das Böse riechen können… kommt uns irgendwie bis auf die Gestalt bekannt vor, die wir die Werwolf RPGs von White Wolf kennen, oder? Da hilft auch nicht, dass es sich um eine zu Anbeginn der Zeiten gestohlene Fähigkeit von einem sich parallel entwickelnden Menschenstamm handelt.

Fazit: Wenn man das ganze „Blah“ ertragen oder überblättern kann, erhält man durchaus einen netten Roman.

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