The hunger games

Endzeit meets Jungedbuch

Der erste Band (mal wieder) einer Trilogie. Als gäbe es nichts anderes mehr, aber gut… Dies ist eine Rezension zur englischen Taschenbuchausgabe. Auf diesem Cover (uns es wird bestimmt noch weitere geben) sieht man eigentlich bloß abstrakte Symbole und einen in der Geschichte selber auftauchenden Ansteck-Pin. Allerdings nicht so wie er im Band beschrieben wird, wer auch immer da Mist gebaut hat. Der Band ist nichtmal 400 Seiten stark, besteht aber aus recht dünnem Papier, so dass das Buch noch dünner wirkt, als es ohnehin schon ist. Aber zum Inhalt:

Panem – ehemals die Vereinigten Staaten, heute ein aufgeteiltes Gebiet. Zum einen in die Hauptstadt und weitere 13 Distrikte, welche jeweils einem anderen Zweck dienen, wobei der 13te nicht mehr existiert, da dieser sich vor langer Zeit gegen die Hauptstadt auflehnte und zerbombt worden ist. Soweit zum Hintergrund der Sache.
Die eigentliche Geschichte wird in ich Perspektive eines 16 jährigen Mädchens namens Katniss (der englische Name für die Pfeilkrautpflanze – ja musste die Rezensentin auch nachsehen) erzählt. Diese lebt im 12ten Distrikt, welche die Kohle für die Hauptstadt bereit stellen soll, ansonsten aber sehr ärmlich daher kommt. Sie hat noch eine jüngere Schwester und eine Mutter, den Vater verlor sie in den Mienen und geht seitdem mit einem Jungen aus dem Dorf im Wald jagen, was eigentlich verboten ist, aber dann doch wieder nicht, weil alle ihre Jagdbeute haben wollen.
Nun ist es so, dass einmal im Jahr zur Erinnerung an ihre Unterlegenheit, jeder Distrikt einen Jungen und ein Mädchen zur Hauptstadt entsenden auf das diese sich gegenseitig umbringen. Dem Gewinner winkt ein Häuschen im besseren Viertel des jeweiligen Distrikts und genug zu Essen für den Rest seines Lebens. Der Verlierer… naja, der ist halt tot.
Dieses Jahr fällt die Wahl auf Katniss Schwester – doch Katniss möchte sie nicht verlieren und meldet sich freiwillig um daran teil zu nehmen. Dann geht es auf in die große Hauptstadt um sich sowohl dem zuschauenden Publikum zu zeigen, welches Wetten abschließt, als auch ein wenig Training zu bekommen. Mit Katniss reist ein ihr durchaus bekannter Junge – der Sohn einer Bäckersfamilie namens Peeta mit, der in sie verschossen ist. Aber sie will zunächst nicht in diese Richtung denken, weil nur einer aus der Sache raus kommen kann.
Nachdem sie sich für total schlecht gehalten hat (Achtung! Das wird nochmal wichtig in der Rezension!) aber dann irre toll abgeschnitten hat und vermutlich total viele Sponsoren bekommen hat, beginnt das Spiel und der Kampf ums nackte Überleben in einer Wald- und Wiesengegend, welche dann den Rest des Bandes ausmacht.

Ja… was soll man da groß zu schreiben. Viele finden den Band wohl toll, aber der Grund warum das so ist, wird einige jetzt vielleicht etwas schockieren ob der gezogenen Parallelen. Dieses Buch funktioniert auf Haar genau dieselbe Weise wie Twillight. Es ist eine ganz fürchterliche Mary-Sue Geschichte (wer nicht weiß was das ist, schaut hier), von einem eigentlich doch ganz ärmlichen Mädchen, welches ja nur Hungern musste und den Vater verloren hat und nur überleben konnte, weil der Bäckerssohn, der einen Crush auf sie hat ihr mal nen Leib Brot zu wirft, die aber dann doch eigentlich total toll ist und die Eichhörnchen durch die Augen erschießt – na? Kommt das wem bekannt vor? Richtig, ist wie Bella, die sich ja auch für ganz schlecht hält, aber dann doch für den Leser und alle andere total begehrenswert ist.
Das heißt jetzt nicht das der Band schlecht ist – das heißt lediglich, dass er einzig auf einer emotionalen Geschichte und mit einem nicht völlig uninteressanten Hintergrund arbeitet. Die Charakter sind aber mehr als flach und Spannung kommt lediglich durch die Schreibweise, nicht jedoch über die Handlung auf. Denn es ist irgendwie jedem halbwegs intelligenten Leser von vornherein klar, dass für eine Liebesgeschichte mit Mary-Sue, der Lover ja überleben muss, damit er am Ende die eigene Toch.. ach das war die andere Geschichte – sorry.
Die Autorin ist durch die Wahl der Perspektive übrigens wunderbar (das ist jetzt ironisch gemeint) darum herum gekommen, das Thema Kinderkrieg irgendwie auch nur annähernd kritisch zu betrachten. Zwar findet das keiner nett, dass sich da alle umbringen, aber das das unter Umständen elfjährige sind, wird nur als unfär angesehen, weil die können ja noch nichts…
Mag sein, dass das alles relativiert wird in den restlichen beiden Bänden, aber die Rezensentin bezweifelt dies stark.

Fazit: Nochmal ausdrücklich! Diese Geschichte KANN für euch funktionieren (und ja, das ist eine Liebesgeschichte). Vielleicht findet ihr das ganz doll, weil ihr emotional angesprochen werdet von der Sache. Dann sieht man über Plattheiten in der Geschichte hinweg, wenn nicht… von daher, vielleicht erst mal von wem ausleihen, oder im Laden einfach mal das erste Kapitel lesen. Erst dann kaufen.

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