Post Apocalyptic Toys #1

Nützliches für nach dem Weltuntergang

Dank Highspeed Internet, großer Händlerportale und diverser E-Lesegeräte halten pdfs immer mehr Einzug in das Rollenspiel. Besonders interessant sind dabei für eine Bedürfnisse die Zwischenprodukte die sich aus diesen Möglichkeiten ergeben. Zahlreiche kleine pdfs, von Paperminiatures über kürzeste Kurzabenteuer, bis hin zu 100 Fantasynamen 15 neue Fertigkeiten oder Einzelklassen gibt es fast alles an Kleinkram für kein oder wenig Geld.Da geht mein Sammlerherz auf und da ich mir oft um kleine ideen herum etwas konstruiere reichen mir oft wenige gute Seiten als Grundlage aus.

Immer auf der Suche nach Inspiration fällt mein Blick dabei immer wieder auf kurze Szenarioideen oder außergewöhnliche Spielorte.  In die letzte Kategorie fallen die Post Apocalyptic Toys. Allein der Name hat mich als Endzeit-Fanboy schon geködert, und da ich keine abgedrehten Mutanten und Superkräfte in der Kurzbeschreibung gefunden hatte, habe ich den kleinen Kauf gleich gewagt. Das – ganz zufällig und natürlich unintendiert  – die Nummer 1 um 50% reduziert war (~75Cent statt ~1,50€)  machte die Kaufentscheidung nochmal einfacher…

„The Last Refuge“, wie das beispielhafte Szenario heißt enthält auf 9 Seiten (etwa auch der Umfang der anderen Toys) die Beschreibung einer generisch einsetzbaren Kirche die in postapokalyptischen Zeiten als Rückzugsort genutzt wird.  Der Ort wird kurz allgemein vorgestellt und dann geht es an die Beschreibung des Grundstückes (Kirche, Umzäunung, andere Gebäude). Recht knapp aber präzise und nett lesbar kriegt der SL hier einen Überblick der systemunabhängig und spielnah ist. Ergänzt durch eine nützliche und anshenliche Karte gibt es also einen Überblick über diesen „letzten Rückzugsort“. Danach geht es auch schon ans Eingemachte: 6 Hooks. Die sind universal einsetzbar und offen für viele  Settings, aber auch sehr austauschbar. Sehr cool ist allerdings das zu jedem der Ereignisse jeweils 3 mögliche Hintergründe bzw. Twists geliefert werden. Sind die gesichteten mutierten Tiere gutes Essen, ein Anlass für Religion oder einfach nur eine Gefahr?

Garniert wird das ganze mit – wieder einmal 6 – NPCs die in losem Zusammenhang stehen, einige kleine Geheimnisse haben und statt Statblock eine ausformulierte Beschreibung der „Skills and Stats“ haben. Abschließend gibt es eine W100-Tabelle mit Gerüchten und Zufallsbegegnungen (diesmal je 7 an der Zahl). Inhaltlich ist die kleine Ortsbeschreibung damit eine recht unüberraschende aber immerhin nutzbare und gut strukturierte und angenehm geschriebene Spielhilfe. An Abenteuerideen und NPCs mangelt es nicht, wohl aber an irgend etwas wie einem „Aha-Effekt“. Kein größerer Plot steckt hinter dem Refugium und auch keine Idee die ernstlich im Kopf hängen bliebe.

Optisch ist das Miniprodukt ebenso solide. Das Coverbild sieht schick aber nicht umwerfend aus und das Buch ist als „Ringbuch“ gelayoutet. Der Text ist angenehm, wenn auch verschwenderisch groß und  der Aufbau gut überblickbar. Schade sind jedoch viele Tippfehler, die hoffentlich für eine Rezi verzeihlich sind aber in einem so kurzen und käuflichen Produkt meines Erachtens nicht sein dürfen…

Am wichtigsten ist vermutlich das Preis/Leistungsverhältnis. Das Buch umfasst 9 Seiten inklusive Cover, besagter großer Schriftart und einer Karte die fast eine ganze Seite in Anspruch nimmt.  Zwar schwafeln die Seiten nicht herum und liefern einem doch ordentlich Input für die Seitenzahl, aber auch wenn ich das Produkt gerne gelesen habe und mir durchaus vorstellen kann es mal schnell in einer Runde zu nutzen, bin ich kaum bereit den Preis  für den Umfang zu bezahlen. Zahllose Fanprodukte liefern umsonst mehr und auch auf dem Low-Budget Markt gibt es deutlich bessere Produkte.  Folgerichtig blieb es bei mir für die Rezi auch bei #1… Vorausgesetzt das die anderen Ausgaben in etwa der ersten entsprechen kann man sich also für eine instant Inspiration für Bodenständige Endzeit recht gefahrlos durch die bisher 6 Apoc Toys wühlen.  Man wird recht sicher etwas – sehr schnell – nutzbares finden, für den doch vergleichsweise hohen Preis aber nicht verwöhnt werden. Mit etwas mehr Suchaufwand wird man sicherlich ähnlich gutes, wenn nicht besseres Material im Internet finden:  z.B.  in Fanzines, auf Blogs oder einfach nur A!…

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