Interface

Die Demon: the Descent-Antholgie, besprochen von Infernal Teddy

Eine Sache, die Onyx Path mit ihren Reihen zu den Chronicles of Darkness ebenso wie mit den 20th Anniversary Editions sehr gut gemacht hat sind die jeweils dazugehörigen Anthologien. Wir hatten uns an dieser Stelle schonmal über die Anthologie zur M20 unterhalten, Truth Beyond Paradox. Heute beschäftigen wir uns mit einer etwas anderen Anthologie, Interface, der Anthologie zu Demon: the Descent. Wieso diese Anthologie etwas anderes ist? Nun, da werden wir gleich noch drauf zu sprechen kommen…

Interface liegt mir als Taschenbuch vor, im Trade Paperback-Format. Das Layout des Buchs ist eher gewöhnlich, weder besonders auffällig noch besonders störend. Die 129 Seiten enthalten neben einer Einleitung und der Übersicht über die Autoren acht Kurzgeschichten, welche die verschiedenen Aspekte der Existenz eines Dämons beleuchten.

Dämonen in den Chroniken der Dunkelheit sind keine geflügelten ehemaligen Diener eines gütigen Schöpfers. Der Gott dem sie einst dienten ist eine okkulte Maschine, deren Ziele für die Bewohner der Welt unerklärlich und unverständlich sind. Engel sind biomechanische Konstrukte, welche ausgeschickt werden um die Ziele der Gott-Maschine zu erfüllen. Und Dämonen… Dämonen sind was passiert, wenn eine solche Maschine anfängt zu… zweifeln, und dann von einem gestohlenen Leben zum nächsten springen.

In der ersten Geschichte, „The Principal“, von Rick Jones, erleben wir, was ein solcher Dämon bereit ist zu riskieren, wenn es darum geht den Menschen zu beschützen, wegen dem er – oder sie – gefallen ist. Vor allem, wenn der Mensch – das Zielobjekt – zur eigenen Tochter geworden ist. Danach begeben wir uns auf „The long road to Canaan“ von Neall Raemonn Price. Der Gefallene, dessen Leben hier beleuchtet wird, muss seinen Weg finden in der Counterculture der USA in den Sechzigern – aber ist er denn wirklich ein Dämon? In „Time to Go“ von Brie Sheldon bekommen wir eine Momentaufnahme aus der Existenz eines Dämons, welcher als Soldatin im Persischen Golf von den Dienern der Gott-Maschine entdeckt wird. Entdeckung ist auch das Thema in „Fifth“, von Matthew McFarland – Die Engel, welche dem Protagonisten dieser Geschichte auf der Spur sind, wollen nicht einfach nur den Gefallenen vernichten, sondern auch seine kleine Familie gefangen nehmen, vor allem seinen leiblichen Sohn. Doch der Dämon hat einige Dinge geschaffen, um jene die er liebt zu schützen. Nicht nur die Gott-Maschine hat unerklärliche Ziele, auch manche Gefallenen haben Projekte, welche für jene Menschen, welche in ihren Plänen verstrickt werden, bestenfalls verstörend sind. So geht es beispielsweise auch der Protagonisten von „Unicorn Crossing“, welche miterleben muss das ihr kleines, süßes Cmputerprogramm zu etwas sehr viel düsterem wird. Dämonen können nur in der Welt der Menschen existiern, in dem sie sich hinter gestohlenen Leben verstecken. Doch was passiert, wenn ein solcher Gefallener seine letzte Tarnung verliert – und wie können seine menschlichen Freunde ihm helfen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Mark L. S. Stone in „Thnetosis“. Gelegentlich befinden sich Menschen nur am Rande der Machenschaften der Gott-Maschine. Gelegentlich werden diese Menschen dazu herangezogen, im Dienste eines Kults der Maschine aus Teilen der Dämonen Engel zu schaffen, wie es in „Dear Majorie“ von Peter Schaefer gezeigt wird. Als letztes präsentiert uns Dave Brookshaw in „Retirement“ eine Vorstellung davon, wie Paranoia das Leben eines Dämons übernehmen kann, und das Vertrauen ein Luxus ist den sich die Gefallenen nicht leisten können.

So weit so gut aber was ist es denn, das diese Anthologie besonders macht? Die Interfaces. Zu jeder Geschichte gehört ein ergänzendes Regelelement, ein „Gimmick“ welches durch die vorangegangene Geschichte inspiriert wurde. Das können neue Embeds oder Exploits sein, neue Antagonisten oder Allierte, neue Technologien, oder – in einem Fall – sogar eine neue Incarnation (Also eine neue „Art“ von Dämon). All diese Elemente können problemlos in eine bestehende Chronik übernommen werden, und bieten neue Optionen für Spieler (Und Spielleiter).

Fazit:
Mir hat Interface sehr gut gefallen – sowohl als Anthologie als auch als „kleines Quellenbuch“. Die enthaltenen Geschichten bieten Spielern und Spielleitern eine Vorstellung davon, wie diese Spielwelt funktioniert, bzw. wie das Spiel gespielt werden kann. Gleichzeitig werden hier auch neue Regeloptionen geboten, um das Grundregelwerk zu erweitern. Die Regelelemente, welche in diesem Band vorgestellt werden, wurden mittlerweile im Players Guide erneut abgedruckt, aber das schmälert in meinen Augen den Wert des Bands nicht. Wenn man also sowieso sich das Grundregelwerk über DrivethruRPG ordert sollte man auch gleich die Anthologie mitbestellen.

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