Truth beyond Paradox

Eine Mage: the Ascension-Rezension von Infernal Teddy

1st Edition:
1: Mage: the Ascension
3: The Book of Chantries
5: Technocracy: Progentiors
6: Digital Web
7: The Book of Shadows

20th Anniversary Edition:
20th Anniversary Edition Quickstart

Romane:
The Road to Hell (Caninus)
The Ascension Warrior (Caninus)

Eines der Stretchgoals zur 20th Anniversary Edition von Mage: the Ascension war eine neue Kurzgeschichten-Anthologie, einen Nachfolger zur klassische Anthologie Truth until Paradox (Zu der ich auch irgendwann kommen werde…). Da ich ein großer Fan von Kurzgeschichten bin habe ich den Band ohne zu zögern mitbestellt habe, als ich mir die ebenfalls bald zu rezensierende „M20“ bestellt habe. Ich glaube, eine solche Anthologie sollte – ähnlich wie ein Einführungsabenteuer – dem geneigten Spieler bzw. Spielleiter ein Gefühl dafür geben, wie der Verlag sich das Spiel am Spieltisch vorstellt, weswegen ich auf die neue Perspektive auf dieses Setting gespannt war.

Truth beyond Paradox ist über DrivethruRPG erhältlich, entweder als Ebook oder als Print on Demand. Uns liegt es in der Printfassung vor, ein 215 Seiten umfassender Softcover im Trade Paperback-Format. Enthalten sind 17 brandneue Kurzgeschichten, zum Teil von Autoren welche schon für die „alten“ Weißen Wölfe geschrieben haben, zum Teil auch von Autoren, welche meines Wissens nach noch nichts Rollenspielbezogenes geschrieben haben. Abgesehen vom Cover gibt es im ganzen Buch nur zwei Illustrationen, das „Akashic Brotherhood“-Bild von Michael Kaluta aus der M20, und eine Karte aus dem alten Mage-Tarot, dem Ace of Questing.

Statt alle Kurzgeschichten einzeln zu besprechen möchte ich mich an dieser Stelle auf die vier beschränken, welche mir am besten gefallen haben, stellvertretend für die ganze Anthologie. Diese sind Wildfire Sky, von Kis Millering, The girl who remembered tomorrow, von Bill Bridges, Dabda, von Travis Legge, und The Process, von Shawn Connolly. Fangen wir mit Wildfire an. Die Protagonistin dieser Geschichte ist die Tochter eines Feuerwehrmannes aus den großen Wäldern der USA, welche eine gewisse… Affinität zu Feuer hat, und welche miterlebt, wie eine andere junge Magierin wie sie selbst beim Erwachen „in Flammen aufgeht“. Aber statt sie einer der Traditionen oder der Technokratie auszuliefern erkämpft sie dem jungen Mädchen eine Chance. The girl who remembered tomorrow schlägt dagegen in eine ganz andere Kerbe – eine junge Frau, welche alte Pulp-Magazine sammelt, wegen den Geschichten über Doc Eon von denen ihr Großvater ihr immer erzählt hat, und an die sich kaum noch jemand erinnern kann. Doch dann stößt sie auf einen anderen Sammler, und findet heraus, warum alle Doc Eon vergessen haben – und das nur sie den Doc retten kann. Eine schöne Geschichte, welche auch gekonnt auf Material aus den älteren Editionen zurückgreift. Dabda ist eine sehr kurze, aber sehr emotionale Geschichte, in der ein Magus sich mit einem der gefährlichsten und berüchtigsten Paradoxgeister von Ascension anlegt, nur ein noch einmal für ein paar Augenblicke sein totes Kind in den Armen halten zu können. Die letzte Geschichte die ich ansprechen möchte, The Process, zeigt eine Facette des Ascension War, der bisher selten berücksichtigt worden ist – was ist, wenn man irgendwann mehr mit dem Agent des Feindes gemeinsam hat, als mit den eigenen Befehlshabern, und beide bemerken das sie einander brauchen um den Status Quo zu erhalten?

Fazit:
Eines Vorweg: die vier Geschichten, die ich für diese Besprechung herausgepickt habe sind zwar in meinen Augen die Besten, das soll aber nicht bedeuten das der Rest nicht ähnlich gut sei – meiner Meinung nach gibt es hier keine einzige Geschichte, die schlechter als „gut“ wäre. Was mir vor allem an den Geschichten dieser Anthologie gefallen hat ist der Fokus. Während die Vorgängeranthologie Truth Until Paradox Geschichten über Mage enthielt, mit Handlungen vor dem Hintergrund des Erleuchtungskrieges, enthält Truth Beyond Paradox Geschichten über Magier, etwas, das ganz andere Geschichten ermöglicht, und auch eine ganz andere Betrachtungsweise ermöglicht. Ich kann dieses Buch jedem, der sich für Ascension interessiert (egal in welcher Edition) nur wärmstens ans Herz legen – erst recht, wenn man sowieso gerade dabei ist, sich die M20 zu bestellen.

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