Homini Lupus

Schrottbarone unter sich

Der siebte Roman zum Rollenspiel Engel. Dieses Mal sind nicht die angelitische Kirche oder Engel Thema bzw Akteur des Romans, sondern die Schrottbarone, genauer gesagt die Schrottbaronin Isabella von Cordova. Dementsprechend ist auch das Cover mit einem Zahnrad versehen und wirkt eher technisch.

Isabella von Cordova muss sich einem Problem stellen. Irgendjemand hat sich zutritt zu ihrem Hort, dem Ort an dem ihre Vorfahren technische Geräte gesammelt haben, verschafft und dort einen Gegenstand abgezeichnet. Zumindest besteht der Nuntius der Ramaeliten bei seinem Besuch darauf, dass die angelitische Kirche, besonders natürlich sein Orden, daran interessiert sei, obwohl er sich faktisch in Cordova auf Urielsland befindet. Und leider befindet sich das auf der mitgebrachten Zeichnung skizzierte Gerät tatsächlich in ihrem Hort. Nun gilt es also einen Verräter zu finden, und zusätzlich noch zu überlegen was dies für ein Gerät sein könnte und warum die Ramieliten riskieren dafür so weit ins Land eines anderen Ordens einzudringen.
Isabelle beauftragt ihren inneren Zirkel damit den Verräter zu fassen und so gerät recht schnell ihr alter Fechtmeister Aleandro ins Visier. Doch ist die Information korrekt? Oder eine weitere Finte? Sind es vielleicht mehrere Verräter? Isabella bleibt nichts anderes übrig als letzlich alles auf eine
Karte zu setzten.

Der Roman erfordert und fördert das Mitdenken des Lesers. So versucht auch dieser wie Isabella selbst immer und immer wieder herauszufinden, wer von den Beteiligten nun wirklich der Verräter ist, welche Hinweise echt und welche nur eine Spur des Verräters sind. Hier hat der Leser einen kleinen Vorteil durch die seltenen Kapitel in denen nicht aus Isabellas Sicht, sondern der Sicht von anderen berichtet wird und die somit einen Wissensvorsprung, aber auch noch keine Auflösung bieten. Interessant ist vor allem, dass der Leser einmal die andere Seite kennen lernt, die von der angelitischen Kirche immer so verteufelt wird und ein ganz anderes Leben führt, als das, was man sonst von den meisten Menschen im Schatten der Kirche behaupten kann. Durch diesen anderen Ansatz wird das benötigte Hintergrundwissen sehr reduziert, wenngleich trotzdem noch Fachwörter verwendet werden, die nicht in einem Glossar oder ähnlichem erklärt werden.
Der Roman ist mit seiner sehr, sehr kleinen und engen Schrift so voll, so dass man trotz der nur 272 Seiten eigentlich einen Wälzer von fast 500 Seiten in normaler Größe vor sich hat. Und durch eine sehr angenehme kurze Kapitelfolge, kann man viel lesen, muss dies aber nicht, obwohl der Schreibstil schon bei jedem Kapitel zum weiterlesen auffordert und man leicht das gesamte Buch in einem durchlesen könnte.

Fazit:
Das Buch ist eher nur für Engelfans geeignet, die sich die Sache aus einer neuen Perspektive darstellen lassen möchten. Zwar ist die Geschichte auch durchaus etwas für des Rollenspielhintergrunds Unkundige, aber ein Fehlen eines Glossars für die Fachwörter aus dem Spiel macht an einigen Stellen das verstehen komplizierter. Ebenso fehlt einem unkundigen Leser ein Empfinden für die Wichtigkeit, der beschrieben Ereignisse. Für Kenner ist es jedoch sehr zu empfehlen.
4/5

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