Gefährten des Zwielichts

Eine eher ungewöhnliche Gruppe

Gefährten des Zwielichts erzählt die typische Geschichte des Kampfes von Gut gegen Böse in einer Fantasiewelt einmal andersherum.

In dieser Geschichte sind die „Bösen“ die Helden und die „Guten“ die Antagonisten.
Das Buch beginnt mit einer kurzen Zusammenfassung der Vorgeschichte, die erklärt wie vor vielen Jahren Leuchmadan, Führer über die Völker der Finsternis, auf den erdähnlichen Planeten gekommen ist, um einen Krieg mit den Völkern des Lichts zu führen. Den Lichten gelang es jedoch in der entscheidenden Schlacht Leuchmadans Herz, das wichtigste Artefakt der Finstervölker (ein Kästchen mit einem Edelstein) zu erbeuten und von der Welt zu verschließen, so dass Leuchmadan seiner Macht beraubt wurde und verschwand. Das Kästchen verschwand jedoch ebenfalls bei einem der lichten Völker nach dem Ende der Schlacht.
In der Gegenwart ist Leuchmadan zurückgekehrt und schickt über seine „Verwalterin“ eine bunt zusammengewürfelte Truppe aller Völker der grauen Lande los um sein Herz zurück zu holen, unter anderem drei Gnome, eine Dunkelelfe, ein Goblin, ein Troll und ein Wardu.
Die Gruppe, die sich natürlich mitnichten einig ist, macht sich also auf den Weg zu den Elfen um dort das Kästchen aufzuspüren, muss aber auch erfahren dass eine Gruppe der Lichten unterwegs ist, um das Herz direkt an ihrem Ursprung zu vernichten. Doch bevor alle Gruppenmitglieder dieser nur von den Gnomen vernommenen Nachricht glauben schenken und dann noch einen Plan fassen, ist es noch ein weiter Weg. Dieser führt unter anderem an einem alten Drachen vorbei und eigentlich ist sich niemand aus der Gruppe mehr so wirklich sicher, wer überhaupt noch die Absicht hat, dass Kästchen zurück zu Leuchmadan zu bringen.

Fazit:
Gefährten des Zwielichts ist eines der vielen Bücher die im neuen Hype um die Fantasy im Buchregal gelandet sind und die leider schnell zu unrecht von potentiellen Lesern übersehen werden könnten. Die Geschichte bietet neben eher unmoralischen Protagonisten, mittlerweile ja nichts besonderes mehr, eine besonders lebendige und vor allem glaubwürdige Beschreibung derselben. Besonders auffällig ist, dass die Erzählung die Elemente einer klassischen Heldengeschichte enthält, nur eben aus dem entgegengesetzten Blickwinkel. Die Gruppe misst ihre Feinde mit ihren eigenen Maßstäben und sieht so nicht, dass diese vielleicht aus anderen Motiven als Egoismus oder Machtstreben handeln. Aus anderen Geschichten ist ja bekannt, daß auch die Guten die Taten und Motive ihrer Gegner nicht immer nachvollziehen können. Das die Finsteren mit ihrer Einschätzung falsch liegen, sieht nur der Gnom Wito, aus dessen Sicht ein Großteil des Buches geschildert ist. Durch die etwas ungewöhnlichen Charaktere benötigt man allerdings einige Zeit (etwa 100 Seiten) um mit allen warm zu werden.
Der Schreibstil ist locker und enthält genau das richtige Anteile an Beschreibungen und wörtlicher Rede, so dass die Geschichte für den Leser lebendig und voller Bilder ist. Hinzu kommen einige Absurditäten, wie etwa das Geschehen um den Drachen oder der Troll, der immer wieder in einer für Trolle typisch simplen Sprache darauf hinweisen muss, dass Trolle gar keine Menschen fressen und Kühe nur als Keulen verwendet.
Die Geschichte selbst ist zwar irgendwie eine Art umgedrehter Herr der Ringe mit Goblins und sowas wie Ringgeistern (die Wardu), bei dem eben die Antagonisten den Ring vernichten wollen, womit sich die Vergleichbarkeiten aber auch schon erledigt hätten.
[URL=“http://www.romanecke.de/zwielicht/“]Gefährten des Zwielichts – die offizielle Homepage[/URL] bietet für alle interessierten neben einer Leseprobe noch einige weitere Goodies.
4/5

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