Ein Magier auf Abwegen – Teil 6

Ein paar Informationen

„Nun, dies ist.. war mein Haus. Ich war aber während der Belagerung nicht in der Stadt. Die Kämpfe sollen sehr heftig, aber auch kurz gewesen sein. Beide Seiten machten keine Gefangenen.“ Er stockte kurz, scheinbar erwachte in ihn die Erinenrung nun doch wieder. „Die Stadt wurde inenrhalb kürzester Zeit eingenommen. Wesentlich mehr kann ich euch nicht sagen. Aber es heißt Gallotta und Xeeran sein in der Stadt und Rhazzazor soll in der nächsten Zeit ebenfalls ankommen.“
„Hmmm.“ murmelte ich als Kommentar auf seine Aussage. „Aber genaueres wisst ihr nicht? Vermutlich seit ihr deshalb überhaupt noch hier.“
Der Mann schüttelte den Kopf. „Nein, genaueres weiß ich nicht. Ich wurde von der Armee mitgeschleift, als ich mit Warenproben von der Küste hierher unterwegs war.“
„Ach,“ Ich zog beide Augenbrauen in die Höhe, „dann seit ihr also Händler, hmm? Mit was habt ihr denn gehandelt?“
Der Mann schaute auf. „Ich habe Verbindungen zu den großen Geld und Handelshäusern Aventuriens…“ Kurz zögerte er. „gehabt. Ich habe mit Edelstoffen, wie Seide, Parfum oder Gewürzen gehandelt, aber auch Artefakte und magische Werke aus Kunchom und Mherwed waren mein Eigen.“ Kurz erkannte man die Autorität und die Macht die jeden großen Händler umgibt auch in dem alten Mann, doch verschwand sie so schnell wie sie gekommen war.
„Ahmmm“ erwiderte ich nickend.
„Vermutlich bist du deshalb noch da…“ Recht langes Gespräch da draußen… ich fragte mich wo sie blieb. Ich schaute unwillkürlich zur Tür.
Der Mann zuckte nur etwas hilflos wirkend die Schultern. Schwieg auch, die Frau erschien aber noch nicht, die Tür blieb geschlossen. Der Mann schien meinen Blick aber durchaus zu bemerken.
Und da ich ihn ebenfalls bemerkte: „Dauert das wohl noch lange?“
Der ältere Herr zuckte leicht mit den Schultern. „Ich kann es euch nicht sagen. Ein Bote von Galotta ist hier, ein Schelm oder wohl eher die Parodie eines solchen.“
Ein kurzes Aufflackern in meinen Augen vermochte dem geübten Beobachter signalisieren, dass mir diese Person durchaus bekannt war.
„So… und ihr wisst nicht zufällig warum?“
Dem Herren schien es jedoch nicht aufzufallen, oder er zeigte es nicht. „Ich denke es wird um die nächsten Abende gehen, Planung für den weiteren Feldzug. Die Herrin…“ Kurz stockte er, schien diese Bezeichnung für ihn neu. „ist für die Bereitstellung von Paraphernalia und astraler Kräfte verantwortlich. Außerdem gibt es angeblich Streit zwischen Xeeran und Rhazzazor wegen der Verwaltung der Stadt. Galotta will seinen Vorteil daraus schlagen.“
„Ihr wisst erstaunlich viel… warum?“ fragte ich etwas irritiert.
Kurz runzelte der Mann die Stirn, musterte mich noch einmal. „Man muss meist nur die Augen und Ohren offen halten.“
„Dann solltet ihr aufpassen wem ihr Dinge sagt und wem nicht… ansonsten könnte Wissen sehr unangenehm werden, wenn ihr versteht was ich meine,“ antwortete ich mit immer noch ruhiger Stimme, inzwischen aber doch etwas nervös, weil sie immer noch nicht wieder hier war.
Der Mann runzelte wieder leicht die Stirn und mustert mich nochmals genauer, erhob sich dann langsam. „Ich werde… einmal nach der Herrin schauen.“ Sagte er langsam und ging dabei schon zur Tür.
„Fein.“ entgegnete ich und schaute mich ein bisschen im Raum um, der aber nichts interessantes bot.
Ich wartete einige Augenblicke und ging dann zur Tür um zu lauschen. Man war ja neugierig und so…
Hinter der Tür war es still, nur kurz hörte man Schritte auf marmornem Boden und dann das Öffnen einer Tür.
Na wunderbar… Ich zähmte meine Neugier ihm weiter zu folgen und ging wieder ein paar Schritte von der Tür weg um mich nach einer geeigneten Sitzgelegenheit umzusehen.
Auf der rechten Seite war ein Tisch sowie mehrere mit Polstern überzogene Stühle zu sehen. Ansonsten standen am Kamin auch 3 hohe Sessel.
Ich wählte den linken Sessel und setzte mich drauf um dann etwas genervt in Richtung Tür zu starren.
Und sobald ich meinen Blick auf die Tür richtete, öffnete sie sich. Doch statt des Herren oder der Frau, schlenderte ein schwarzhaariges Mädchen durch die fest geschlossene Tür. Eine blass durchscheinende Tür schloss sich hinter ihr wieder. „In die Höhle des Löwen, wie heroisch und mutig.“ Sagte sie und ging langsam auf mich zu.
Toll… „Was meinst du werden sie sagen, wen ich mich mit mir selbst unterhalte, nur weil du hier auf einmal aufgetaucht bist, hmm?“ entgegnete ich mehr als unfreundlich.
„Und ich mach das hier mit Sicherheit nicht zum Spaß meiner selbst, wie wir beide wissen dürften…“
Das Mädchen lachte bei meinen Worten böse auf. „Sicherlich nicht. Alles hat seinen Preis, sterbliches Ding. Also, was ist es dir wert zu wissen worüber sie reden? Direkt über dir. Ach, sie sind so blind.“ Ihr Lächeln war perfekt und doch so eisig.
„Mir wert.. Hah… Woher soll ich wissen, dass es nicht schlichtweg der neueste Duft für die betörende Beschwörerin ist, über den sie sprechen.. nein, nein. Wenn es etwas wichtiges ist, werde ich es auch so erfahren können,“ entgegnete ich recht schnippisch.
Das Mädchen hob abwehrend beide Hände. „Bitte, bitte. Wer nicht lernen will, muss halt fühlen.“ Sie zuckte mit den Schultern. „Tja, aber wenn du mich eh nur nerven willst, vielleicht wäre die Hausherrin ja über unerlaubten Magiegebrauch erfreut.“ In ihren Augen glitzerte es diabolisch.
„Damit kannst du mich nicht reizen. Niemand hat etwas gegen Magieanwendung gesagt. Außerdem gehe ich davon aus, dass ich mehr kann…“ entgegnete ich leise.
Das Mädchen seufzt schwer und schüttelt dann wieder den Kopf, schaute zu mir und hob die Hand, „Tata“ Die Tür wurde hinter ihr geöffnet und ihre Gestalt wurde von der Zugluft zerrissen. Die Magierin stockte kurz, schaute mich dann an. „Ahh, ihr habt es euch also schon gemütlich gemacht, wunderbar.“ Mit einem freundlichen Lächeln ging sie und setzt sich in einen anderen Sessel. Von der Eingangshalle konnte man Glöckchen klimpern hören.
„Hmm?“ Ein kurzer Moment der Verwirrung über ihr plötzliches Erscheinen und das Geräusch von weiter weg, der dann in halbwegs ungeteilte Aufmerksamkeit überwandelte.
„Ja sicher… „

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