Dread – der dunkle Turm Spielbericht

Das Jenga Tower Spiel in der Dark Tower Welt

Vor einiger Zeit hatte ich das Privileg eine meiner besten Runden seid langem zu leiten. Der Verdienst dabei geht natürlich nicht nur an mich, sondern vor allem auch an meine wunderbaren Spieler. Auch wenn dieser Spielbericht schon im Forum gepostet wurde, möchte ich ihn doch auch hier veröffentlichen.

Ein bisschen Orientierungshilfe für die Eingeweihten:

Dread ist ein erzähllastiges Horrorrollenspiel, dass statt Würfel einen Jenga Turm verwendet. Schwierige Proben bedeuten mehr Steine ziehen. Ein fallender Turm ist ein toter Charakter. Es besteht also die Chance, dass ihr ab einem gewissen Punkt nicht länger mitspielt (auch wenn ihr gerne dabei bleiben dürft und vielleicht sogar einen NSC kriegt).
Charakter haben keine Werte sondern bestehen ausschließlich auf Antworten auf vom SL vorbereiteten „geladenen“ Fragen (z.B. Warum hast du aufgehört deine Frau zu schlagen?). Für dieses Szenario habe ich die folgenden  Fragebögen und ein kleines (kopiertes) Lexikon für die dunkle Turm Welt erstellt.

Gespielt wurde in „Dark Tower“ Welt von Stephen King. Die Reihe der dunkle Turm umfasst fast das gesamte Werk von King und verbindet (fast) alle Romane zu einem gemeinsamen Multiversum. Die Hauptspielort ist eine postapokalyptische Welt zwischen Magie und vergessener Technik. Einflüsse aus zahlreichen anderen literarischen Welten spuken durch das Multiversum sind sie doch alle irgendwie irgendwo real. Ich könnte noch viel mehr darüber sagen, aber ich denke, dass ist genug um zumindest den Spielbericht lesen zu können:

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Das erste was wir sehen ist eine Ruinenstadt nahe der Rand Welt. Eine Betonwüste, unterbrochen von zerstörten Gebäuden einer vergangenen Zeit. Das wenige Erde was unter dem gerissenen Beton hervor sticht ist grau und tot. Nichts wächst hier, nichts kann hier leben. Staubstürme fegen jeden Tag mehrfach durch das was von dieser einst prunkvollen Stadt geblieben ist. Ein weiteres Zeichen der Hybris der Alten. Nur an einem großen Platz wie durch ein Wunder verschont bohren sich trotzig drei Türme in den Himmel. Tar-Dête, die kleine Zuflucht. Gleichzeitig Name der gesamten Stadt und seiner Bestandteile. Wir blicken jedoch zu Tar dem größten der Türme. Ein riesiges Hochaus, mit von Stahlstreben unterbrochenen Glaswänden. Licht dringt durch diese unzerstörbaren Fenster in die äußeren Räume und auch wenn es einst ein kalter kahler Ort der Arbeit gewesen ist, so haben die Bewohner des Turmes versucht alles daraus zu machen es in einen wohnlichen Ort zu verwandeln. Holzverschläge trennen Büroräume voneinander ab und bilden so kleine Häuser, metallene Wände sind mit aufmunternden Bildern bemalt. Noch immer ist der Turm ein Ort zum überleben und nicht zu leben, aber der Wille und die Hoffnung zu etwas besserem ist noch nicht gestorben. Nach den Maßstäben der Midwelt ein guter Ort.

Als erstes sehen wir Jordan. In einfachen Fetzen gekleidet ist er im Erdgeschoß von Tar. Immer wieder gehen Leute ein und aus um nach Dête, dem kleinen Turm, wo im inneren mit aus weiter Ferne gebrachter fruchtbarer Erde Felder angebaut werden und Vieh gehalten wird. Der Dash Dinh hat jedoch schon vor langem das Gebot erlassen, den Turm sauber zu halten und so sieht man viele, die ihre Schuhe und Hosen säubern bevor sie in die höheren Stockwerke gehen. Jene, die es sich leisten können gehen zu Jordan.

Er ist ein alter gebrochener Mann, nie sieht man ihn herumlaufen und wenn man doch einen Blick darauf erhaschen kann, dann braucht er einen Stock um herumzulaufen. Sein großer graubrauner Bart berührt schon seine Brust und wirkt ungepflegt. Die Kleidung wie auch die Schuhe des Schuhputzers sind keineswegs sauber. Sie wirken so als wären sie für eine anderes Leben – ein Leben auf der Straße- gemacht, doch nie hätte sich ihr Besitzer die Mühe gemacht dies zu bemerken. Kaum jemand weiß von seinem alten Leben, kaum jemand nimmt ihn überhaupt als Person war. Eines Tages war er einfach da.

Wir jedoch wissen mehr. Jordan war einst ein Revolvermann. Ein Mann der Waffe, ein Sohn Gileads, manche würden sagen ein Held. Sein Vater teilte sich dieses Schicksal, doch er verriet die seinen und wurde für seine Taten gestraft. Jordan blieb nichts übrig als ein Musterbeispiel der Tugenden zu werden, um aus dem Schatten dieses Erbes zu springen. Doch ein Mitglied seines Ka-Tets Walter, dem ein oder anderen Leser sicher bekannt, verriet Jordan. Und so verließ er was von den Revolvermännern übrig geblieben war und wurde zu dem der er heute ist.

Nicht so Benjamin. Benjamin ist aufgewachsen in Tar-Dête und seine Familie war eine der ersten, die hier Fuß fasste in grauer Vorzeit. Sein Leben führt er auf einem der höchsten Stockwerke in einem für die hiesigen Verhältnisse großen Arbeitsraum und einem kleinem Schlafzimmer daneben. Auch er hat schon ein halbes Leben hinter sich, seine Frau hat er bereits zu Grabe getragen. Nach außen hin gilt Benjamin als gestandener Mann der Stadt. Kaum einer weiß, darum, dass er es mit einigen wenigen anderen Sai ist, die als Ke-Mika die Geheimnisse der Reagenzien kennen, die es erlauben die Tiere zu beruhigen, so dass sie in den engen Räumen des dritten Turms bereit sind zu leben. Das hindert aber die Stadt nicht, zu wissen, dass er wichtig ist und vom Ältestenrat, besonders von dessen Führer dem Dash Dinh geachtet wird.
Mit niemanden redet er jedoch über die Dinge, die ihn plagen. Die Alpträume, die er über seine über ihn lachende Frau hat, die Armbrust seines Vaters aus dem seltsamen Material und den noch seltsameren Symbolen darauf. Benjamin hat eine starke Fassade aber in seinem Inneren tobt schon seit Jahren ein Sturm.

 

Beide jedoch werden zum Ältestenrat gerufen. Das Orakel wurde als junges Mädchen ausgewählt um sich Dämonen hinzugeben um Visionen der Zukunft zu erhalten und ist jetzt wenige Jahre später eine verhärmte unglückliche Frau. Sie hat eine Vision gehabt, gesehen wie alle Türme Tar-Dêtes untergehen. Ein Beamquake, dass alle und jede hier vernichten wird. Nur eins kann die Stadt retten, Jordan und ein Begleiter müssen ausziehen ihren dritten Teil zu finden und „Hazel“ zu besänftigen
Der Dash Dinh wollte den Ältestenrat nicht die Entscheidung überlassen wer der Begleiter sein sollte und so durfte Benjamin die Entscheidung treffen. Niemand jedoch konnte voraussehen, dass er sich selbst freiwillig melden würde, wusste doch niemand von den inneren Dämonen, die ihn plagen.
Doch so ist das Ka, unvorhersehbare bis man auf der letzte Wagenrad zurückblicken kann.
Zwei von dreien waren also gefunden und das Orakel sagte, der dritte wäre nicht von hier sondern von weit entfernt. Sie sagte das Ka-Tet würde sich im verbotenen Wald der 100 Morgen zusammenfügen.
Als nächstes sehen wir, wie Jordan am nächsten morgen durch die Menge schreitet. Verschwunden ist der alte Mann. Unter seinem ehemaligen Bart hat sich ein wettergegerbtes Gesicht hervorgeschält. Sein Stock ist seinem Gunna gewichen, dem Holster und den Waffen eines Revolvermannes, die er um die Hüfte trug. Dieser Mann trug noch immer einen geflickten Fetzen als Hemd. Doch dieses Hemd trug er mit einem Stolz, dass keiner um ihn herum es übersehen konnte. Am Tag zuvor hatten er und Benjamin viele Fragen über sich erdulden lassen und das ein oder andere über Jordans Vergangenheit war ans Licht gerückt. Manche spuckten aus, sahen in ihm den Grund für all das Leid, andere sahen in ihm eine regelrechte Sagengestalt, ausgezogen um die Stadt zu retten.
Wenig später folgte Benjamin. Sein Abschied war weniger durchwachsen, er war ein gefeiertes Mitglied der Stadt, wenn ihn überhaupt jemand aufhalten wollte, dann nur um an seiner statt zu gehen.

Doch beide machten sich in der glühenden Morgensonne auf den Weg. Erbarmungslos wurden sie durch die Ödnis der Stadt getrieben, bis sie an dessen Rand Tage später auf den besagten Wald stießen. Der hundertmorgen Wald empfing sie nicht mit offenen Armen. Die Bäume hatten gerade genug braungrünes Blätterdach um genügend Licht  der Abendsonne zu verschlucken. dass man sich nicht sicher sein konnte was man sah. Das Unterholz war dicht und voller Dornen, die einem die Beine zerreissen wollten. Niemand der bei rechten Verstand war würde den Wald betreten, dieses Ka-Tet jedoch musste sich vervollständigen und so bahnten sie sich ihren Weg.

Nur wenig zuvor war David in diese Welt gekommen. Das letzte woran er sich erinnerte war eine Faust, die seinem Gesicht näher kam. Ein Trainingsunfall? Das letzte Mal als ihm dies passierte war er aufgewacht an einem Ort, den man nur das Paradies nennen konnte. Ein grüner Wald, voller Glückseligkeit in der er sogar seinen Bruder Bobby wiedersah. Schon damals wusste David, dass er an diesem Ort falsch war. Selbst bevor er im Krankenhaus wieder aufwachte. Denn niemals würde David das Paradies sehen, zu schwer wog die Schuld von… damals. Nachdem sein Vater in einem Autounfall starb, blieb David nichts anderes übrig als seinen Bruder Bobby Vater und Bruder zugleich zu seien, war doch ihre Mutter schon lange nicht mehr in ihrem Leben. David jedoch war schnell wütend und unvorsichtig. Bobbys Leben war dementsprechend nicht immer leicht und sie stritten viel. Eines verhängnisvollen Tages vor wenigen Jahren, beide waren den Kindesalter bereits entwachsen, starb Bobby dann im Zuge eines Streites. Ein gebrochener Kiefer, ein zersplittertes Bein und innere Blutung. Die Trauerfeier war eine Farce, alle machen David verantwortlich für den „Unfall“.

Nun jedoch schien Ka ihm sein Ende zu zeigen. Nicht das Paradies sondern die Hölle war vor ihm. Verdeckt durch einen schwarzen Schemen, sah er die kahlen Bäume, roch den fauligen Gestank… Dies war das dunkle Ebenbild des Waldes.

Und über ihm? Der schwarze Schemen? Ein Dämon der Hölle! Ein verhutzeltes Wesen mit Glatze und einigen wenigen viel zu dicken Borsten, die ihm hier und da ohne Sinn und Verstand durch die Haut sprossen. Schlabrige ledrige Ohren, die bis zum Kinn herunter hingen und Zähne, die definitiv nicht menschlich waren. Die großen Triefaugen und die seltsam hochgedrückte Nase gaben dem Wesen ein fast schon schweinisches Aussehen. Mit einem gurgelnden Krächzig fiepsigen Geräusch, das wohl seine Stimme sein sollte, schrie es David an “ WAS MACHST DU HIER?! DU GEHÖRST HIER NICHT HIN! MONSTER!“ Viele Beleidigungen kamen über den verwirrten David herein, doch bevor er mit diesem oder auch nur der Situation fertig werden konnte durchzuckte ihn ein stechender Schmerz.

Das DING hatte ihn mit einer rostigen Forke angegriffen! David fackelte nicht lange und versuchte diesem Schweinemenschen die Waffe zu entreißen, doch kaum war ihm das geglückt, verbiss es sich in seinen Arm und rang ihn zu Boden.

Eine weiter Stimme, lispelnd nasal und leicht verzerrt drang hinter him. „Piglet.. wasz izt denn dazz?“ „NICHTS Master RABBITS… Ein MONSTER!“

Rabbit war ebenso ein Hase wie das andere Wesen namens Piglet ein Schwein. Ein ungepflegter Flaum verdeckte fleckig gnädigerweise einen Teil seines Gesichtes. Riesige krumme Schneidezähne kamen aus seinem Mund und einzelne Sabberfäden liefen daran herunter. Seine tief liegenden winzigen Augen fielen selbst über der verkümmerten Nase kaum auf. Die ganze Aufmerksamkeit richteten die knorpeligen Auswüchse seiner Ohren auf sich, die sich bis Zentimeter über den Kopf in den Himmel schraubten.

All das war zuviel für David. An seinem Verstand zweifelnd ließ er sich von den beiden Wesen abführen. Sie brachten ihn in eine krumme und schiefe uralte Hütte. Der Gestank, der ihm entgegen kam war betäubend. Verdorbene Essensreste und Fäkalien über und über von Schimmel überzogen bedeckten fast den gesamten Boden. Sogar der massive Schrank in den sie ihn sperrten, war bis zu den Knöcheln mit diesem Dreck gefüllt.

Wenige Stunden später hatten Jordan und Benjamin die Lichtung mit der Hütte erreicht. Sie waren die letzte halbe Stunde einem Pfad gefolgt, der wie von einem Monster durch den Wald gezogen worden sein musste. Ein großes Raubtier, das in seinem Hunger selbst Büsche und Bäume zerfraß und so eine Schneise des Todes durch den düsteren Wald zog.
Beide wussten, dass sie nach jemanden hier suchten und so klopften sie trotz des Gestankes im letzten Licht der untergehenden Sonne an der Hütte an. Das winzige Auge Rabbits schob sich vor ein Astloch in den Brettern und betrachtete beide skeptisch. „Noch solche Wezzen. Wasz wollt ihr hier? Verzzchwindet!“
Direkt war klar, ein Mensch war es nicht was da hinter den Brettern auf sie wartete, doch so schnell gab Benjamin nicht auf. Eine seiner Phiolen mit Reagenzien wurde geöffnet und unter dem Astloch geschenkt. Schnüffelnde Geräusche von Rabbit folgten..“Mhhmhhmhhnmn.. Robin Krizztofa? Krizustofa Robin? Zzeid von ihm gekommen? Kommt doch rein.“
In diesem Augenblick, nachdem er die Stimme von Menschen hörte, begann David erneut um Hilfe zu rufen und Piglet wie schon viele Male zuvor auf den Schrank einzuschlagen, damit er endlich Ruhe gibt.

Die Situation eskalierte. Erst waren beide Wesen bereit, David in die Obhut der Neuankömmlinge zu geben, doch als die des Schrankes gegeben wurde, gab dieser Fersengeld und rannte auf die Lichtung. Nicht jedoch ohne vorher etwas zu sehen, dass ihn auf Mark erschütterte. Der ihm unbekannte Jordan glich seinem verstorbenen Bruder wie aufs Haar. Sicher er war um Jahre gealtert, aber es WAR Bobby. Bejamin und Jordan folgten David einige Schritte, doch bevor es zu einer echten Aussprache kommen konnte, erschütterte ein Gebrüll den stillen Wald. Ein Raubtier, riesig und gefährlich. Nach kurzen Worten flohen alle zurück zur Außenwand der stinkenden Hütte.
„Der Pooh“ hörten sie im inneren Rabbit raunen. Und tatsächlich… ein Monster ebenso hässlich wie die beiden, nur Bär wo sie Hase und Schwein waren, gallopierte auf allen Vieren auf die drei draußen zu. Bläschen schlagender Schaum bedeckte die vielen spitzen Zähne in der Schnauze des struppigen Monsters. Der menschliche nackte Körper eines verzerrten Mannes mit gleichlangen muskulösen Gliedmaßen schmückte den ekelhaften Kopf eines mutierten Bärens.
Doch der Pooh fraß sie nicht. Der Gestank des Hauses hielt ihn weniger Zentimeter außer Reichweite von den dreien und auch wenn keiner zu atmen wagte hatten sie überlebt.  Nur Benjamins Phiolen und der daraus entstandenen Stinkbombe war es zu verdanken, dass Pooh schlussendlich nach ROOOBIIINN brüllend wieder davon lief.

Genügend Zeit jedoch für Rabbit an seiner ersten Idee zu zweifeln. Niemals waren diese drei irgendwie Freunde seines Herren. Ein blutiger doch kurzer Kampf folgte in dem das Ka-Tet die dämonischen Wesen zur Strecke brachte. Ein Schuss für Rabbit und ein gebrochenes Genick für Piglet später erholten sich alle drei in der ekelhaften Hütte. Benjamin nutzte die Zeit um die Schimmelsporen in einer seiner Phiolen aufzulösen, denn beim nächsten Mal würden sie etwas wirksameres brauchen um Pooh davon zu jagen. Immerhin konnten sie die Hütte selbst schlecht mitnehmen. Währenddessen blieb jedoch für alle drei genügend Zeit ihre Geschichte bis hier hin auszutauschen.

David erzählte von seiner Welt und auch wenn die anderen wenig verstanden, so ging es ihm mit ihren Erzählungen nicht besser. Eins jedoch gab er von sich, was die anderen beiden erstaunt aufschauen ließ. David kannte diesen Ort und diese Wesen aus einer Geschichte. Einer Kindergeschichte namens Winnie the Pooh. So grausam es Jordan und Benjamin auch erschien Kindern von diesen Wesen zu erzählen, es konnte ihnen nur helfen. Nachdem David also davon erzählte entschlossen alle nach der weisen Eule zu suchen, die es geben müsste. David konnte sich sogar noch aus der Geschichte an den groben Weg erinnern.

Als der Morgen anbrach und sie aufbrachten, suchten sie nah und fern und bald fanden sie was sie suchten. Erneut eine Lichtung, doch diesmal keine Hütte sondern ein knorriger Baum. So verwinkelt und wulstig war er empor gewachsen, dass er nicht nur fast schon eine Treppe bildete, nein in seiner Krone zwischen Ästen eingeklemmt war ein kreisrunder riesiger Zylinder. Dunkel und leicht biegsam doch fest war das Material. Genau aus dem selben wie die Spanne an der Armbrust von Benjamin.
Dunkel hallend erklang eine düstere Stimme aus dem inneren des Zylinders als sie ihn berührten.
„Nun kommt schon herein, wenn ihr schon klopft.“ Und vor ihnen schwang ein Segment des nahtlosen Materials zur Seite.
Das innere war das Gegenteil des äußeren. Ein spartanisch eingerichteter Raum. Alles im inneren schien weiß zu sein und mit nur wenig helleren beigen Symbolen bedeckt. Die selbe Art von Symbolen wie sie auch der Lauf der Armbrust trug.
Die Eule selbst war ein nacktes Wesen ohne sichtbares Geschlecht. Alabasterweiße Haut zu klein für den sowieso schon zierlichen Körper spannte sich. Riesige Feder wuchsen aus den Armen und bildeten Schwingen, die eher gefährlich aussahen denn schön. Zwei von diesen riesigen grauweißen Federn begannen auch über den dunklen Augen und legten sich eng an den Kopf an nur um im Nacken zu enden. Mund und Nase des Wesens jedoch waren bedeckt von einer metallenen Schnabel der direkt auf die Haut des Wesens geschmiedet schien.
Eule war bereit den dreien Rede und Antwort zu stehen, für jede Antwort jedoch verlangte es selbst neues Wissen. David tauschte sein Wissen um die „Winnie the Pooh“ Geschichte gegen den nächsten Schritt zur Lösung ihrer Aufgabe ein. Christopher Robin galt es zu bestehlen, denn er trug bei sich eine Spielkarte, die es erlaubte in das Reich vor Hazel sich befand einzudringen. Doch Eule deutete an das Jordan und Robin etwas besonderes verband. Jordan fragt sogleich danach und Benjamin wollte indes wissen was es mit den Zeichen auf sich hatte. Eule jedoch war für eine Abschrift der Zeichen auf der Armbrust nur bereit eine Frage zu beantworten und so opferte Benjamin seine mögliche Gewissheit gegen ihre Aufgabe. Christopher Robin zog einst unter einem anderen Namen durchs Land. Es war Jordans Vater, der auf unbekanntem Wege dem Tode von der Schippe gesprungen war.

Die Wut überkam Jordan und bedurfte beider anderen um ihn dazu zu bringen voran zu schreiten. So ließen die drei Eule zurück und machten sich auf die Suche nach Christopher Robin. Bald erreichten sie das Ende des hundertmorgen Waldes und standen vor einem kleinerem düsteren Abbild der Türme Tar-Dêtes. Wo ihre Türme voller Glas waren, befanden sich auf diesem düstere Spiegel. Ein rötliches Licht leuchtete am vermuteten Eingang, doch bevor es soweit kam durchzuckte ein Schuss die Luft.
Was hinter den Bäumen hinter ihnen hervortrat war kein Mensch mehr. Kein Monster wie die Piglet sondern mehr Maschine. Metal ersetze Fleisch, ein Arm durch ein Gewehr ersetzt, Schrauben, die sich in Fleisch bohrten und ein rötliches Licht wie am Eingang das Hauses blinkte an der Seite seines Kopfes.
Als Jordan und sein Vater einander erkannte folgte ein wilder Schusswechsel, nur Davids Einsatz war es zu verdanken, dass der todesmutige Jordan nicht durchbohrt wurde. Benjamin jedoch war es schlussendlich, der den Konflikt beendete. Ein Bolzen seiner Armbrust zerstörte das blinkende Licht an seinem Kopf und um Verzeihung flehend brach Jordans Vater sterbend zusammen.

Stille folgte, doch schon bald wurde sich das Ka-Tet seiner Aufgabe bewusst. Bei sich trug das Wesen, eine Spielkarte.
Drei Dinge fanden sich darauf.
Der Umriss eines Hasenkopfes mit einem roten Auge.
Das Abbild von Jordans Vater
und folgender Schriftzug

Hundred Acre Wood Dogan
North Central Positronics
in Association with HAL Labratories

Als die drei dann an das Gebäude traten, erklang eine wohlmodulierte freundliche Stimme aus dem roten Licht an der Tür.
„Willkommen im Dogan. Mein Name ist El-ahrairah bitte identifizieren sie sich.“
Benjamin schrie auf. Die Stimme war ihm wohl bekannt, hatte er sie doch jahrelang jeden Tag und nun in seinen Alpträumen immer wieder des Nachts als Erinnerung vor sich. Dies war seine Frau Elyra. Nichts brachte dieses Stimme zum verstummen, schlussendlich blieb ihm nichts als seine Ohren zu verstopfen um dem Wahnsinn weiter zu entgehen. Der Einlass in den Dogan jedoch verlief problemlos. Die Karte von Jordans Vater öffnete die Tür und im inneren sprangen flackernder Lichter an um sie zu begrüßen.
Der Dogan war schon lange verlassen, doch noch immer funktionierte viel unter El-ahrairahs Befehl. Sie war ein körperloses Wesen, ein Geist in der Maschine, eine KI, ein Dämon. Wie auch immer man sie nennen wollte, sie war kooperativ. Sie zeigte den anderen den Weg zu Hazel und auch wenn dabei ein grausames Kinderlied in den Gängen hin und her hallte, dass obwohl El-ahrairah das Ka Tet beruhigen wollte in seinem verzerrten Gang mehr Spannung als alles andere erzeugte, so schien das Wesen sie nicht betrügen zu wollen. „Das kann ich leider nicht tun, David“ Gab El-ahrairah zu bedenken als sie das Lied abschalten wollten.
El-ahrairah führte sie tief unter die Erde in einen gegrabenen Tunnel breit genug für 10 Mann und lang genug um Tagelang geradeaus zu marschieren ohne ein Ende zu erreichen. Eine offene Lohre mit Bänken transportierte sie in einer Geschwindigkeit jenseits alles möglichen den Tunnel entlang. So sehr kam ihnen der Wind entgegen, dass sie zweimal losfahren mussten. Benjamin konnte sich nicht auf der Lohre halten und seine Armbrust zerbrach beim Sturz.  Die hämische Stimme seiner toten Frau erkundigte sich nach seinem Wohlbefinden…. einen mentalen Zusammenbruch später waren alle wieder auf dem Weg.
Das Ende ihrer Reise war schrecklich. Ein riesiger Hase, ebenso wie Jordans Vater mit Metall verunstaltet nahm das Ende des ganzen Tunnels ein. Seine Schaufelräderhände bohrten sich in das Gestein und angefeuert wurde er von fliegenden Bällen aus dem selben Material wie Eules Haus mit leuchtender Unterseite. Immer wieder schossen Lichtstrahlen auf das gequälte Wesen ein. Niemals ließen sie es ruhen.

El-ahrairah jedoch ließ nicht zu, dass das Wesen erlöst wurde und als das Ka-Tet sich gegen diese Sklaverei wandte, wandten sich die fliegenden Bälle gegen das Ka-Tet. Abermals war es David, der die anderen rettete. Eine der Maschinen war unter einem Schuss von Jordan gefallen und David sprang auf dessen Trümmer zu. Er versuchte, die Lichtkanone des Wesens zu nutzen um die anderen zu zerstören. Doch schlussendlich war es ein Explosion, die nicht nur seine Feinde sondern auch ihn vernichtete. Er starb, aber er starb im Wissen endlich die Schuld abgetragen zu haben, die er auf sich geladen hatte. Sein Bruder war tot, aber dieses Ebenbild hatte er gerettet. Er starb in Frieden.

Jordan und Benjamin jedoch wurden von der Explosion zurückgeschleudet. Hazel selbst schien es kaum zu merken, was hinter ihm passierte. Was er jedoch merkte war, das die ewige Qual sein Ende nahm. Niemand beschoss ihn mehr. Niemand hielt ihn mehr her.
Zum ersten Mal seit Jahrhunderten drehte er sich um.

Benjamin dachte schnell. Die Wut in den Augen des Hasen war unübersehbar. Ein einziger Hieb des riesigen Wesens würde sie vernichten. Die Essenz des Gestanks der Hütte gab Benjamin was er braucht. Jordan und er wurden damit benetzt und angeektel lief der Hase an ihnen vorbei.
Hazel war besänftigt, Tar-Dête gerettet.

Epilog:
Jordan und Benjamin brauchten lange für den Rückweg. Der Dogan war von Hazel komplett zerstört und nichts war von El-ahrairah zurückgeblieben. Den hundertmorgen Wald betraten sie nicht erneut, sondern umgingen ihn weiträumig. Was aus dem Puuh geworden ist und den anderen Einwohnern ist Teil einer anderen Geschichte.
Jordan wurde als der Held begrüßt, der er einst war und ging als der Begründer einer neuen Schule von Revolvermännern in die Geschichte Ta-Dêtes ein.
Benjamin war sehr bald das neueste Mitglied des Ältestenrates und dann sogar Dash Dinh. Eines Abends jedoch wurde ihm eine Botschaft gebracht, die einem Boten einem geflügelten Monster gegeben war. Eine Anleitung, die Erklärung einer Formel. Das Erbe der Vater und die Übersetzung der Symbole der Armbrust. Eine Reagenz, die schlussendlich das Land unter der Betonwüste der Stadt wieder fruchtbar machen sollte. Ein Neuer Anfang für diesen Teil der Welt. Ein Ort zum Leben nicht nur zum Überleben zeichnete sich am Horizont ab.

1 Kommentar zu Dread – der dunkle Turm Spielbericht

  1. Das hört sich mal nach einer interessanten Runde an…

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