Die Saat

Vampire mal anders

Ein Flugzeug aus Berlin landet auf dem New Yorker JFK Flughafen, doch es kommt nie in seiner Haltebucht an. Als sich die Wartungstechniker aufmachen um nachzusehen was mit dem Flugzeug passiert sein könnte, finden sie es komplett abgeschaltet draußen auf dem Rollfeld. Da ein terroristischer Angriff befürchtet wird, nachdem die Insassen des Flugzeugs tot auf ihren Sitzen gefunden wurden, wird unter anderem auch der lokale CDC Leiter des Projektes Canary, Dr. Goodweather, hinzugezogen. Dieser kann jedoch zunächst nicht ermitteln was genau die Ursache für den plötzlichen Tod von über 200 Menschen ist, da sich weder ein giftiges Gasgemisch in der Luft befindet, noch die Menschen irgendeine Form der Panik zeigten. Doch dann findet er erst einen, dann noch drei weitere Überlebende, die sofort ins nächst Krankenhaus gebracht werden, während die restlichen Körper zur weiteren Untersuchung auf drei Krankenhäuser verteilt werden.

Noch immer auf der Suche nach der Ursache, finden die Flughafenmitarbeiter eine riesige Kiste von 1,40m x 2,50m im Frachtraum des Flugzeugs, die keinerlei Frachtpapiere besitzt und nach Öffnen nur eine große Menge Erde enthält, die dann auch noch während der lokalen, vollständigen Sonnenfinsternis entwendet wird…

Das Buch (der erste Teil einer Trilogie) ist, wie einige Leser vielleicht jetzt schon gemerkt haben, ein Vampirroman. Jedoch keiner der inzwischen so häufig anzutreffenden Liebesschnulzen, sondern knallhart, ekelig und brutal. Im Grunde das genau Gegenstück zum Trend der netten Blutsauger.
Das Buch hat zwar Dr. Goodweather als Hauptfigur, es werden aber viele Szenen auch aus Sicht anderer Personen geschrieben, die etwa in einem Zusammenhang mit den Toten aus dem Flugzeug stehen, oder später eine Rolle bei der Bekämpfung der Vampirseuche spielen. Hier ist bei jeder neu eingeführten Person zunächst nicht klar, ob sie das Kapitel überlebt, oder nicht. Diese Ungewissheit zieht den Leser von einem Abschnitt zum nächsten und obwohl das Buch 528 Seiten besitzt, lässt es sich in kurzer Zeit durchlesen und bewegt zum miträtseln, wenn man wie die Protagonisten nach und nach die Hintergründe der Tat entdeckt.
Eine weitere wichtige Figur ist Abraham Setrakin. Ein Rumäne, der sein halbes Leben nach dem Verursacher dieses Ausbruchs gesucht hat, nachdem er ihn im KZ in Polen zu sehen bekam und so für die Protagonisten und auch den Leser wichtige Hintergrundinformationen bieten kann.
Der Vampir an sich wird in diesem Buch von der wissenschaftlichen Seite erläutert. So wird eine Erklärung für das Umwandeln, wie auch für den Übertragungsweg gegeben und bestimmte Schwächen erläutert, die bis auf eine recht logisch klingen und daher einen interessanten Ansatz für eine wissenschaftliche Herangehensweise an Vampire bietet, die nichts mehr mit Mystizismus zu tun hat. Vergleichbar in etwa mit den Kreaturen aus „The Last man on earth“ (neuverfilmt als „I am Ledgend“).

Fazit:
Alle die es Leid sind immer wieder etwas von den ach so netten Vampiren zu lesen, werden ihre helle Freude an diesem Roman haben, der so gar nichts mit der romantischen Vorstellung gemein hat. Auch kann man sich für entsprechende Vampire im Rollenspiel interessante Ideen aus den wissenschaftlichen Erklärungen nehmen um diese dann für eigene Kreationen zu verwenden. Vampire Spieler werden hier und da einige Ähnlichkeiten erkennen, obwohl die Welt so gar nichts mit der WoD (ob alt oder neu) zu tun hat.
4/5

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