Die Piraten von Shadaki

Die neuen Kai-Krieger 2

Mit den Piraten von Shadaki, geht die Reise unseres neuen Kai-Meisters in das zweite Kapitel. Nachdem wir vom Einsamen Wolf persönlich beauftragt wurden den Mondstein sicher zu den Shianti-Zauberern zu bringen, stellt sich die Reise als langwieriger und gefahrvoller raus als geahnt. So finden wir uns im zweiten Band an Bord der Azan mit der wir uns auf eine 2.500 Meilen lange Reise machen.

Wie diese Ausgangsposition und der Titel verraten, haben wir es mit einem Seeabenteuer zu tun, bei dem wir gelegentliche Halte in verschiedenen Häfen einlegen. Die Handlung ist dementsprechend äußerst abwechslungsreich, wirkt aber manchmal etwas sprunghaft. Angenehmerweise ist ein Großteil unserer Aufgaben und Entscheidungen dabei abwechslungsreich. Zwar wartet das ein oder andere Monster auf uns, statt Kämpfe stehen aber Erkundungen deutlich im Mittelpunkt. Diese Erkunden schaffen es eine lebendige Welt zu zeichnen. Gerade das Zufallsbegegnungen über Kämpfe und Hindernisse herausgehen macht eine der Stärken der Reihe aus. So führen diesmal viele Wege nach Rom und bieten dabei spannende oder auch einfach nur lebendige Begegnungen am Bug oder Wegesrand.

Man merkt durchweg, dass die Einsame Wolf Reihe sehr erwachsen geworden ist. Die meisten Kinderkrankheiten sind überwunden, das Abenteuer ist abwechslungsreich und dabei durchgängig gut komponiert. Es finden sich keine unerwarteten toten Enden und unsere Kai-Fertigkeiten bieten uns sinnvolle Optionen, so dass wir uns auf unserer Reise selten auf pures Glück verlassen müssen.

Auch das Bonusabenteuer von Vincent Lazzari und Alexander Kühnert kann mit diesem Aufbau mithalten. Die Geschichte ist nicht nur tief in der Welt von Magnamund verwurzelt, sondern sowohl erzählerisch als auch spielerisch äußerst gut gelöst. Allein die bemerkenswerte Charakterwahl verspricht eine erinnerungswürdiges Abenteuer. So verkörpern wir Yenna, ein sadisches Waisenkind, die mit Hexenfähigkeiten begabt ist, diese aber im Dienst der Freien Völker einsetzt. Nach einer angemessen kurzen Charaktererschaffung werden wir schnell mit einem großen Auftrag besehen, der uns tief in eine nekromantische Verschwörung katapultiert. Die Erzählung arbeitet mit langen Textabschnitten und schafft es so eine komplexe Geschichte zu erzählen. Dennoch wird uns auf den ‚lediglich‘ 150 Abschnitten erstaunlich viel Handlungsfreiheit gelassen. Wir können tatsächlich unterschiedliche Strategien wählen, die sich erst spät treffen. Dadurch hat die Erzählung nicht nur einen innovativen Aufhänger, sondern einigen Widerspielwert, zumal die wenigen Fähigkeiten für deutlich andere Optionen sorgen.

Fazit

Die Einsame Wolf Reihe bleibt sich auch im zweiten Band der neuen Kai Krieger treu. Das Buch ist mit über 550 schön gestalteten Seiten ein äußerst umfangreicher Augenschmaus. Die beiden Geschichten sind überzeugend erzählt und gut illustriert. Auch wenn mir die Hauptgeschichte manchmal etwas zu sprunghaft war, werden die Möglichkeiten eines Spielbuchs gut eingesetzt. Die Regeln finden sinnvolle und abwechslungsreiche Anwendung und das Ende hat eine kluges Zahlenrätsel – wenn man es denn überhaupt so nennen darf.

Die Kai Krieger halten das hohe Niveau der Einsamen Wolf Reihe. Wie bereits zum Vorgänger geschrieben, ermöglicht der Neustart der Reihe auch Neulingen einen guten Einstieg. Dabei wird aber schnell deutlich auf was für ein Fundus die Reihe mittlerweile zurückgreifen kann, so dass man schnell versucht ein wird auch in die ersten zwanzig Bände einzusteigen.

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