Caninus‘ Top fünf Cthulhu Abenteuer

Ein Fridy Five von Caninus

Wenn ich leite, dann leite ich ganz gerne mal ein Cthulhuabenteuer. Die sind in der Regel gut abgeschlossen, das Regelsystem ist einfach und für jeden sofort verständlich und die meisten Leute haben Spaß an einem System, welches einfach nur in der Vergangenheit spielt und eben nicht noch eine Fantasy oder sonstige Welt drum herum hat, die ihre Charaktere kennen müssten. Und so ist es an der Zeit mal meine top fünf Abenteuer auf zu zählen. Man mag mir verzeihen, dass es davon nicht mehr alle frei erhältlich gibt. Leider sind einige sehr gute Sachen inzwischen vergriffen, könnten aber wie das erste als pdf demnächst neu aufgelegt werden… Die Reihenfolge ist OHNE Wertung. Irgendwas muss aber ja am Anfang stehen.

1. Sänger von Dhol – derzeit online erhältlich

Die Charaktere – allesamt Mitglieder von einer Familie – müssen auf einer kleinen Insel miterleben, dass nach ihrer Rückkehr in ihr kleines Eigenheim nicht mehr alles so ist, wie es vor ihrer Fahrt zum Festland war. Irgendwer hat brutalste Tötungen an den Tieren vorgenommen und außerdem scheinen die restlichen Einwohner der Insel in kultische Umtriebe verstrickt, die sich vielleicht auch gegen die Charaktere richtet?

Ein Abenteuer mit vorgefertigten Charakteren (bei denen man allerdings an der einen und anderen Stelle noch etwas dazu fügen muss), was das Leiten schon mal einfacher macht, weil man nicht noch Charaktere bauen muss. Allerdings handelt es sich nicht um ein einfaches Szenario, da es sehr davon lebt, dass die Spieler sich in  die Geschichte einleben und Teil des ganzen werden um die überraschende Plotwendung später auch in vollen Zügen genießen zu können.

2. Tempus fugit – Deutschlandband

Mitten im Wald kommen alle Charaktere zu sich, wissen aber weder wie sie da hin gekommen sind, noch wer die jeweils anderen Männer und Frauen sind, die da um die beiden Autos herum stehen mit einem seltsamen Gerät in der Mitte. Bevor man sich allerdings so richtig sortiert hat und Pässe oder ähnliches finden konnte, kommt ein seltsames grünes Leuchten daher vor dem man besser mit dem noch intakten Auto flieht. Doch das nächst gelegene Dorf ist auch nicht die nette Idylle die es zu sein scheint, denn der Gastwirt erkennt die Charaktere gleich wieder und auch Kirche und nahe gelegene Ausgrabung halten einige Überraschungen parat.

Dieses Abenteuer wurde glücklicherweise neu aufgelegt im aktuellen Deutschlandband (Rezension hier). Auch hier gibt es vorgefertigte Charaktere, die eng mit dem Abenteuer verwoben sind. Durch den Anfang bei dem alle direkt ins Spiel geworfen werden, ist es auch super für Anfänger geeignet, aber definitiv kein Abenteuer, das man an einem Abend durchspielen kann, wenn man es denn ordentlich macht.

3. Gestohlene Leben – Kleine Völker (zur Zeit nicht erhältlich meines Wissens nach)

Eigentlich sollte es bloß eine kleine Reise werden. So mit einem Bus in die Berge.. ganz harmlos. Doch dann muss der Bus einen Umweg fahren, wegen den anhaltenden Regenfällen und kommt zu allem Übel durch eine Schrecksekunde beim Fahrer, der etwas auf der Straße liegen sah auch noch von dieser ab. Schnellstens müssen die Charaktere den über dem Abhang hängenden Bus verlassen, der kurz darauf in die Tiefe stürzt. Ohne Licht und den Großteil ihrer Sachen stehen sie erstmal im Nichts. Das Ding was auf der Straße liegt ist mit Glück als ein totes Pferd zu finden und mit ähnlichem Glück können die Charaktere das nahe Dorf erreichen. Doch die Bewohner sind schon sehr kauzig und was genau hat der merkwürdige Rosenduft zu bedeuten?

Dieses ist kein Abenteuer mit vorgefertigten Charakteren, so dass jeder seinen Charakter mitbringen oder erschaffen muss. Es ist allerdings ebenso wie das vorherige gut für Anfänger geeignet, die eigentlich bloß den Wunsch sich gruseln zu wollen mitbringen müssen. Für den Spielleiter ist eine Erzeugung dieses Grusels auch nicht wirklich schwierig mit den gegebenen Ereignissen.

4. Last men standing – Zeitlose Ängste (zur Zeit nicht erhältlich meines Wissens nach)

Ein Banküberfall will gut geplant sein, aber zum Glück ist die Aufgabe schon erledigt. Stattfinden muss er allerdings noch. Und das tut er auch und eigentlich läuft auch alles glatt, bis dann am Ende doch die Polizei mit Autos an den Charakteren dran hängt. Eine Abkürzung soll den Weg bis zur mexikanischen Grenze verkürzen… soll.. denn leider macht der Wagen nicht wirklich die Schotterpiste mit und bleibt in der Nähe eines kleinen Dörfchens liegen. Die Polizisten abgehängt begeben sich die Charaktere in das wie ausgestorben wirkende Dorf und müssen schnell feststellen, dass es hier mehr als eine Sache gibt, die sie umbringen will.

Ausnahmsweise nicht in den 20er sondern den 30ern angesiedelt, hat auch dieses Abenteuer vorgefertigte Gangster und ist ebenfalls für Anfänger gut geeignet. Allerdings ist bedingt durch die Art des Szenarios – der Name sagt es schon – die Wahrscheinlichkeit hoch, dass am Ende einfach gar keiner überlebt. Es ist halt doch mehr Survival Horror als die meisten Abenteuer.

5. Das entsetzlich einsam gelegene Haus im Wald – Spielleiter-Handbuch

Auf der Rückfahrt von einer Veranstaltung bei einem gemeinsamen Bekannte durch die Wälder Mains läuft den Charakteren eine weiße Gestalt vors Auto, der nur mit Mühe ausgewichen werden kann und sich als weibliche entpuppt, die barfuß von irgendwo aus der Nähe gekommen sein muss. Verfolgen die Charaktere die durchaus sichtbaren Spuren gelangen sie zu einer kleinen Jagdhütte auf einer Lichtung. Doch im Haus, in dem noch vor kurzem eine heimelige Atmosphäre gewesen sein muss, ist etwas ziemlich im argen. Sachen wechseln ihr Aussehen und draußen schleicht eine Schattengestalt umher… und zu allem Überfluss können die Charaktere die Lichtung nicht mehr verlassen.

Auch für dieses Abenteuer gibt es keine vorgefertigten Charaktere und man sollte schon Spieler haben, die sich auf das Szenario einlassen können, sonst wird es schnell schwierig die Stimmung zu halten. Zum ersten Mal hab ich dieses Abenteuer in einer ziemlich einsamen Berghütte geleitet, und nach Abschluss, trauten sich die Spieler nicht mehr einzeln über den langen dunklen Gang auf die Toilette. Aber wie gesagt, da muss man auch die Spieler für haben und auch der Typ Spielleiter sein, der die Gelegenheiten für Schrecksekunden erkennen kann.

6 Kommentare zu Caninus‘ Top fünf Cthulhu Abenteuer

  1. Tempus Fugit war schon sehr, sehr cool

  2. Hmm… „Gestohlene Leben“ und „Last men Standing“ haben wir irgendwie zusammen gepsielt, oder spielt mir da gerade meine Erinnerung eine Streich, Caninus?

    Aber irgendwie sagt mir „Das entsetzlich einsam gelegene Haus im Wald“ gerade so gar nichts. War das in einer der späteren Auflagen des SL-Buchs reingepflegt worden zu gunsten eines anderen Abenteuers oder spielt mir das gerade nur meine Erinnerung einen Streich?

    • Genau. Gestohle Leben hab ich für euch geleitet und Last men standing hab ich das erste Mal mit dir zusammen unter tobrise gespielt und erst danach geleitet.

      Das Haus ist ursprünglich aus In Labyrinthen, was inzwischen auch schon seid Jahren vergriffen ist, und dann in die neue Auflage des Grundregelwerks mit rein gekommen. Im SL Handbuch sind sechs Abenteuer drin, müsste aber mal nachsehen wie viele das vorher waren, auswendig weiß ich das gerade nicht.

  3. Das ist ja eine Liste, wie man sie so oder so ähnlich häufiger liest. Und wie immer fällt auf: Alles alte Abenteuer. Wie kommt das? Ist in den letzten Jahren nichts gutes mehr geschrieben worden, war damals einfach noch ein gefälligerer Abenteuertyp gängig oder werden neue Bände gar nicht mehr gelesen?

    Das interessiert mich wirklich!

    • Oh.. was das Lesen von neuen Bänden betrifft, kannst du dich hier ja umschauen, da sind Rezensionen von fast allen Bänden der letzten Jahre zu finden. Aber die Abenteuer da drin sind zu einem Großteil einfach relativ lang und somit für Con, auf denen ich am ehesten leite weniger geeignet. Und solche Abenteuer die kurz genug für Cons sind – auf der RPC hab ich beispielsweise Kaisergeburtstag vom Janusband geleitet – sind jetzt nicht schlecht, aber eben halt nicht besser, als die alten. Ich glaub das Problem ist eher das die meisten Abenteuer gut sind und es – zumindest in meinen Augen – nur wenig richtig schlechte gibt.

  4. Peter Becker // Januar 12, 2017 um 13:21 // Antworten

    Tempus fugit ist das schlechteste abenteuer das es gibt.
    die charaktere werden handlungsunfähig durch einen plot gerailroadet
    und können nur zusehen.
    Das abenteuer ist mit mythos elemente so überfrachtet
    das man da ein dutzend abenteuer drauß machen könnnte

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