Marsbound

Ein Roman von Joe Haldeman

Eigentlich war es nicht ganz ernst gemeint, als sich ihre Familie für die Marslotterie angemeldet hat. Eine Lotterie, bei der entschieden wird, welche Familie zu den ersten Siedlern auf dem Mars gehören wird. Zunächst angedacht für 5 Jahre. Doch je näher der Tag der Abreise kommt, desto mehr Zweifel kommen in Carmen auf, der gerade volljährigen Tochter der Familie Dula.
Die Reise zum Mars nimmt auf den Galapagos Inseln ihren Anfang. Dort steht nämlich das untere Ende des großen Weltraum-Aufzugs, der nun 26 Menschen zu jenem Raumschiff bringen wird, das dann zum Mars fliegt. Doch allein die Reise zum roten Planeten hat schon ihre Besonderheiten. Wegen der Luftzusammensetzung müssen alle Reisenden im Aufzug und auch dem Raumschiff eine besondere Kleidung tragen, das Essen kann nicht normal gekocht werden (ab bestimmten Entfernungen von der Erde kocht Wasser einfach erst bei einer viel zu hohen Temperatur) und das Wasser muss.. nun ja.. recycelt werden. Doch Carmen findet auch neue Freunde auf dem Weg und beginnt ihr Fernstudium an der Universität während sie unserem Nachbarplaneten entgegen reist. Endlich dort angelangt ist es aber gar nicht so wie sie erwartet hatte. Die oberste Leiterin ist nicht gut auf sie zu sprechen, die meisten Arbeiten sind langweilig und das Studium ist auch anstrengend. Da ist es kein Wunder, dass Carmen nach einer Auseinandersetzung einfach mal draußen alleine sein will. Doch mit ungeahnten Folgen…[die hier natürlich nicht verraten werden]

Der Roman ist einer der neueren von Erfolgsautor Joe Haldeman (und erster einer Trilogie) und überraschenderweise ein Roman, den man wohl am ehesten in das Genre “junge Erwachsene” einsortieren sollte. Die Hauptakteurin ist selbst zu Beginn der Geschichte 18 Jahre alt, aber Haldeman spart auch nicht mit dem Thema Sex, was leider einer der Kritikpunkte des Buches ausmacht. So gewinnt man mehr und mehr beim Lesen den Eindruck, er wünsche sich eine sexwillige Frau, die immer gerne in die Kiste steigt (denn genau so wird Carmen leider dargestellt) und dabei geht es eigentlich nur äußerst sekundär um eine Liebesgeschichte, so dass man das in der enthaltenen Form auch ohne der Geschichte etwas zu nehmen hätte weglassen können. Ein zweiter Kritikpunkt betrifft das andauernde Ankündigen von etwas gar schrecklichem, das dann aber erst dutzende Kapitel danach ein tritt – als wäre man darauf angewiesen, dass der Leser da braucht um weiter zu lesen. Wenn man nicht wüsste, dass Haldeman schon einiges geschrieben hätte, würde man das einem Anfängerfehler zuschreiben. Einen dritten Kritikpunkt könnte man wohl in sehr merkwürdiger Verwendung von physikalischen Zusammenhängen nehmen. Zum einen sind viele Sachen sehr gut recherchiert und dargestellt, zum anderen fragt man sich schon wie das so passen können soll.
Im Grunde sind das aber Kleinigkeiten und Geschmackssachen. Die Geschichte ist lebendig erzählt, man möchte einfach wissen wie sie weiter geht, was auf dem Mars passiert und was sich denn nun wirklich unter der Oberfläche verbirgt. Die auftretenden Charaktere sind glaubhaft (bis auf den oben erwähnten Punkt) und man schließt sie schnell ins Herz. Man darf also darauf hoffen, dass Manticore auch die beiden restlichen Teile veröffentlichen werden.

Fazit:
Wer gerne Sci-Fi in der näheren Umgebung unserer Erde liest wird mit diesem Roman auf jeden Fall seinen Spaß haben.

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