Vilm I – Der Regenplanet

Ein Absturz auf einem fremden Planeten

Die Besatzung der Vilm van der Oosterbrijk ist einigermaßen überrascht, als sie sich nach einem unerklärlichen Absturz und Fehlfunktionen ihres Schiffes plötzlich auf einem fremden Planeten gestrandet wiederfindet. Das Schiff ist vollständig zerstört und bildet ein riesenhaftes Gebirge, in dessen Nähe erste Unterkünfte gebaut werden, um die wenigen Überlebenden zu versorgen.

Eliza ist die einzige überlebende Zentralierin (bevorzugte Menschen, mit Direktanschlüssen zur KI des Schiffes) und wird zunächst von den restlichen Menschen, die sich am eigentlichen Zielort der Reise ein neues Zuhause aufbauen wollten, gemieden und verachtet.
Die Witterung des Planeten, ewiger Regen und Kälte, helfen auch nicht wirklich die Situation zu verbessern. Es werden Expeditionen zum alten Raumschiff durchgeführt, die trotz gefährlicher Stellen mit Brauchbarem zurückkehren. Dennoch finden sie nie wirklich die Absturzursache des Schiffes heraus, das mittlerweile begonnen hat sich selbst zu reparieren.

Der Stil des Romans ist im ersten Moment sehr gewöhnungsbedürftig. Die Sätze sind meist recht kurz, fast staccatohaft in ihrer Abfolge, doch auf der anderen Seite zum Teil höchst komplex in ihrer Grammatik. Häufig fehlen Füllwörter oder Verben am Satzende. Oftmals werden Redewendungen oder einzelne Wörter immer und immer wieder verwendet, möglicherweise aus Unerfahrenheit, oder um die Tristesse des Planeten zu verdeutlichen? Auch tauchen an einigen Stellen unvermittelt sehr blutige oder sexuelle Beschreibungen auf, die nicht ganz zum Rest passen wollen. Wenn man sich jedoch an den Stil gewöhnt hat, kann man sich näher mit der Geschichte des Absturzes und den weiteren Vorgängen auf dem Planeten befassen. Doch auch inhaltlich ist Einiges sehr gewöhnungsbedürftig. Es werden z.B. kaum Zeitangaben in den Abschnitten gemacht, so dass man sehr auf sich alleine gestellt ist herauszufinden, wann genau etwas gerade passiert. Überhaupt wird der Leser sehr außen vor gelassen und muss sich einen Großteil der Dinge, die den handelnden Personen schon seid langem klar sind, selbst zusammenreimen (oder daran scheitern). Die Ursache hierfür muss wohl darin gesucht werden, dass das Buch offensichtlich eher Kapitelweise als kontinuierlich entstanden ist und so die Verbindungen zum Teil einfach fehlen.
Die Beschreibung des Planeten hingegen ist eine sehr interessante Idee, nicht neu, aber von der Art der Flora und Fauna doch recht spektakulär.

Fazit: Das Buch ist sicherlich nicht für jeden Leser etwas. Hat man sich aber erstmal daran gewöhnt und kann damit leben, dass man als Leser sehr wenig von den Hintergründen erfährt und einem damit viele Handlungen recht merkwürdig scheinen, ist es durchaus gut zu lesen.
3,5/5

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*