Todesbote – Markus Heitz

Ich liebe Spielbücher. Hab ich schon immer geliebt. Wie die meisten englischen Kinder meiner Generation habe ich die „Fighting Fantasy“ – Reihe verschlungen. Wir haben Bücher getauscht, gesammelt… wie gesagt, wir haben die Bücher geliebt. Später bin ich über „Advanced Fighting Fantasy“ auch zum Rollenspiel gekommen. Wie man sich denken kann war es für mich ein ziemlicher Schlag als der Verlag die Reihe eingestellt hat. Aber scheinbar ist die Idee des Spielbuchs wieder im Aufwind – 2005 hat der Verlag Wizard Books die „Fighting Fantasy“ – Reihe neu aufgelegt, und 2006 hat Pegasus Press zusammen mit Markus Heitz gleich zwei Spielbuchreihen ins Leben gerufen. Schauen wir also mal, ob das vorliegende Buch so gut ist wie ich hoffe.

„Todesbote“ spielt in der Welt, in der Heitz’ Ulldart-Romane angesiedelt sind. Ich kenne die Welt eigentlich gar nicht, da ich diese Bücher nie gelesen habe, aber für die Handlung ist das auch ziemlich irrelevant. Auch die Karte und das Glossar sind für das Abenteuer unerheblich, aber ich vermute mal, mir fehlen dadurch gewisse „Aha-Momente“, die da wären wenn ich die Romane kennen würde. Das Regelwerk ist recht einfach gehalten, und wenn der geneigte Leser das Gefühl hat, das System zu kennen, nun, ich vermute mal, man kann nur so viel Varianz in ein solches Spielbuch einbauen. Der Spieler hat vier Werte – Geschicklichkeit, Konstitution, Karma und Lebensenergie – die alle einen Grundwert von fünfzehn haben, wobei der Spieler fünf Punkte hat, die er auf seine Attribute verteilen kann. Danach folgen – wie man es von solchen Büchern gewohnt ist – kurze Kampfregeln und Regeln für Heilung und ähnliches. Sehr löblich: Nach den ausführlichen Regeln folgt eine dreiseitige Zusammenfassung, und am Ende des Buches ist für unterwegs ein Würfelblatt zum Antippen, und die Regeln beschreiben außerdem eine Methode, die auf Münzen basiert.

Die Handlung ist für solche Spielbücher – die sich ja üblicherweise eher an Jugendliche richten – eher ungewöhnlich: Man spielt einen jungen Attentäter, der zu einem geheimen, offiziell ausgelöschten Orden von Attentätern gehört, und der ausgeschickt wird, um quasi als Abschlussprüfung einen jungen Gouveneur zu ermorden. Unterwegs passieren einige merkwürdige Begebenheiten, und langsam wächst in der Spielfigur der Verdacht dass es bei diesem Auftrag nicht mit rechten Dingen zugeht.

Mir hat das Spielbuch sehr gut gefallen, mit einer sehr spannenden Handlung, einem gut ausgeklügeltem Regelwerk (Tipp von mir: bei diesem Abenteuer lohnt es sich, Geschicklichkeit auf den Höchstwert zu steigern). Ich kann eigentlich nur drei Dinge bemängeln, wobei ich zugeben muss dass mein erstes Problem auch an mir liegen kann: das Abenteuer ist zu kurz. Wie gesagt, das kann auch an mir liegen, ich spiele diese Bücher schließlich länger, als manche Bewohner dieses Forums leben, und man entwickelt durchaus die Fähigkeit, den schnellsten und sichersten Weg zu erkennen. Aber ich wäre gerne der Frau mit dem grünen Haar begegnet. Das zweite Problem ist schon schwerwiegender: Das Lektorat hat scheinbar gepennt. Oft wird eine Probe verlangt, ohne das ein Mindestwert angegeben wird, was dafür spricht das am Probenmechanismus in letzter Minute was geändert wurde, ohne das änderungen am Text vorgenommen wurden. Und das letzte Problem? Nun, ich habe immer noch keine Lust die Ulldart-Romane zu lesen…

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