Teufelsacker

Ein Roman von Carsten Steenbergen

Auf den Feldern von Bauer Bruno geht seltsames um. Ein unsichtbares Wesen ermordet zwei Fuhrleute und verletzt den dritten schwer, als diese an einem Kornfeld vorüberzuziehen. Anton, der Überlebende, schafft es gerade noch sich zu seinem Bruder, eben jenem Bruno durchzuschlagen bevor er zusammen bricht. Bruno schickt natürlich sofort nach Hilfe im nahe gelegenen Kloster durch seine Tochter Katharina und einen Stallburschen. Ebenso schickt er jemanden zum Landvogt. Doch so wirklich Hilfe gewährt man ihm nur in Form des Mönches Cornelius, der für die Heilkunst im Kloster verantwortlich ist. An eine Geschichte über Dämonen will keiner glauben, so scheint es.
Doch nach und nach entdecken Cornelius und sein Schüler Heinrich, welcher der Sohn des Landgrafen ist und ein wenig verliebt in Katharina, dass doch mehr hinter der Sache steckt und vielleicht gar nicht der Dämon das übelste ist, was zwischen Kloster und den Feldern wandelt. Und was hat der Ausbau des Klosters durch den berühmten Dombaumeister zu Köln damit zu tun?

Der Roman ist unschwer zu erkennen einer jener, die im Mittelalter spielen genauer gesagt 1256. Die auftretenden Charaktere und die Weltbeschreibung ist für einen Laien glaubhaft dargestellt, besonders was die Zwänge und die Unterordnung innerhalb gewisser Gesellschaftsschichten, sowie die gewisse Leichtgläubigkeit angeht – letzteres in mehr als einem Punkt. So wird etwa der Bevölkerung sehr leicht weiß gemacht, dass Bauer Bruno mit dem Teufel im Bunde ist, was zu einer regelrechten Hexenjagd führt, wie es sie wohl des öfteren gegeben hat (und in gewissen Formen natürlich immer noch gibt)
Der Schreibstil ist schnell, aber detailreich und so lässt sich das Buch zügig lesen, auch wenn die einzelnen Kapitel recht lang sind.
Leider gibt es jedoch auch einige weniger erfreuliche Punkte. So ist eine Charakterentwicklung der Hauptfiguren praktisch nicht zu entdecken. Auch die Art und Weise wie zwischen den Handlungssträngen gesprungen wird, ist mehr als seltsam. In der Regel ist so etwas halbwegs kontinuierlich, so sich denn diese aufeinander beziehen. In diesem Buch aber werden oft Ereignisse vor erzählt, nur um danach dann einen Abschnitt zu haben, der noch früher in der Zeitleiste liegt und plötzlich einen anderen Blickwinkel aufwirft. Hier fragt man sich beim Lesen schon, ob der Autor einmal zu viel Pulp Fiction gesehen hat und das unbedingt auch mal machen wollte ohne zu begreifen warum man ein solches Stilmittel nutzt. In dieser Folge ist es auch ein wenig schade, dass der Lektor nicht entsprechende Konsequenzen gezogen und den Autor darauf hingewiesen hat, das er in solchen Fällen wenigstens Datumsangaben über die Abschnitte stellen sollte (und man so als Leser sofort und nicht mitten im Abschnitt merkt, dass er ganz wann anders ist). Vielleicht wäre dann auch klarer geworden, dass man nicht einfach alle ungenauen Zeitabstände mit „wenigen Tagen“ erklären kann (die je nach Geschmack im Buch übrigens von wenigen Stunden bis wirklich 3-4 Tage reichen – so das Gefühl beim Lesen, weil eben die Angaben dazu fehlen).
Dennoch ist die Geschichte keine schlechte, wenn auch nicht total originell.

Fazit:
Wer historische Romane mit fantastischem gemischt mag, wird diesen Roman sicherlich zügig durch lesen. Wer etwas neues und außergewöhnliches erwartet jedoch enttäuscht werden.

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