Tabletop Insider Ausgabe 8

Deutschlands großes Tabletop-Magazin

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere das ich vor vielen Monden an dieser Stelle die ersten zwei Ausgaben des Tabletop Insiders rezensiert habe, dem Tabletop Magazin der Mephisto-macher. Sehr zu meinem Leidwesen hat der örtliche Zeitschriftenhandel nach der dritten Ausgabe das Heft aus dem Programm genommen da das heft es nicht schaffte Pünktlich zu erscheinen, so das ich lange nichts mehr vom Magazin gehört hatte (und abonnieren wollte ich dann auch nicht). Bei meinem letzten Trip nach Münster entdeckte ich allerdings die aktuelle Ausgabe, Heft Nummer 8, in der Münsteraner Bahnhofsbuchhandlung, und habe es mitgenommen. Schauen wir was sich in der Zeit getan hat.

Nach wie vor erscheint die Tabletop Insider komplett in Farbe und auf Hochglanzpapier. Auch die stabile Klebebindung ist erhalten geblieben. Diese Ausgabe enthielt außerdem noch ein kleines Extraheft mit den überarbeiteten Regeln für ein postapokalyptisches Skirmishspiel namens Eden. Vom Layout her gibt es nichts zu kritisieren, es hält sich am gewohnten Design das man auch schon von der Mephisto kennt. Mit 88 Seiten ist das Heft etwas dicker als die letzte Ausgabe die ich in Händen hielt. Das Cover ziert eine junge Dame in gelber Rüstung die vor einer Kriegslandschaft einen Flammenwerfer schwingt.

Nach einer kurzen Einleitung und dem Inhaltsverzeichnis geht es direkt zu den Neuheuten. Hier finden sich zunächst Ankündigungen verschiedener Hersteller wie Privateer Press, Mantic oder Games Workshop, aber auch ein paar wenige Rezensionen – für meinen Geschmack zu wenige, und da ist auch schon wieder ein Computerspiel dabei, aber die vorhandenen Rezensionen sind ganz brauchbar, vor allem die Besprechung der aktuellen Neuheiten von Osprey. Die Besprechung der Lego Heroica Brettspiele war nett, aber ich bin immer noch der Meinung die Brett- und Kartenspiele gehören in die Mephisto, und für Computerspiele gibt es genug andere Zeitschriften. Im Anschluß finden sich dann noch Eindrücke von der diesjährigen Salute und der Hamburger Tactica (Zwei doch recht große Tabletop-Cons, falls ihr davon noch nicht gehört habt).

Die ersten „richtigen“ Artikel bilden zwei Spielberichte. Der erste ist ein Warhammer 40,000 -Spielbericht, ein Gefecht zwischen der Imperialen Armee und den Necrons, das zweite ein Scharmützel zwischen zwei Parteien in einem Spiel namens MERCS das mir persönlich neu ist aber recht vielversprechend aussieht. Spielberichte lese ich nicht unbedingt detailliert wenn es nicht um ein System geht das ich persönlich spiele, aber ich finde solche Berichte immer gut, da man so ein Gefühl für ein System oder eine Streitmacht bekommen kann die einem Fremd sind. Der darauf folgende Taktikführer für das Protektorat von Menoth, einer Fraktion bei Warmachine, ist zwar ganz gut, ist aber mit drei Seiten etwas zu knapp, und richtet sich auch nur an Einsteiger die sich die Starterbox für zwei Spieler gekauft haben. Da waren die früheren Artikel interessanter. Ebenfalls zu zweit sind die Systemvorstellungen in diesem Heft, da wäre zum einen DUST Tactics, welches auf zwei Seiten präsentiert wird (Und welches vor kurzem mit DUST Warfare von Andy Chambers vom Tabletop/Brettspiel Hybrid zum vollwertigen Tabletop wurde) und Demonworld, ein Spiel das die alten Männer unter euch vielleicht noch kennen und derzeit wohl eine schleichende Wiedergeburt erlebt, weswegen es auf vier Seiten besprochen wird.

Keine Systemvorstellung sondern eine Produktübersicht ist der Blick auf die verschiedenen Apps für Smartphones bzw. Tablets der darauf folgt. Eine praktische Sache das, und für den einen oder anderen bestimmt ganz praktisch. Interessanter für mich war allerdings das darauf folgende Interview mit den Jungs von Corvus Belli, den Machern von Infinity, einem SF/Cyberpunk-Skirmish system (Das ich hoffentlich bald rezensiere. Habe ich schon erwähnt das wir zu wenig Tabletop-Material zum rezensieren bekommen?). Der darauf folgende Artikel, „Fünf Generäle“, ist wohl teil einer fortlaufenden Reihe die sich an die „Vier Generäle“ aus dem White Dwarf orientiert. Ganz nett, aber für einen WFB-Spieler vermutlich interessanter als für mich. Das Tutorial zum gestalten von Hügel fand ich da schon besser, auch wenn jeder der lange genug in diesem Hobby dabei ist genug solche Artikel hat um seinen Hobbyraum damit zu tapezieren – es gibt ja glüclicherweise immer wieder Neulinge. Zum Schluss gibt es noch den Showcase, in dem dieses Mal die Entstehung eines Dioramas beschrieben wird, ebenso ein paar bemalte Figuren für das bereits erwähnte MERCS und ein Szenario für Schlachten aus Westeros.

Fazit:
Wie schon letztes mal gesagt: zum Tabletop Insider gibt es auf dem deutschen Markt keine Alternative. Aber ich frage mich wie man mit 88 Seiten so wenig Inhalt veröffentlichen kann – wenn ich das mit der Wargames, Soldiers & Strategy vergleiche (Als Beispiel), so hat diese weniger Seiten als der TI, aber mehr Inhalt. Mein Vorschlag: die vielen Weißräume besser nutzen, weniger zu Brett- und Computerspiele, und so sachen wie der Showcase nur, wenn da tatsächlich Tipps für den Leser zuhause dabei sind statt selbstbeweihräucherung des Schaffenden (Das das Diorama toll ist sehe ich selbst). Vielleicht noch die Seitenzahl erhöhen, etwas mehr (und ausführlichere) Rezensionen, etwas längere und damit informativere Artikel, und schon hätte der Tabletop Guy weniger zu meckern. Und das wäre uns allen lieber, oder? Ach ja, und eure Website könnte auch etwas politur vertragen. Wenn mir die letzte oder vorletzte Ausgabe immer noch als die Aktuelle angezeigt wird, das macht keinen guten Eindruck.

Wer übrigens wie ich die Zeitschrift gerne liest aber nie an sie drankommt, die haben derzeit ein gutes Aboangebot im Webstore – vier ausgaben ab 16€, oder mit einem Starter für Eden oder Infinity für je 37 bzw. 40 Euro.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*