Planescape – Rosen im Abgrund, Teil Eins

Ein Kurzabenteuer für Planescape in zehn Akten, erster Teil

Der folgende Artikel ist ein grober Rahmen für den ersten Teil eines Kurzabenteuers in zehn Akten. Das Abenteuer spielt in der AD&D Spielwelt Planescape, ist aber dabei bewusst Regelneutral, und kann mit einer beliebigen Edition oder einem ganz anderen System bespielt werden. Settingkenntnisse werden dabei vom Spielleiter vorausgesetzt. Enjoy!

I.) Der Auftrag eines Engels
Die Spieler werden in der Stadt Sigil von einem Faktotum ihres Bundes (oder eines Bundes dem keiner der Charaktere angehört falls sie unterschiedlichen Bünden angehören) auf einen Auftrag hingewiesen der dem Bund von “hoher Stelle” zugetragen worden ist, es gehe darum jemanden aus einem Gefängnis zu befreien – außerhalb Sigils, versteht sich. Stimmen die Spieler zu, sich mit dem Auftraggeber zu treffen, werden sie zu den Großen Bädern geschickt, wo man sie nach Nennung des Namens des Faktotums zu einem dampfenden Bad mit reinem Wasser aus Arkadien führt. Dort erwartet sie ein Aasimon, ein Astraler Deva der sich Goladrum nennt. Dieser stellt ihnen folgende Aufgabe: sie müssten einen Portal auf die 371. Ebene des Abgrundes finden, ebenso den dazugehörigen Schlüssel. Dieses Portal würde sie in der Nähe einer Burg namens Furchtenwacht absetzen. In dessen Umgebung gäbe es ein Beet mit 99 weißen Rosen. Sie müssten die 100. Rose pflanzen, um dann einen weiblichen Tiefling namens Maenede aus der Burg zu befreien, diese sei seine einzig wahre Liebe. Allerdings könne er ihnen nicht sagen wo das Portal sei oder welcher Schlüssel ihn öffnen würde, ihm sei es wegen eines Fluchs unmöglich diese Dinge zu wissen. Er wisse nur das sie ihre Suche in der Halle der Aufzeichnungen beginnen müssten. Als Belohnung bietet er ihnen das Wissen um zwei Portale nach Arborea, zwei Portale nach Arkadien, und einem Portal aus Archeron heraus. Sollte das den Spielern nicht reichen sollte der Spielleiter sich etwas angemessenes ausdenken.

II.) Die Suche nach dem Portalschlüssel
Die Charaktere finden nach einigen Tagen der Recherche in der Halle der Aufzeichnungen einige Verweise auf “Das wandernde Tor zum Abgrund”, welches von einem Baatezu bewacht wird den ein Besuch im Limbus in den Wahnsinn getrieben hat, und heute im Stockviertel haust. Über den Portalschlüssel könne nur der Vergessende Gott Auskunft geben, welcher in den Außenländern, irgendwo in der Wildnis zwischen Tollhaus und Ilensines Reich lebt. Auf dem Weg zu einem Tor zum Tempel des Vergessenden Gottes (Ort und Schlüssel verrät das Buch auch gleich mit) werden die Charaktere von einer Horde von Bettlern überfallen, von denen sich einige als Kleriker und Paladine erweisen. Diese verraten nichts von ihren Motiven oder ihrem Auftraggeber, bestehen aber darauf das Goladrums Queste nicht erfolgreich sein darf, es stünde zu viel auf dem Spiel. Setzen die Spieler ihre Queste fort, so kommen sie an einen verlassenen und bröckelnden Tempel im griechischem Stil mitten in einer Geröllwüste. Darin befindet sich der Vergessende Gott – dieser wusste einst die Antwort auf alle Fragen des Multiversums, doch jedes mal wenn er eine Frage beantwortet vergisst er für immer die Antwort. Er kann den Charakteren den Schlüssel zum wandernden Tor nennen – eine runde Scheibe aus Onyx mit dem Antlitz des Graz’zt – aber sonst keine Antworten zu ihrer Mission.

III.) Das wandernde Tor zum Abgrund
Wieder in Sigil müssen die Charaktere den Baatezu finden, welcher angeblich das wandernde Tor zu Abgrund hütet. Bei diesem handelt es sich um einen Cornugon, welcher sich immer in Bewegung befindet, und immer weiter durch das Stockviertel zieht. Der Cornugon, welcher längst seinen Namen vergessen hat, wird stets von einer Gruppe Verrückter begleitet, welche ihn anbeten als “den abwesenden Schatten”. Der Baatezu nimmt seine Umgebung kaum wahr, und kämpft nur, um sich oder sein Gefolge zu schützen. Zudem wird er gelegentlich von Mitgliedern der Xaositekten verfolgt, welche befürchten er könne den Dusseln hier einen Sinn und eine Bedeutung geben. Wenn die Spieler versuchen sich dem Cornugon zu nähern werden sie abermals von den seltsamen Priestern angegriffen, welche für entsprechende Zauber und Fähigkeiten eindeutig als “Gut” registrieren. Dieser Kampf erweckt nach wenigen Runden den Beschützer im Baatezu, und die Priester fliehen als der Baatezu in den Kampf eingreift. Dieser reagiert auf keinen Versuch mit ihm zu reden, sollte man aber mit ihm kämpfen offenbart sich sein Geheimnis: sobald er einen Viertel seiner Trefferpunkte verliert schmilzt er in sich zusammen, und wird zu einem organischen Torbogen, welcher sich mit dem Portalschlüssel öffnen lässt. Treten die Charaktere hindurch finden sie sich auf der 371. Ebene des Abgrundes wieder.

IV.) Wo liegt Furchtenwacht?
Das Portal setzt die Charaktere in der Nähe von Furchtenwacht ab, aber nicht so nahe sie es direkt erkennen können. Sie werden also die Umgebung auskundschaften müssen um die Festung zu finden. Die Festung selbst ist – wenn man sie gefunden hat – leicht zu erkennen, denn sie ähnelt einer Rose aus schwarzem Gestein. Der Spielleiter sollte den Charakteren einige Tanar’ri-Banden (Das Äquivalent zu “Patrouillen” in etwas weniger unorganisierten Gesellschaften) entgegenstellen, nichts das so groß ist das die Charaktere auf jeden Fall untergehen, mehr Gruppen von Teufeln die vielleicht besser nicht die Charaktere entdecken, weil das die Mission gefährden könnten. Insgesamt sollte dieser Teil des Abenteuers eher einem “Schleicher” wie der Metal Gear Solid-Reihe entsprechen, und weniger Doom oder Unreal, wenn ihr wisst was ich meine. Wenn der Spielleiter merkt das seine Spieler keine Lust mehr haben, von Dämonenmobs gegängelt zu werden sollte er sie auf die Festung Furchenwacht stoßen lassen.

V.) Ein Blumenbeet in der Hölle
Die Charaktere sollten möglichst vorsichtig die Gegend um Furchenwacht auskundschaften, um möglichst keinen Tanar’ri-Wachen oder ihren untergebenen Tieflingen in die Arme zu laufen. Sollten die Charaktere dabei einige der Wachen belauschen können werden sie erfahren das sie erwartet werden – ihr Auftraggeber schickt jedes Jahr jemanden um eine Blume zu pflanzen. Genau gegenüber dem Eingang zur Festung, in großem Abstand entdecken sie auch ein Blumenbeet mit genau 99 weißen Rosen. Um die Rose pflanzen zu können die sie bei sich tragen müssen sie allerdings die Tanar’ri bekämpfen, die als Bewachung des Beetes abgestellt worden sind – der Spielleiter sollte dabei die Opposition so gestalten das sie eine ernstzunehmende Bedrohung für die Gruppe darstellt, möglichst auch auf die Standardtaktiken der Gruppe zugeschnitten. Wenn die Spieler ihre Gegner bezwungen haben und dann versuchen ihre Blume zu pflanzen stellen sie fest das sie mit normalen Mitteln dem Boden nicht bei kommen – nur mit einem silbernen oder magischen Gegenstand kann man den Boden so weit öffnen das sich die Blume pflanzen lässt. Ist die Pflanze erst gepflanzt öffnet sich dann das Tor von Furchenwacht…

To be continued…

2 Kommentare zu Planescape – Rosen im Abgrund, Teil Eins

  1. Hi,

    klingt nach einem interessanten Abenteuer. Allerdings sollte es wohl “Ein Blumenbeet im Abgrund” heissen, da die Hölle (9 Höllen, Baator) ja ein ganz anderer Ort.
    Der Wächterbaatezu hält sich vermutlich nicht mehr für einen Baatezu bzw. hat eine chaotische Gesinnung.

    Was im Abgrund oder generell bei Tanar’ri/Baatezu ein Problem ist, ist dass diese Wesen Unterstützung mittels “Gate” rufen können. Was eine Metzelstrategie einem Selbstmord gleichsetzt.

    • Infernal_Teddy // Juli 11, 2014 um 20:12 // Antworten

      Naja, das Abenteuer an sich heißt ja “Rosen im Abgrund”, es ist ja nur der letzte Teil der “Ein Blumenbeet in der Hölle” heißt, und seien wir doch ehrlich – ich würde beide Ebenen als “Hölle” bezeichnen wenn ich hin müßte ;)

      Ja, die Möglichkeiten mit Gate machen eine allzu aggressive Strategie sehr, sehr riskant, aber da bin ich mal ganz ehrlich – wenn die Spieler nicht nachdenken sind sie selbst schuld ;)

      Ansonsten: Freut mich das unser Kurzabenteuer zuspruch findet, den zweiten Teil gibt es bald.

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  1. Planescape – Rosen im Abgrund, Teil Zwei | Neue Abenteuer

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