Fledermausland

Vampirroman?

Wieder einer von diesen Romanen? Mit den Vampiren?

Eigentlich weniger… aber fangen wir von vorne an:

Der Pseudostudent Sebastian Schätz bemerkt eines Nachts, dass eine Fledermaus in seinem Zimmer gelandet ist. Und das mit Sicherheit absichtlich. Zunächst nimmt er völlig überstürzt vor dem blutrünstigen Biest reiß aus, besinnt sich aber dann und ruft erst die Feuerwehr, welche ihn für verrückt hält, und dann den lokalen Rettungsdienst an, die ihm Hilfe schicken. Allerdings recht merkwürdige. Die MAD (medizinischer Außendienst), lokale Sanitäter dringen in seine Wohnung ein und bestürmen ihn mit allerlei seltsamen Fragen, die er nicht beantworten kann.
Und dann geht sein Leben nur noch bergab. Seine potentielle Freundin, deren richtiger Freund gerade in Amerika verweilt und deshalb die Beziehung in erreichbare Nähe gerückt ist (was ja zunächst einmal positiv ist) dann zieht ein sehr merkwürdiger Mitbewohner in seine kleine Studentenwohnung ein, die danach zwar immer sehr sauber und ordentlich ist, aber leider mischt er sich auch völlig in Sebastians Liebesleben ein, auf der Kinotoilette will ihn ein Vampir anfallen und zu allem Überfluss hat auch noch jemand den Bhael auf ihn angesetzt. Und was das eigentlich alles soll, weiß er immer noch nicht.

Der Roman versucht sich an einer Synthese von der Welt aus Sergej Lukianenkos Wächter Reihe und Bernhard Hennens Nebenan und scheitert leider. Die potentiell amüsant und witzig gedachten Szenen rasseln immer haarscharf an witzig und amüsant vorbei, was jedes Mal beim Lesen verärgert, weil es gut hätte werden können. Es liegt viel Potential in der Welt, welches vom Autor nicht zur Gänze genutzt wird (sieht man einmal davon ab, dass es von den beiden Autoren geklaut wurde – aber gut geklaut ist ja halb gewonnen).
Der Hauptcharakter ist ein bisschen trottelig, aber das macht ihn recht charmant und vermutlich hat jeder Leser schon mal entsprechende Phasen in seinem Leben gehabt oder kennt Personen, welche so drauf sind. Von daher wirkt das ganze trotz der Absurditäten recht real. Bleibt zu hoffen, dass es vielleicht nicht der letzte Roman aus dieser Welt war und bei weiteren mehr Fingerspitzengefühl angelegt wird.

Fazit: Für Zwischendurch ein ganz nett zu lesender Roman, aber nichts was man gelesen haben muss.
3/5

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