Eiswolf

Roman 111

Der dritte Roman der Autorin Linda Budinger, welche bereits Der Geisterwolf, Wald der Verlorenen und Goldener Wolf für DSA geschrieben hat, steht ganz im Zeichen des hohen Nordens. Im Sommer des Jahre 1008 bricht eine Expedition von Paavi nach Norden auf um dort irgendwo in der Klirrfrostwüste das schwarze Auge Pyrdracors zu finden. Die Expedition setzt sich aus 12 Teilnehmern zusammen und wird von einer Hesindegeweihten angeführt. Alle eisen zunächst auf einem Schiff mit zusätzlicher Mannschaft zusammen bis zum ewigen Eis nach Norden. Dort angelangt und gerade beim Ausladen des Schiffes, wird dieses jedoch durch eine unerklärliche warme Gasblase in die Tiefe gerissen. Mitsamt vielen der Vorräte, einige Schlitten und einem Großteil der Personen an Board.

Die Überlebenden errichten zunächst eine Art provisorisches Lager um zu überlegen was zu tun sei. Der Kapitän des Schiffes würde gerne mit dem Rest seiner Mannschaft zurück zu den letzten bewohnten Flecken reisen, die Hesindegeweihte weiterhin das Auge suchen und so entbrannt ein Kleinkrieg zwischen den beiden Anführen. Hinzu kommt noch, dass plötzlich weitere Überlebende auf unerklärliche Weise sterben und jeder jeden beginnt zu verdächtigen, bis sich letztlich mehr zufällig herausstellt, was wirklich passiert.

Der Roman ist aus Sicht des jungen Heilers Tjulf Ressken aus Paavi beschrieben, den mehr der Zufall zur Teilnahme führte, da der eigentliche Medikus verletzt wurde und nicht mit fahren konnte. Durch seine Position als zuletzt hinzugekommener ist er weder der Schiffsmannschaft, noch den Expeditionsteilnehmern wirklich geheuer. Zusätzlich machen ihm das Dauerlicht im hohen Norden auch noch Schwierigkeiten zu schlafen und so entrückt er immer mehr der Welt. Zwischen den Abenteuern um die Expeditionsteilnehmer sind noch Kapitel über eine Firnelfensippe eingebaut, die vor langer Zeit einmal an etwa der Stelle lebten, an der die gestrandeten letztlich ihr Basislager errichten und dessen Geschichte sich nach und nach als sehr mit der 1008 statt findenden, verwoben zeigt. Die Charaktere der Expeditionsteilnehmer an sich sind etwas eindimensional dargestellt, ob der bärbeißige Kapitän, die besessene Hesindegeweihte oder der mürrische von allen mit Scherzen belegte Zwerg. Auch fragt man sich nach dem man das Buch zu Ende gelesen hat, ob der Magier, den jeder vernünftige Hesindegeweihte auf eine solche Expedition mit nehmen würde, aus dem Weg der Geschichte geräumt werden musste, weil er sonst schnell hinter die Geheimnisse gekommen wäre und deshalb mit dem Schiff untergegangen ist. Die Geschichte um die Firnelfen ist hingegen sehr liebevoll ausgestaltet und sprachlich umgesetzt, so dass man wahrlich den Eindruck einer anderen Rasse und nicht nur von Menschen mit spitzen Ohren hat.

Fazit
Gute Unterhaltung für Zwischendurch mit wenig Tiefgang aber durchaus spannender Geschichte und glaubhafter Darstellung von Firnelfen. Gerade das richtige für lange nasskalte Winterabende neben der warmen Heizung.
4/5 Punkten

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