Das Biest im Waisenwald

Umsonst nach Schnutenbach

Seit einiger Zeit hat Mantikore kleine Bonushefte auf Cons und Messen dabei. Das Biest im Waisenwald ist ein kleines Kurzabenteuer für Schnutenbach das im Rahmen des Free-RPG-Days erschienen ist. Es ist gut geeignet für einen ersten Einstieg in die Welt von Schnutenbach und bietet bereits im Dorf ansässigen Gruppe einen lockeren abendfüllenden Abstecher.

Aber der Reihe nach. Schnutenbach ist eine universelle Dorfbeschreibung für Fantasyrollenspiele. Der Ton des Grundbuches versprüht eine interessante Mischung aus Humor und düsteren Geheimnissen. Das regellose Setting lässt sich in eigene Fantaswelten eingliedern, funktioniert aber vermutlich am besten eigenständig. Grundsätzlich lebt das Setting vom hohen Detailgrad der Dorfeschreibung. Karl-Hein Zapf hat mit Schnutenbach ein Dorf detailverliebt zum Leben erweckt und uns all seine Bewohner (ja wirklich, fast alle!) und ihre Verflechtungen präsentiert. Aus dem Fundus schöpft auch das vorliegende Abenteuer, dass in der näheren Umgebung Schnutenbachs spielt und auf die Personen und Orte der Dorfbeschreibung zurückgreift. Damit richtet es sich an Besitzer des Grundbuches, aber mit etwas Phantasie lässt sich das Abenteuer auch unabhängig spielen.

Worum geht es nun aber? Nunja, um ein Biest im nahe gelegenen finsteren Waisenwald natürlich. Und daraus macht das Abenteuer auch für die Spieler keinen großen Hehl. Es gibt einen unschönen Zwischenfall bei einem Bauern und einen zweiten im Dorf. Angeheuert von der spärlichen Dorfwache sollen wir uns des Problems annehmen und dem Biest auf die Schliche kommen.

Viel mehr soll an dieser Stelle gar nicht verraten werden. Das Abenteuer ist – wie es sich für den Umfang gehört – recht gradlinig und lässt sich mit den ca 20 Seiten ebenso flott vorbereiten wie schnell umsetzen. Ein unglaublich tiefes Geheimnis fehlt dem Abenteuer, aber natürlich wartet es schon mit einigen kleineren Überraschungen auf. Das Monster ist stimmig entworfen und dürfte für etwas Kopfzerbrechen sorgen, besonders gelungen ist aber die Integration in Schnutenbach. Es finden sich kleinere Querverknüpfungen zu anderen Ereignissen im Dorf (und Umgebung) und sogar einige bleibende Veränderungen für das Dorf.

Da das Abenteuer umsonst ist, kann ich schwerlich eine Kaufempfehlung aussprechen. Die schnelle Lektüre des vollwertig gelayouteten und illustrierten Heftleins lohnt sich für jeden der ein flottes Freitagabendabenteuer sucht. Für Schnutenbachianer lohnt es sich noch einmal mehr, da der Wiedererkennungsfaktor schön angespielt wird und das Dorf noch einmal mehr zum Leben erweckt wird. Gerne mehr ‚Gimmicks‘ dieser Art!

Das Abenteuer gibt es als PDF, oder als Bonusprodukt.

PS. Spieler sollten nachdringlich auf die Printversion bestehen, da sie der Gruppe ein paar Goldtaler mehr zugesteht 😉

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