Appendix… me?

Im Moment veröffentlicht das Kollektiv vom Kritischen Fehlschlag-Blog eine Reihe von Artikeln in denen die beteiligten Ihre persönlichen „Appendix N“ präsentieren, sprich Medien die sie beeinflusst haben. Bücher, Filme, Musik, alles was passt. Ein interessanter Ansatz, schließlich sind wir alle ein Produkt unserer Einflüsse, und das gilt meiner Meinung nach auch für das was wir so im Hobby kreieren. Eine Gelegenheit also darüber zu sprechen was mich in dieser Hinsicht alles geprägt hat, und mit welchen Folgen ihr euch herumschlagen dürft.

1: Vor dem Hobby, oder „Portrait of the Artist as a Young Bear“

Send a message out across the sky
Alien raiders just past Gemini
Who will come and save us now?
Who can defend us from the power?

Wenn es um meinen Medienkonsum in den den frühen Achtzigern geht bin ich ein Opfer des britischen Fernsehens. Samstags morgens voller Cartoons, dazu das Beste von Gerry Anderson, Doctor Who, Robin Hood und jede Menge SF-Serien aus den Siebzigern. Und natürlich Spielbücher. Erste zaghafte Gehversuche mit Choose your own Adventure, und dann der Einsteig in Fighting Fantasy dank den älteren Geschwistern von Klassenkameraden. Dann, 1986, der große Bruch. Nein, nicht die Challenger-Katastrophe, sondern um Umzug nach Deutschland. Um mich als Fremden in einem fremden Land zu beschäftigen hat meine Mum mir nacheinander drei Dinge zum Lesen gegeben die mich nachhaltig geschädigt geprägt haben: Die Unendliche Geschichte, Mary Stewarts Merlin-Trilogie, und The Lord of the Rings. Danach ging es schlag auf Schlag. Asimov, Frank Herbert, natürlich Douglas Adams, Mark Brandis, Karl May, William Gibson, und jede Menge mehr die mir gerade nicht einfallen. Musikalisch entdeckte ich hier langsam auch die Musik meiner Mum, mit Queen, und Slade, und Genesis, und so. Und dann, 1989 bei einem Urlaub bei einem alten Schulkameraden in Wales: Heroquest. Aber es war das folgende Jahr das wirklich den Stein ins rollen brachte… (See what I did there?)

2: Smells like Teen Gaming

Was aber gut ist, Phaidros, und was nicht – müssen wir danach erst andere fragen?

1990 brachte mich ein weiterer Besuch in Wales mich in Kontakt mit zwei Dingen die den Rest meines Lebens prägen sollten: AD&D, und Death Metal in Form von Bolt Thrower. Musikalisch bleibt Metal lange die prägende Musikrichtung – auch wenn ich mit Power Metal bis heute nix anfangen kann – bis es aber der Mitte des Jahrzehnts durch Goth abgelöst wird, aber dazu kommen wir später. Auch wenn ich als Leser bis heute eher in SF zuhause bin als in Fantasy kommen hier zusammen mit dem Rollenspielhobby neue literarische Einflüsse dazu, vor allem Michael Moorcock und Terry Pratchett. Aber langsam schleichen sich hier auch düsterere Einflüsse ein, wie Lovecraft, Anne Rice oder Clive Barker. Und das hängt damit zusammen das ich 1993 über die World of Darkness gestolpert bin, mit Mage: the Ascension. All die Zitate im Grundregelwerk haben mich zu Bücher und Musik geführt die mir bis dahin noch nie begegnet waren – vor allem auch Robert M. Pirsig und Zen and the Art of Motorcycle Maintinence. Yes, this is when I got weird(er). Zu den visuellen Einflüsse gehören Patlabor, Ghost in the Shell, The X-Files, natürlich am Ende des Jahrzehnts The Matrix, aber als Spielleiter am wichtigsten war von der Art des Storytellings Babylon 5.

3: Futures Past

I want to be a comfort to my friends in tragedy and I want to be able to celebrate with them in triumph.

Ab hier wird es ironischerweise schwerer die wirklich neuen Einflüsse festzustellen, zumindest für das Hobby. Es kommen immer wieder Dinge dazu die mich als Person weiterentwickeln, aber die neuen Entwicklungen für mein Hobby stammen zunehmend aus dem Hobby selbst – den Diskussionen in Foren, damals auch noch Livejournal, und so weiter und so fort.

Und natürlich neue Spiele.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.