Building Character: KULT – Divinity Lost

Charaktererschaffung mit Infernal Teddy

Der folgende Artikel ist Teil einer gelegentlich fortlaufenden Reihe in der wir bei verschiedenen Rollenspielen die Charaktererschaffung Schritt für Schritt durchgehen. Zum einen können sich so Spieler und Spielleiter die sich für das Spiel interessieren sich ein Bild von der Charaktererschaffung machen, etwas das bei der Entscheidung für oder wider dem Spiel helfen kann. Zum anderen erhält ein Spielleiter, welcher bereits das Spiel kennt, einen fertigen NSC den er direkt im Spiel einsetzen kann.

Ich werde auf dem Sommertreffen des Tanelorn-Forums dieses Jahr KULT: Divinity Lost anbieten. Das Abenteuer das ich leiten möchte dreht sich um eine Influencerin die vor sechs Monaten verschwunden ist. Normalerweise würde ich die Charaktere mit den Mitspielenden vor Ort erstellen, aber ich bin darum gebeten worden fertige Charaktere mitzubringen damit mehr Zeit zum Spielen bleibt. Das bietet mir allerdings auch gleich die Möglichkeit, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden und euch ein Beispiel für die Charaktererschaffung zu präsentieren. KULT nutzt eine Variante des PbtA-Systems, welches auf 2w10 basiert, und auch bei den Playbooks etwas ungewöhnlicher agiert als ich es bisher bei PbtA-Systemen gesehen habe. Machen wir uns also an die Arbeit.

Ähnlich wie die Klassenbücher bei Dungeon World, den Masken bei Monsterhearts oder den Playbooks bei anderen PbtA Spielen sind bei KULT die Archetypen der Kern der Charaktererschaffung. Technisch gesehen gibt es drei Arten von Archetypen, aber da ich keine Enlightend dabei haben möchte (Charaktere die bereits ein gewisses Verständnis der Realität von KULT haben) und mich noch nicht entschieden habe ob einer der Charaktere ein Sleeper sein soll (Also jemand dessen Weltbild noch vollkommen intakt ist, das arme Lämmchen) werden wir uns einem der “normalen” Archetypen vornehmen. Da die Charaktere alle Freunde und Bekannten der Verschwundenen sein sollen kommt nicht jedes der Archetypen in Frage – der Fixer oder der Veteran passen beispielsweise nicht so gut in die Runde.

Nach einigem Blättern habe ich eine kleine Liste von Archetypen die ich in dieser Runde einsetzen möchte, und als Beispiel nutze ich den Seeker. Der Seeker ist ein Charakter der irgendwas gesehen oder erlebt hat und jetzt auf der Suche nach der Wahrheit ist. Der erste Schritt bei der Übernahme des Archetypen ist die Wahl des Berufs – in unserem Fall ein Student oder eine Studentin. Danach folgt das Dunkle Geheimnis. Charaktere in KULT – außer dem erwähnten Sleeper – haben alle schon vor Spielbeginn etwas erlebt das ihre Welt verändert, ihre Seele beschädigt hat, und an dieser Stelle suchen wir uns aus was es denn war. Jedes Archetyp bietet uns eine Auswahl aus fünf dunklen Geheimnissen an. Ich entscheide mich für Strange Disappearance – die Influencerin ist wohl nicht die erste verschwundene Person im Umfeld des Charakters.
Der nächste Schritt sind die Nachteile des Charakters. Auch hier bietet uns der Archetyp eine Auswahl an, sechs Stück insgesammt, aus denen wir zwei Stück auswählen sollen. Als erstes nehme ich Repressed Memories – scheinbar hat der Charakter mitbekommen wie die andere verschwundene Person… verschwunden ist, und hat die Erinnerungen daran unterdrückt. Diese Erinnerungen können hochkommen und Probleme bereiten. Das führt dann auch zu Nightmares – ruhige Nächte werden etwas seltener werden, fürchte ich. Wo es Vorteile gibt, gibt es natürlich auch Vorteile, an dieser Stelle acht Stück zur Auswahl, von denen wir uns drei Stück nehmen dürfen. Als erstes entscheide ich das der Charakter dank seines Dunklen Geheimnisses ab und an Dinge wahrnehmen kann die andere nicht sehen – Enhanced Awareness. Zu dieser besseren Wahrnehmung passt auch Keen-Eyed, um Schwachstellen besser finden zu können. Als letztes nehme ich noch Parkour, damit der Charakter die Möglichkeit hat sich aus brenzligen Situationen herauszuturnen. Nun verteilen wir die Attributswerte. Wir beginnen mit den passiven Werten, Fortitude, Reflexes und Willpower, die ich in gleichen Reihenfolge so verteile: +0, +2 und +1. Anschließend kümmern wir uns um die aktiven Attribute, Charisma, Coolness, Intuition, Perception, Reason, Soul und Violence. Hier lautet meine Verteilung +0, -1, +1, +3, +1, +2 und -2 – ein Charakter also der mit Gewalt wirklich nichts am Hut hat.

An dieser Stelle würden wir normalerweise das Aussehen des Charakteres und seine Beziehungen zu den anderen Charakteren definieren, aber das überlasse ich dann doch der spielenden Person wenn es auf dem Sommertreffen so weit ist – Schließlich ist Horror ja doch etwas… persönliches

Die Hölle, das sind die anderen”
– Jean-Paul Sartre, Geschlossene Gesellschaft (Org. Huis clos)

Archetyp: Seeker
Occupation: Student
Dark Secret: Strange Disappearance
Disadvantages: Nightmares, Repressed Memories
Advantages: Enhanced Awareness, Keen-Eyed, Parkour

Fortitude: +0
Reflexes: +2
Willpower: +1

Charisma: +0
Coolness: -1
Intuition: +1
Perception: +3
Reason: +1
Soul: +2
Violence: -2

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