X steht für X-Files

Ein Buchstabensalat mit Infernal Teddy

Es hat wohl jeder mittlerweile mitbekommen das uns eine Fortsetzung der beliebtesten Mystery-Serie aller Zeiten bevorsteht. Die Rede ist natürlich von The X-Files, und um das Ganze auch angemessen feiern zu können hat mir Caninus zum Geburtstag die komplette Serie auf DVD geschenkt. Aber wie kann man jetzt Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI im Rollenspiel einsetzen, abseits von Delta Green für Cthulhu oder Project Twilight für die Welt der Dunkelheit? Wie kann ein Spielleiter die Serie für seinen Runden einsetzen?

Der einfachste Weg wäre es natürlich, die Handlung einer beliebigen Folge auf sein bevorzugtes Rollenspiel zu portieren. Das funktioniert natürlich am besten wenn a.) das gewählte Rollenspiel in der Gegenwart angesiedelt ist, und b.) man sich eine der „Monster of the Week“-Folgen herauspickt, statt eine der „Metaplot“-Folgen. Man muss dabei nicht einmal Charaktere dabei haben die dem FBI angehören, es reicht in den meisten Fällen vollkommen aus wenn die Charaktere „von Beruf neugierig“ sind, wie Reporter, Polizisten, minderjährige Hobbydetektive oder ähnliches, und diese bereit sind, solchen Fällen nachzugehen wenn der Spielleiter ihnen entsprechende Hinweise vor der Nase hält. Aber das ist ein Problem, das den meisten Cthulhu-Spielleitern bekannt vorkommen dürfte. Trotz der Tatsache das der Serie immer vorgeworfen wurde, dass es sich zu sehr um seinen eigenen Mythos dreht, dass man nur noch mitkäme wenn man dem Metaplot folgt, findet man auch in späteren Staffeln noch genügend „Monster of the Week“-Folgen um sich entsprechende Plots zurechtlegen zu können. Aber das ist nur ein Weg, die X-Akten nutzen zu können – wie sieht ein anderer Weg aus?

Eine zweite Option wäre es, den Fokus der Kampagne auf eine geheimnisvolle, undurchsichtige Organisation zu legen, der die Charaktere angehören, und zwar auf den niedrigsten Stufen. Das erfordert natürlich, dass die Spieler schon zu Spielbeginn stärker über die geplante Kampagne informiert sind, und sich auch bei der Planung der Kampagne stärker einbringen als es beim ersten Modell der Fall wäre. Hier ist die Organisation bzw. die Verschwörung selbst ein potenzieller Antagonist, oder zumindest etwas, das die Spieler nicht verstehen oder durchschauen können, und wo viel der Spannung und der Paranoia herstammen kann. Dabei muss die Organisation selbst noch nicht mal ein Geheimdienst oder etwas ähnliches sein – wer hatte nicht schon das Gefühl das bei modernen Behörden die linke Hand oft nicht weiß was die Rechte tut, und das es ihr eigentlich auch völlig egal ist? Diese Spielweise kann man bei Akte X am ehesten in den „Metaplot“-Folgen beobachten, meistens im Hintergrund, bei der Handlungen und Tätigkeiten bestimmter Nebenfiguren, welche die Protagonisten selbst gar nicht mitbekommen, wie Deep Throat, wenn er Mulders Vorgesetzten zurückpfeift, oder.. eigentlich jede Folge in der Cancer Man spricht, ehrlich gesagt. Ein weiteres gutes Beispiel für diese „Spielart“ wären die „Laundry“-Romane von Charles Stross, bei denen man sich häufig fragt, wovor man sich eher fürchten sollte, den Monstrositäten, die dort auftauchen, oder den Bürokraten unter denen der Protagonist arbeitet…

Natürlich bietet die Serie über diese beiden Möglichkeiten hinaus noch weitere Möglichkeiten als Inspirationsquelle – schließlich finden sich da auch jede Menge Vorlagen für interessante (und skurrile) NSCs, welche einem so oder sehr ähnlich in allen möglichen Settings begegnen können. Und zur Hochzeit von Akte X gab es irgendwie kaum eine Gruppe, welche in der Gegenwart gespielt hat und nicht die Agenten „Mully“ und „Sculder“ irgendwo rumrennen hatte…

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