Über das Püppchenschubsen

Infernal Teddy über seine Faszination mit Tabletops

Wir reden hier auf Neue Abenteuer sehr viel über Rollenspiele. Wir besprechen Rollenspiele, wir geben Tipps zu Rollenspielen, und haben Meinungen zu Rollenspiele. Aber für mich sind Rollenspiele nur eine von drei Facetten meines Phantastikhobbies. die anderen Facetten sind Literatur (der wir auch sehr viel Raum einräumen) und natürlich Tabletops. Über Tabletops – oder wie man im englsichen Sprachraum sagen würde: miniatures games bzw. miniatures wargaming – reden wir hier ehrlich gesagt sehr wenig, was hauptsächlich daran liegt das außer mir keiner ein Püppchenschubser ist.

Ich erzähle ja immer, der Ursprung meiner Rollenspielleidenschaft käme von den Fighting Fantasy-Büchern, aber was ich dabei oft überspringe ist das es zwischen Fighting Fantasy und AD&D einen Zwischenschritt gab, der auch an meiner Leidenschaft für Miniaturen schuld ist. Die Veteranen da draußen können sich vielleicht vorstellen was gemeint ist: Hero Quest, die Gemeinschaftsproduktion von Milton Bradley (Heute Hasbro) und Games Workshop, bei dem eine Gruppe von Abenteurern einen Dungeon erkunden und dabei fiese Monster plätten. Für die Jüngeren da draußen: die Vorlage für Descent, aber nicht ganz so komplex. Jedenfalls hatte das Spiel eine Menge – für die Zeit, wir reden hier von ca. 1989 – sehr cooler Figuren. Damals hatte ich noch ein etwas langweiligeres Hobby, Modellbau, also dachte ich, ich könnte ja mal die Miniaturen anmalen. Kurze Zeit später bin ich bei einem Urlaub in England auf AD&D gestoßen… und auf eine Zeitschrift namens White Dwarf. Das führte wiederum dazu das mein Bruder und ich unsere erste Entdeckungsreisen ins 41. Millennium machten. Nein, fragt mich bitte nicht wie wir von Hero Quest auf Warhammer 40,000 kamen, ich kann das auch nicht mehr erklären. Und während mein Bruder relativ bald sich gefährlicheren Hobbies wie Skateboard fahren und downhill biken zuwandte (Und damit bewies das er sehr viel cooler ist als ich) bin ich beim Rollenspiel geblieben – und beim Tabletop.

Ähnlich wie beim Rollenspiel habe ich natürlich auch beim Tabletop immer wieder andere Spiele ausprobiert – Ich habe lange Battletech gespielt, meine alte Shadowrun-Gruppe hat damals mit Warzone angefangen, ich habe angefangen eine Gobbo-Armee bei Warhammer aufzubauen (Und schnell wieder aufgehört als ich gemerkt habe was mich das kosten würde), und auch wenn ich schon länger kein 40K mehr spiele, so halte ich mich relativ aktuell was den Hintergrund angeht. Heute stehen bei mir als Spiele die ich mehr oder weniger aktiv verfolge Warmachine bzw. Hordes, und Infinity. Aber warum schubse ich gerne Puppen?

Für mich besteht das Tabletopspielen aus mehreren Aspekten. Zum einen male und bastle ich gerne an Miniaturen – So hat es ja auch im Prinzip angefangen – und das ist für mich immer noch etwas sehr entspannendes. Ich bin trotz über zwanzig Jahre Übung weit davon entfernt ein sonderlich guter Painter zu sein, aber ich mache es gerne, und ich bilde mir ein besser zu sein als ich es am Anfang war. Wäre ja auch traurig wenn nicht. Der zweite Aspekt ist mir eigentlich genau so wichtig, auch wenn ich ihn seltener ausleben kann: das Spielen. Es macht mir Spaß, meine Streitmacht wohlüberlegt zusammenzustellen und dann meine Feinde mit meiner Truppenwahl und meiner überlegenen Taktik zu zerschmettern (Zumindest bilde ich mir das ein. Würfel hassen mich leider nicht nur im Rollenspiel…). Ihr kennt diese Shadowrunspieler die nichts lieber machen als einen ganzen Spielabend die Köpfe zusammenzustecken und den ultimativen Plan aushecken? Die Spieler die gerne das absolute Maximum aus dem Kampfsystem ausreizen? Die Spieler welche einem den kompletten Inhalt des Waffenhandbuchs rauf und runter beten können, inklusive tabellen und allem? Der Grund warum ich nicht so bin, ich weil ich das statt dessen im Tabletop ausleben kann, und im Rollenspiel entweder dafür sorgen kann das mein Charakter möglichst tragisch und unnötig untergehen kann („Survival rate of a suicidal gopher“), oder – was viel häufiger passiert – dafür sorgen kann das meine Spieler alle zusammen Spaß haben und wir es schaffen zusammen eine Story zu erleben.

Ein weiterer Vorteil von Tabletops ist natürlich das man weniger Mitspieler braucht als für ein typisches Rollenspiel…

1 Kommentar zu Über das Püppchenschubsen

  1. Ich bin auch noch Tabletopper, genauer gesagt war ich es lange und dafür auch ziemlich intensiv. Wer weiss, wenn die Zeit wieder mehr wird kommt auch das zurück? 😉

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