The Warlock of Firetop Mountain

Eine nostaligische Rezension von Infernal Teddy

Wer in den 80s im Vereinigten Königreich großgeworden ist, ist an ihnen nicht vorbeigekommen: den Spielbüchern. Und damals haben sich eine Menge Reihen um unsere Aufmerksamkeit gebuhlt – Choose your own adventure, Endless Quest, Lone Wolf, und wie sie alle hießen. Die wahrscheinlich wichtigste Reihe war allerdings eine, die im Puffin Books Imprint von Penguin Books erschien, und vermutlich mehr junge Menschen zum Rollenspiel gebracht hat als jede andere Reihe dieser Zeit: Fighting Fantasy, kreiert und geführt von den beiden Gründern von Games Workshop, Steve Jackson und Ian Linvingston (Damals, als GW noch nicht das Evil Empire war). Insgesamt umfasste die Reihe 59 Spielbücher, dazu die vierteilige Sorcery!-Reihe, das Fighting Fantasy RPG mit dem Abenteuerband The Riddling Reaver, das dreiteilige Advanced Fighting Fantasy, sieben Romane und einen Haufen anderer Titel. Es gab sogar eine eigene Zeitschrift! Aber heute kehren wir an den Anfang zurück. Wir steigen in unsere TARDIS, und reisen zurück in das Jahr 1982, zu dem Buch mit dem alles begann – The Warlock of Firetop Mountain

Die Ausgabe die mir vorliegt ist nicht mal die Erstauflage, sondern eine spätere Auflage mit geändertem Logo und Gestaltung des Buchrückens, und einem kleinen Logo rechts unten. Das Buch ist relativ schmal, und besteht aus den Spielregeln, 400 mehr oder weniger kurze Textabschnitte und einer Reihe schwarzweiß-Zeichnungen von Russ Nicholson. Stürzen wir uns auf das Buch.

Das Buch eröffnet mit den Spielregeln. Man erstellt einen „Charakter“, in dem man seine drei Attribute erwüfelt: Skill (Hauptsächlich für Angriffe oder zur Abwehr, 1w6 + 6), Stamina (Lebenspunkte, 2w6 + 12) und Luck (In manchen Situationen kann man schlimmen Dingen entgehen in dem man sein Glück auf die Probe stellt, oder den Schaden den man bekommt reduzieren, 1w6 +6). Kämpfe sind relativ einfach in diesem System – man wüfelt 2w6, addiert dazu seinen Skillwert, würfelt 2w6 und addiert dazu den Skillwert des Gegners, und vergleicht die Ergebnisse – der Verlierer zieht zwei Punkte von seinem Staminawert ab, und das Ganze geht weiter bis einer von beiden tot zu Boden sinkt. Danach wird kurz erklärt wie man verlorene Punkte zurückbekommt und welche Ausrüstung man bekommt, und danach geht es an das Abenteuer.

Das Abenteuer selbst führt den Spieler in den namensgebenden „Flammenden Berg“, in ein Labyrinth über das ein finsterer Hexenmeister herrscht. Warum man das tut? Nun, der Hexenmeister hat tolle Schätze oder so, und Helden ziehen doch los um böse Hexenmeister zu plätten, oder? Okay, gut – die Story gibt nicht viel her. Aber dafür gibt es hier ein ziemlich cooles Dungeon. Die erste Hälfte ist ziemlich geradlinig, mit vielen Orks und Goblins als Antagonisten, aber ab und an ein paar interessantere Monster wie den eisernen Zyklopen, aber wenn man erstmal den unterirdischen Fluss überquert hat (Und den Fährmann … überwunden hat) kommt ein richtiges Labyrinth, mit sehr, sehr, SEHR vielen Möglichkeiten sich zu verlaufen. Außerdem Ghoule, Zwergen und sogar einem Drachen, bis es tatsächlich zum Showdown mit Zagor, dem Hexenmeister kommt. Der Endkampf ist tatsächlich relativ interessant gestaltet, mit einigen Optionen wie man den Gegner durch gefundene Gegenstände und klugem Nachdenken schwächen kann. Hat man allerdings nicht die richtigen Schlüssel aufgesammelt wird es ein sehr frustrierendes Ende werden…

Fazit:

Okay, zugegeben – heute würde der Hexenmeister kaum jemand wirklich vom Ofen hervorlocken. Selbst Abenteuerspiele auf dem Handy bieten mehr Optionen und Möglichkeiten als die alten Spielbücher. Die Story ist so linear das man seinen Spielleiter teeren und federn würde, sollte dieser einem einen solchen Plot vorsetzen. Anderseits hat man es hier eindeutig mit einem Erstling zu tun, und spätere Bücher fügen dem System immer neue Zusatzsystem hinzu die das Ganze interessant halten. Würde ich das Buch heute noch empfehlen? Ja, aber vielleicht nicht jedem. Aber für den Fall das jemand eine hohe Frustrationstoleranz hat (Warlock gilt als der schwerste Band der ganzen Reihe) und gerade auf der Old School-Welle mitreitet ist er hier genau richtig.

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