The Fate of Dune

Gedanken zu einem Fate Setting von Infernal Teddy

Ich denke, unseren Lanzeitlesern dürfte bekannt sein das ich „ein wenig“ von Frank Herberts großartiger Science Fiction-Saga Dune bin, auf Deutsch auch bekannt als Der Wüstenplanet.Und ich denke, das ich mich auch für Fate begeistern kann (Trotz einiger Probleme, die ich mit dem System habe) ist auch nichts neue, richtig? Bisher hatte das Eine aber eher wenig mit dem Anderen zu tun, bis ich die Tage mal wieder darüber nachgedacht habe, wie man eine Rollenspielrunde in Herberts Universum ansiedeln konnte, und mein Blick auf meine neu angeschaffene Ausgabe von Dresden Files Accelerated hängen geblieben ist. Eigentlich ist Fate – und da auch am ehesten Fate Core – das ideale System, um etwas wie Dune abzubilden. Man hat sehr kompetente Charaktere, welche in dem, was sie können, herausragend sind; ein dynamisches, actionlastiges Setting, welches von der Erzählung her ähnlich wie Star Wars oder Star Trek (oder die Dresden Files) kein rein simulatives System verlangt, sondern eines, welche die Fiktion innerhalb der Spielwelt abbilden kann. Gleichzeitig unterscheiden sich die Charaktere ausreichend, so das man eine höhere Granularität benötigt, als sie Turbo Fate abbilden kann – ich zitiere da mal einen Tweet von Christian Vogt:

Je eher man ähnliche „Charakterberufe“ in einer Runde spielt (alles Bändiger, alles Marines, alles Piloten), desto Turbo 😉

Es stellt sich also an dieser Stelle die Frage was es zu beachten gilt wenn wir Dune mit Fate Core bespielen wollen. Die ersten Fragen die sich mir diesbezüglich stellen sind:

  • WEN möchte man spielen?
  • WANN möchte man spielen?

Die Frage nach dem WEN beschäftigt sich dabei natürlich nicht mit konkreten Charakteren aus den jeweiligen Romanen – wobei das vermutlich durchaus eine Option für manche Gruppen sein könnte – sondern welche Art von Charaktere bzw. Gruppe sein könnte. Ich gehe bei diesem Artikel frech davon aus das die meisten Spieler ähnlich wie ich es bevorzugen dürften, Charaktere mit einem gewissen „Spielraum“ innerhalb des Settings zu verkörpern – ein klassisches Beispiel aus der Epoche des ersten Romans dürfte zum Beispiel ein Adliger und sein Gefolge sein. Wovon die Frage nach dem WEM aber auch abhängig sein dürfte ist natürlich auch das WANN – das Dune-Universum ist zu Zeiten des Jihad ein anderer Ort als es nach der Machtergreifung durch Paul Muad’dib ist. Mir würden auf Anhieb etwa zehn Epochen einfallen, zu denen sich sinnvoll eine Dune-Runde ansiedeln lassen würde, aber für die meisten Leser dürften drei Epochen im Besonderen in Frage kommen: die „House“-Epoche während und kurz nach der Prelude-Romane bzw. kurz vor Dune selbst, die „Muad’dib“-Epoche von der Machtübernahme Paul Muad’dibs bis zum Tod Alias, und den „Goldenen Pfad“, welcher mit der Herrschaft von Leto II. beginnt. Jeder dieser Epochen präsentiert etwas andere Voraussetzungen und Anforderungen an die Gruppe, und andere Themen und Startsituationen die man bespielt. Kurz zusammengefasst (Weil das im Detail schon ein eigener Artikel oder zwei wären:

  • House-Epoche: Mehr oder weniger stabiles Gleichgewicht zwischen den Häusern des Landsraads, Konflikt auf politische und militärische Ebene, mit dem Imperator als „Gleichgewicht“ über den Häusern. Häuser als „Charaktere“ mit der Fate-Fraktale darstellen. Set Up: Adlige eines Kleinen Hauses und das Gefolge, inklusive Assassine, Bene Gesserit, oder ähnlichem.
  • Muad’dib-Epoche: Hier liegt der Fokus auf Muad’dibs Jihad und die Konsidolierung des neuen Imperiums unter den fanatischen Fremen, mit Konflikten mit den Resten der Imperialen Strukturen und der Häuser des Randstaades. Gleichzeitig die Entstehung und Konsidolierung des neuen Hofes auf Arrakis Set Up: Kräfte des Jihads, Atreides-Loyalisten, Widerständler des Alten Imperiums, Bene Gesserit-Infiltratoren.
  • Goldener Pfad-Epoche: Das ist die Epoche, für die wir am wenigsten Informationen haben, was sie zum Spielen vielleicht am interessantesten macht. Leto konsidoliert da Imperium erneut, und formt aus den Trümmern der >Corrino- und Atreides-Imperien sein Werkzeug um die Menschheit auf seinen Goldenen Pfad zu führen. Die Charaktere würden hier als „Handlanger“, als Agenten funktionieren und dort zum Einsatz kommen, wo der Gott-Kaiser nicht direkt mit überwältigender Macht und Gewalt agieren möchte.

Jetzt mag dem einen oder dem anderen Leser aufgefallen sein das ich hier gar nicht auf die WO-Frage eingegangen bin. Ich gehe ehrlich gesagt davon aus das eine Kampagne im Dune-Universum zu eine von zwei Extremen neigen wird – entweder werden die Charaktere von Welt zu Welt reisen und neue Welten erkunden bzw. dort spannende Abenteuer erleben (Wie zum Teil während der Legends-Trilogie), oder fast die gesamte Zeit auf einem einzigen Planeten oder gar einer einzigen Stadt angesiedelt sein (Wie die ersten drei Dune-Romane).

Das waren ein paar erste Gedanken. Nächstes Mal mache ich mir Gedanken dazu, wie man anfangen könnte, das Ganze konkret umzusetzen.

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