The Book of Shadows: Mage Players Guide

Eine Mage: the Ascension-Rezension von Infernal Teddy

1st Edition:
1: Mage: the Ascension
3: The Book of Chantries
5: Technocracy: Progentiors
6: Digital Web

20th Anniversary Edition:
20th Anniversary Edition Quickstart

Romane:
The Road to Hell (Caninus)
The Ascension Warrior (Caninus)

Okay, es hat eine Weile gedauert (Etwas mehr als ein Jahr, um ehrlich zu sein), aber es wird wieder Zeit uns den Veröffentlichungen zu einem meiner Lieblingsrollenspiele zu widmen, Mage: the Ascension. Vielleicht erinnert sich jemand da draußen, wir hatten zuletzt Band sechs der Reihe besprochen, Digital Web. heute wenden wir uns dem wichtigsten Buch der ersten Edition zu (neben dem Grundregelwerk), dem Spielerhandbuch mit dem Titel The Book of Shadows, Nummer Sieben in der Reihe der Veröffentlichungen.

The Book of Shadows ist, wie alle Bücher, welche bis zur 2nd Edition des Grundregelwerks erscheinen würden, ein lila Softcover mit Goldfolie auf Titel und Umrandung des Coverarts. Das Buch ist 208 Seiten lang, komplett in Schwarz-Weiß. Das Layout entspricht dem damals gültigen Standard von White Wolf, mit einem pixeligem Rand auf fast jeder Seite – bestimmte Einzeltexte haben entsprechend ihrem Inhalt ein eigenes Layout. Zwei Dinge möchte ich an dieser Stelle bereits besonders hervorheben: zum einen ist die Bindung dieses Buchs schier unverwüstlich – ich habe mein Exemplar seid es 1993 erschienen ist, und es zeigt keine Schwächen. Zum anderen ist The Book of Shadows für ein White Wolf-Produkt ungewöhnlich, weil es einen brauchbaren Index aufweist. Das Artwork ist – ebenfalls typisch für White Wolf zu dieser Zeit – sehr durchwachsen, nichts das besonders herausragt, und einiges, bei dem man sich fragen muss was der Artdirector sich gedacht haben mag. Irgendjemand sollte mal Richard Thomas fragen.

Ignoriert man die einleitende Short Fiction, welche die Geschichte der jungen Euthanatos Amanda fortsetzt, und machen mit der Einleitung weiter. Diese ist für ein Buch dieses Verlags angenehm kurz, und fasst kurz zusammen was The Book of Shadows einer Mage-Runde zu bieten hat. Dementsprechend wenden wir uns auch direkt dem ersten Kapitel zu, „Gifts of Awakening“. Hier findet sich die für ein White Wolf-Buch übliche Sammlung an sekundären Fertigkeiten und Vor- bzw. Nachteilen. Ich weiß nicht, wie es euch da draußen geht, aber ich kann mich nicht an mehr als eine Handvoll Gelegenheiten erinnern, zu denen ein Spieler eines dieser sekundären Fertigkeiten gewählt hätte – mit einer Ausnahme: Do. Do ist die spezielle Martial Arts-Technik der Akashic Brotherhood, eine Kampfkunst, die vom Hintergrund her zum Teil auf Magick basiert, und nur von einem Mitglied der Tradition unterrichtet werden kann. Und während diese Fertigkeit in 2nd Edition direkt auf dem Charakterbogen erscheint (Ein Fehler in meinen Augen) ist es hier noch eine sekundäre Fertigkeit – welche wenn sie erlernt wird Brawl (Handgemenge) ersetzt. Sonst findet aus diesem Abschnitt nur selten etwas Anwendung. Anders sieht es bei den Vor- und Nachteilen aus, diese wurden und werden wie bei allen Spielen der World of Darkness gerne ausgenutzt. Viele davon kannte man bereits schon aus den entsprechend Spielerhandbüchern zu Vampire oder Werewolf, andere sind ganz neu und orientieren sich an den Gegebenheiten der Magi. So gibt es einen Vorteil namens „Twin Souls“, welcher vier Punkte kostet und den beiden Charakteren erlaubt, Quintessenz und Sphären zu teilen, oder den Nachteil „Strangeness“, welcher die Magick des Charakters merkwürdiger macht als sie es sowieso ist. Abgeschlossen wird dieses Kapitel durch vier neue Hintergründe, von denen eines – Resources – versehentlich nicht in den ersten beiden Grundregelwerken auftaucht, während die anderen drei sich auf das Leben des Charakters als Magus beziehen. Chantry bezieht sich dabei auf den Gemeinsamen aufbau einer solchen Loge, und setzt das bereits besprochene Book of Chantries voraus, Familiar bietet Regeln für den klassischen Tiervertrauten, und Sanctum hilft dem Spieler, seine private Zuflucht zu beschreiben.

Das zweite Kapitel, „Faces of Magick“, ist das längste Kapitel des ganzen Buches, und versucht, den einzelnen Fraktionen des Spiels mehr Tiefe zu verleihen und zu weiter zu beleuchten. Dabei werden bei jeder Fraktion In- und Outgame-Texte verwoben, um einen interessanten Blick zu ermöglichen. Für mich problematisch, rückblickend, ist das hier einerseits die Stereotypen der Traditionen verstärkt werden, sehr zu ihrem Nachteil, während sich gleichzeitig bei der Beschreibung der „Antagonisten“ der differenzierende Blick des Line Developers, Phil Brucato, gegenüber dem Grundregelwerk bemerkbar macht – Technokratie, Marouders, Orphans, selbst die Nephandi kommen an dieser Stelle vielschichtiger, interessanter weg als es bisher der Fall war, eine Sichtweise welche später innerhalb der Reihe noch vertieft werden sollte. Auf jeden Fall waren diese Texte bei erscheinen des Buches, als es noch keine Tradiionbooks (Und darüber reden wir auch nochmal…) hilfreich dabei, sich in die Fraktionen einzuleben. Außerdem findet sich hier auch die „verlorene Tradition“, welche früher den Sitz im Rat inne hatten, der heute den Virtual Adepts gehört. Die Rede ist von den Ahl-i-Batin, den „Subtle Ones“. Diese wurden in diesem Buch zum ersten Mal vorgestellt… und danach wusste wohl lange Zeit keiner bei White Wolf, was man denn mit ihnen anfangen sollte. Aber hey, Assassinen sind ja cool, oder?

Damit wären wir dann beim dritten und wichtigsten Kapitel, „The Book of Rules“. Ich sage jetzt offen, als jemand der eine ganze Weile mit den Magieregeln, wie sie im Grundregelwerk vorgestellt wurden gespielt hat: was waren wir um dieses Kapitel dankbar. Etwas mehr als die Hälfte dieses Kapitels besteht aus Regelergänzungen, Regelerläuterungen und Regelbeispielen um aus dem Magiesystem des Grundregelwerks etwas, das spielbarer war. Es fehlte zwar immer noch die klare, einfache Eleganz des Systems, welches wir in der 2nd Edition zu Gesicht bekamen, aber es war definitiv schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Im zweiten Teil dieses Kapitels bekamen wir dann auch einige neue Regeln, wie Kinder als Magi, die eigentlichen Regeln zu Do und Familiars, Regeln für die Magischen Duelle, welche Mage-Spieler als Certamen kennen, und ein oder zwei weitere Kleinigkeiten. Gefolgt werden die Regeln von „The Magick Toolbox“, einer Sammlung von Rotes (Vorgefertigten Effekten welche sich ab besten als Beispiele für Spieler und Spielleiter eignen) und Talismans (Magische Gegenstände, etwas, wofür es sehr lange keine vernünftigen Regeln geben wird).

Das fünfte Kapitel, „Parables“, enthält eine Sammlung von Ingame-Texten, kurzen Momentaufnahmen und „Geschichtsunterricht“, um Spielern die Welt von Mage näher zu bringen. Vieles ist dabei verständlicherweise noch nicht so klar ausformuliert wie es später der Fall sein würde, aber erstaunlich viele der hier angesprochenen Konzepte werden bis mindestens dem Ende der 2nd Edition weiter essenzieller Bestandteil der Reihe sein. Das Buch endet mit dem sechsten Kapitel, einer Reihe von gut gemeinten Aufsätzen mit ebenso gut gemeinten Ratschlägen und inspirativen Gedanken. Einiges davon ist sogar sehr gut, andere erschließen sich vielleicht erst nach längerem Nachdenken. Abgerundet wird das Buch durch die üblichen Buchempfehlungen, und dem wie schon erwähnt erstaunlich guten Index.

Fazit:
The Book of Shadows war lange Zeit – eigentlich würde ich sogar sagen bis zum Erscheinen der Revised Edition – eines der wichtigsten Bücher der Reihe. Für die 1st Edition waren genug dringend notwendige Regelerweiterungen und -klarstellungen enthalten, für die 2nd Edition die bei der Charaktererschaffung erwähnten aber im Buch nicht aufzufindenden Hintergründe, und für beide Versionen die allseits beliebten Vor- und Nachteile, zusammen mit recht viel hilfreiches und brauchbares Material. Wer also einer dieser beiden Editionen von Mage: the Ascension spielt oder vorhat, sie zu spielen, kommt an diesem Buch zu seinem eigenen Wohl nicht vorbei.

Verwendbarkeit mit M20:
Aber wie sieht es mit der 20th Anniversary Edition aus? Da muss ich leider sagen sinkt die Verwendbarkeit gegen null. Zu vieles von dem, was im Book of Shadows enthalten ist, ist durch das neue Grundregelwerk überholt oder ersetzt worden. Der einzige Teil des Buches, den man vielleicht noch einsetzen könnte, wären die Vor- und Nachteile, und selbst da würde ich bis zum Erscheinen des neuen Spielerhandbuchs warten, welches ja angekündigt wurde.

Für unsere nächste Rezension überspringen wir wieder ein Buch, und machen weiter mit Band Neun: Technocracy: Iteration X.

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